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Polizei

Schädel stammt von einer jungen Frau

Bei Tegernheim wurde vor Wochen ein skelettierter Kopf entdeckt. Eine Suchaktion brachte weitere Knochenteile zutage.

Mit einem Großaufgebot durchsucht die Polizei am Montag erneut das Gelände bei Tegernheim.
Mit einem Großaufgebot durchsucht die Polizei am Montag erneut das Gelände bei Tegernheim. Foto: Seidl

Tegernheim.Mit zwei Bussen und mehreren Transportern rückte die Polizei am Montagmorgen am Keilsteiner Hang an. Die fast 100 Einsatzkräfte durchsuchten den Hang bei Tegernheim auf einer Länge von mehreren hundert Metern nach Knochenüberresten. Mit sogenannten Stöberstöcken stocherten sich die jungen Bereitschaftspolizisten aus Amberg-Sulzbach und Nürnberg Meter für Meter Wiesen und Gestrüpp.

Ergebnis aus der Rechtsmedizin ist da

Auslöser für die Großaktion war ein skelettierter Kopf, den Arbeiter der Stadt Regensburg Anfang Februar beim Auslichten eines Waldstücks auf dem städtischen Teil des Keilsteiner Hangs gefunden hatten. Bei einer ersten Absuche wenige Tage nach diesem Fund hatten Polizeikräfte dann auch noch mehrere Knochenfragmente gefunden. Schädel und Knochen wurden in den vergangenen Wochen am Institut für Rechtsmedizin der Universität Erlangen untersucht.

Der Fundort:

Das Ergebnis: Der gefundene Schädel lag erst einige Jahre in einem Gebüsch und stammt von einer jüngeren Frau. Das bestätigte Marco Müller von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberpfalz am Montag vor Ort in Tegernheim. Die im Februar entdeckten Knochenreste sind nach seinen Angaben ausschließlich tierischen Ursprungs und daher für die weiteren Ermittlungen nicht relevant.

Die erneute Suche mit weit mehr Personal als bei der ersten Aktion im Februar sollte klären, ob sich im Bereich der Fundstelle noch weitere menschliche Überreste gibt, die zu dem Schädel passen.

Eine Spezialeinheit durchkämmte das felsige Gelände im oberen Bereich des Keilsteiner Hangs bei Tegernheim.
Eine Spezialeinheit durchkämmte das felsige Gelände im oberen Bereich des Keilsteiner Hangs bei Tegernheim. Foto: Seidl

Neben den Bereitschaftspolizisten war auch ein Spezialkommando aus Nürnberg mit alpiner Ausrüstung im Einsatz, das ausgehend von einem Aussichtspunkt des Tegernheimer Geopfads den oberen felsigen Bereich des Hangs erkundete. Es handelte sich nach Müllers Angaben um Angehörige desselben Kommandos, das erst vor wenigen Tagen mit Tauchern an der Suche nach der vermissten Studentin Malina K. aus Regensburg beteiligt war. Passanten, die die Aktion am Tegernheimer Hang beobachteten, dachten zunächst, dass die Suche mit diesem Fall in Zusammenhang stand, was der Polizeipressesprecher aber ausdrücklich verneinte.

Video: MZ

Am Morgen hatten die Einsatzkräfte zunächst eine Wiese und das Gebüsch direkt neben der Straße am Keilsteiner Hang durchsucht – und nebenbei eine beachtliche Menge Unrat gesammelt. Nach einer Pause am späten Vormittag teilten sich die Einsatzkräfte in zwei Gruppen auf und durchkämmten das teilweise meterhohe Gestrüpp neben und oberhalb einiger Gärten.

Neue Knochenfragmente gefunden

Bei der Suche am Montag wurden laut Müller am Nachmittag wiederum Knochenfragmente aufgefunden. Diese müssen nun rechtsmedizinisch untersucht werden, um zu klären, ob sie menschlichen oder tierischen Ursprungs sind.

Weil sich die Arbeit in dem teilweise unwegsamen Gelände als schwierig erwies, überlegt die Polizei, ob sie die Suche in den nächsten Tagen fortsetzt. Dahinter steht unter anderem die Überlegung, dass Tiere Leichenteile über eine größere Strecke verschleppt haben könnten.

Die Polizei rückte am Montagmorgen mit rund 100 Einsatzkräften an.
Die Polizei rückte am Montagmorgen mit rund 100 Einsatzkräften an. Foto: Seidl

In dem Fall gibt es nach wie vor viele offene Fragen. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zur Identifizierung des Schädels und zur Bestimmung einer Todesursache laufen zwar auf Hochtouren, die Kriminalpolizei gibt sich aber vorerst noch bedeckt. So blieb die Frage unseres Medienhauses, ob an dem Schädel eine DNA-Analyse stattgefunden und zu welchem Ergebnis diese geführt hat, unbeantwortet. Nähere Angaben seien aus ermittlungstaktischen Gründen nicht möglich, sagte Müller.

Die DNA-Analyse

  • Bedeutung:

    Die DNA-Analyse ist eines der erfolgreichsten Instrumente zur Aufklärung von Verbrechen. Dabei werden Teile der in den menschlichen Zellen enthaltenen Erbsubstanz Desoxyribonukleinsäure (DNS, englisch: DNA) untersucht.

  • Spuren:

    Für eine DNA-Analyse genügen geringste Spuren von Blut, Haut, Schweiß, Knochen oder Haaren.

  • Erfolge:

    1988 richtete das Bundeskriminalamt eine zentrale DNA-Analyse-Datei ein. Seit 1998 wurden 230000 Treffer erzielt – vor allem bei Delikten wie Diebstahl, Raub oder Mord. (dpa)

Die Kripo Regensburg ermittelt nach seinen Angaben derzeit in alle Richtungen. Dazu gehöre auch die Abklärung mit polizeibekannten regionalen und überregionalen Vermisstenfällen. Derzeit seien keine Zusammenhänge mit einer Gewalttat erkennbar.

Der Keilsteiner Hang an der Grenze zwischen Regensburg und Tegernheim ist ein beliebtes Ausflugsgebiet. Der Spazierweg ist auch Teil des ostbayerischen Jakobswegs.

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