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Unfall

Verkehrschaos rund um Regensburg

Nach einen Unfall am Autobahnkreuz sind tausende Liter weißer Farbe ausgelaufen. Kilometerlange Rückstaus sind die Folge.
Von Simone Grebler, Isolde Stöcker-Gietl und Wolfgang Ziegler, MZ

Regensburg.Chaos in der südlichen Oberpfalz: Eine Kollision von zwei Sattelschleppern auf der Autobahn A 3 in Höhe der Anschlussstelle Regensburg-Universität ließ am Mittwochmorgen den Verkehr im Großraum Regensburg zusammenbrechen. Nach Informationen der Verkehrspolizei war dort kurz vor 6 Uhr in Fahrtrichtung Passau ein Lastwagen im dichten Nebel aus Unachtsamkeit auf einen anderen Lkw aufgefahren. Die Folgen: rund 60 000 Euro Sachschaden, 20 Tonnen weiße Wandfarbe auf der Fahrbahn und Staus bis nach Laaber, Pollenried und Ponholz.

Aktuell gibt es kilometerlange Staus in und rund um Regensburg. Foto: Stöcker-Gietl
Aktuell gibt es kilometerlange Staus in und rund um Regensburg. Foto: Stöcker-Gietl

Durch den Aufprall wurde der Sattelschlepper des aus Tschechien stammenden Unfallverursachers so schwer beschädigt, dass er an der Unfallstelle manövrierunfähig liegen blieb. Zudem ergoss sich seine Ladung auf die Fahrbahn: Nach Angaben der Polizei habe sich die Wandfarbe in rund 200 20-Liter-Eimern befunden, die Fahrbahn sei auf einer Fläche von 20 Quadratmetern zehn bis 15 Zentimeter dick verschmutzt worden. Die Farbe sei zwar nicht umweltschädlich gewesen, hieß es. Während der Beseitigung durch die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Regensburg, der Freiwilligen Feuerwehr Pentling und des Technischen Hilfswerks musste der Verkehr aber immer wieder gestoppt werden. Die Reinigung der Fahrbahn dauerte bis nach 13 Uhr an, die Staus hielten sich noch länger.

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Busse kamen zwei Stunden zu spät

Während der gesamten Bergungs -und Reinigungsarbeiten musste der Verkehr in Richtung Passau über eine Fahrbahn an der Unfallstelle vorbeigeführt werden. Der Rückstau reichte noch am späten Vormittag bis zur Anschlussstelle Laaber zurück. Auch auf den Ausweichstrecken staute sich der Verkehr – auf der Bundesstraße 8 bis nach Pollenried. In Folge der massiven Behinderungen auf der A 3 kam es am Autobahnkreuz Regensburg auf den Auffahrtspuren der A 93 zur A 3 ebenfalls zu stehendem Verkehr, der zuletzt bis zur Anschlussstelle Ponholz im Landkreis Schwandorf reichte.

Megastau nach Lkw-Unfall auf der A3

Mit erheblichen Problemen hatte auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) zu kämpfen, denn die RVV-Linie 28 (Regensburg-Hauptbahnhof–DEZ–Etterzhausen–Nittendorf– Undorf–Hemau und zurück) war ebenfalls massiv von dem Verkehrschaos betroffen. Wie Christine Sammüller vom gleichnamigen Busunternehmen aus Nittendorf, das diese Linie bedient, gegenüber der Mittelbayerischen sagte, hätten ihre Busse zwei Stunden Verspätung gehabt, wodurch die Kinder morgens zu spät in die Schule gekommen seien. Die Busse seien aber im Einsatz gewesen und hätten alle Haltstellen bedient. Ein Reisebus ihres Unternehmens, der an den Gardasee starten sollte, sei ebenfalls eineinhalb Stunden später abgefahren, weil die Passagiere nicht rechtzeitig zu den Treffpunkten hätten kommen können.

Keinerlei Auswirkungen spürte die Nahverkehrsbahn agilis, die die Stau-Strecke Neumarkt–Regensburg bedient und die Autos gestern im wahrsten Sinne des Wortes links liegen ließ. Wie Pressesprecherin Katharina Ziegler gegenüber unserem Medienhaus wissen ließ, seien die Züge morgens im Berufs- und Schülerverkehr wie immer gut besetzt gewesen. Einen besonderen Run auf die Bahn habe agilis aber nicht registriert.

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Leistungsfähigkeit der A 3 sinkt ab

MZ-Leser Franz Huber aus Sinzing (Landkreis Regensburg) beklagte sich am Telefon unterdessen darüber, dass es aus seiner Gemeinde am Rande der Autobahn A 3 kein Wegkommen gab. Er wollte zu einem Arztbesuch nach Regensburg, musste aber bald die Aussichtslosigkeit seines Unterfangens erkennen und umkehren. „Das Chaos wird zum Normalfall“, sagte er unserer Zeitung – und plädierte für die Sinzinger Nahverkehrsbrücke bzw. die Kneitinger Brücke. Das müsse man thematisieren, meinte er. Umso mehr, als er künftig permanente Staus auf der A 3 befürchtet, wenn der Ausbau der Autobahn auf sechs Spuren beginnt und sechs Jahre lang mit Behinderungen gerechnet werden muss.

Die Helfer binden aktuell die weiße Farbe und reinigen die Fahrbahn. Foto: Alexander Auer
Die Helfer binden aktuell die weiße Farbe und reinigen die Fahrbahn. Foto: Alexander Auer

Der Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern, Josef Seebacher, konnte diesbezüglich nur bedingt Entwarnung geben. „Die Leistungsfähigkeit der Autobahn werde während der Bauzeit um 20 bis 30 Prozent absinken, sagte er im Interview. Die Pläne für die Verkehrsführung seien im Detail noch nicht ausgearbeitet und würden noch mit den Anrainergemeinden und der Wirtschaft abgestimmt. Fest stehe aber, dass immer zwei Fahrspuren pro Fahrtrichtung zur Verfügung stünden. Fakt sei allerdings auch, dass alleine das Vorhandensein einer Baustelle immer einen Stau erzeugen könne, weil die Verkehrsteilnehmer abgelenkt seien und langsamer fahren würden. Massive Auswirkungen entstünden, wenn sich innerhalb der Bauabschnitte (Klein-)Unfälle ereigneten. Denn dann könnten die Beteiligten ihre Wagen eben nicht auf einem Seitenstreifen abstellen, um auf die Polizei zu warten.

Seebacher appellierte in diesem Zusammenhang an alle Autofahrer aus der Region, mit Beginn der Bauarbeiten Ausweichstrecken zu wählen, Fahrgemeinschaften zu bilden oder innerstädtisch auf den öffentlichen Nahverkehr auszuweichen.

Umsteigen auf den Bus? Auch der Regensburger Verkehrsverbund warnt vor Verspätungen aufgrund des Unfalls:

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