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Polizei

Tötungsdelikt: Leiche wird obduziert

Bei einer Flüchtlingsfamilie in Laaber finden die Beamten eine weibliche Leiche. Der Ehemann gestand die Tat.
Von Andrea Fiedler und Dietmar Krenz, MZ

Ein großes Polizeiaufgebot und Beamte der Spurensicherung sowie des Bayerischen Landeskriminalamts waren vor Ort in Laaber.
Ein großes Polizeiaufgebot und Beamte der Spurensicherung sowie des Bayerischen Landeskriminalamts waren vor Ort in Laaber. Foto: Krenz

Laaber.Großeinsatz der Polizei in Laaber: Beamte der Polizeiinspektion Nittendorf fanden am Montagvormittag in einem Einfamilienhaus im Laaberer Burgweg eine tote Frau. Dringend verdächtig, sie getötet zu haben, ist ihr mittlerweile festgenommener Ehemann.

Er wird am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt.

Am Montagmorgen gegen 7.50 Uhr war der 31-jährige irakische Staatsangehörige in Begleitung seiner dreijährigen Tochter zur Polizeiinspektion Regensburg Süd gekommen und teilte den diensthabenden Beamten in gebrochenem Englisch mit, dass er seine Frau getötet habe.

Nur kurze Zeit später entdeckten Einsatzkräfte an der angegebenen Adresse, einem älteren Einfamilienhaus unmittelbar unter der Laaberer Burg, eine leblose Frau. Der Notarzt konnte nur noch den Tod der 26-Jährigen feststellen. In ersten Meldungen hatte die Polizei das Alter der Frau mit 23 Jahren angegeben. Bei ihr handelt es sich laut dem Polizeibericht um die Ehefrau des 31-jährigen Irakers. Um die Umstände ihres Todes zu klären, wird auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Regensburg am Dienstagnachmittag im Institut für Rechtsmedizin der Universität Nürnberg-Erlangen eine Obduktion durchgeführt. Ein Ergebnis wird für circa 17 Uhr erwartet.

Das Jugendamt betreut die Kinder

Die drei Kinder der Familie waren beim Eintreffen der Polizei am Morgen nicht im Haus. Der Vater hatte die dreijährige Tochter mit zur Regensburger Polizeiinspektion gebracht. Die beiden Söhne, sechs und acht Jahre alt, wurden offenbar in einer Flüchtlingsunterkunft in Beratzhausen aufgefunden. Ob sie den Tod der Mutter miterlebten, sei noch nicht bekannt, heißt es vonseiten der Polizei. Die Kinder sind derzeit in der Obhut des Jugendamts.

3D-Scanner im Einsatz

  • Technologie:

    Objekte können schnell und umfassend räumlich erfasst werden und zu virtuellen Modellen der Örtlichkeit zusammengesetzt und für die jeweilige Aufgabenstellung der Polizei aufbereitet werden.

  • Möglichkeiten:

    Im Zusammenspiel mit immer komplexeren Analyseverfahren in der Forensik eröffnet der Einsatz des „Tatort-3D-Verfahrens“ die Möglichkeit, den Tatort, das Asservat sowie ein vorhandenes Opfer dreidimensional zu erfassen, die so erfasste Szene virtuell zu konservieren sowie die interaktiven 3D-Dateien des Tatorts im Netz der Polizei zur Verfügung zu stellen.

  • Rekonstruktion:

    Auch können durch die Technologie Personen, die nicht am Tatort waren, einen virtuellen Rundgang machen, Tatrekonstruktionen am Rechner simuliert werden und Fragen beantwortet werden, die erst im Verlauf des weiteren Verfahrens gestellt werden.

  • Aufzeichnung:

    Durch die Aufzeichnung mit dem 3D-Scanner kann der Tatort virtuell konserviert werden. (wd)

Den ganzen Tag über wurden in der Wohnung am Burgweg Spurensicherungsmaßnahmen durchgeführt. Zudem waren Beamte des Bayerischen Landeskriminalamts vor Ort, um den Tatort mit dem sogenannten „Tatort-3D-Verfahren“ zu vermessen. Der dringend tatverdächtige Ehemann wird derzeit von der Kriminalpolizei vernommen.

Seit Anfang September lebt die fünfköpfige irakische Familie in dem älteren Einfamilienhaus. Wie eine Anwohnerin mitteilte, waren in dem Gebäude unmittelbar gegenüber dem „Haus der Musik“ schon einige Asylbewerber in den vergangenen Jahren untergebracht. „Die Familie kommt aus Bagdad“, erzählte sie. Grundsätzlich sei alles in Ordnung gewesen. Die beiden Jungs spielten bereits bei der TSG Laaber Fußball und besuchten die Übergangsklassen für Flüchtlinge in der Grundschule.

Schießerei schließt die Polizei aus

Im Wohnhaus der Flüchtlingsfamilie in Laaber, unmittelbar unterhalb der Burg, wurde der Leichnam der Frau von der Polizei entdeckt.
Im Wohnhaus der Flüchtlingsfamilie in Laaber, unmittelbar unterhalb der Burg, wurde der Leichnam der Frau von der Polizei entdeckt. Foto: Krenz

Der 31-jährige Mann habe einen normalen Eindruck gemacht und ab und zu die Fußballspiele seiner Söhne vom Spielfeldrand aus miterlebt. Dass der Familienvater seine Frau getötet haben soll, konnte die Anwohnerin kaum glauben. „Es gab nichts Auffälliges an der Familie“, erklärte sie. Vom Vorfall schockiert zeigte sich Laabers Bürgermeister Hans Schmid. Er habe die Nachricht vom Familiendrama von Feuerwehrleuten erfahren. Weitere Details seien ihm nicht bekannt.

Gerüchte, dass es eine Schießerei gegeben haben soll, schließt die Polizei aus. Die Hintergründe der Tat sind jedoch noch völlig unklar. „Derzeit ist es zu früh, um die Todesursache zu klären“, sagte Kriminalhauptkommissar Stefan Hartl, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Die Polizei gehe aber von einem Tötungsdelikt aus. Die weiteren Ermittlungen hat das Kommissariat 1 der Kripo Regensburg übernommen.

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