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Vorsicht

Schmerzpflaster bei Überdosierung tödlich

Schmerzpflaster können bei falscher Anwendung lebensbedrohliche Nebenwirkungen auslösen.

Verschreibungspflichtige Schmerzpflaster können bei einer Überdosierung zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand führen.

Stuttgart. Schmerzpflaster können bei falscher Anwendung lebensbedrohliche Nebenwirkungen auslösen. Die verschreibungspflichtigen Pflaster, die immer häufiger klassische Schmerzmittel wie Morphium ersetzen, lassen sich zwar an jeder Körperstelle aufkleben, um dort gezielt den Schmerz zu lindern. Doch enthalten sie den Wirkstoff Fentanyl. Bei einer Überdosierung können sie zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand führen. Darauf weist nun Thomas Stammschulte von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“ hin.

Extreme Wärme in Verbindung mit Fentanyl-Pflastern verursacht die meisten Fälle einer Überdosierung. Durch Hitze wird der Wirkstoff schneller freigesetzt. Wer einen entsprechenden Schmerzaufkleber auf dem Körper trägt, sollte deshalb auf heißes Duschen, Saunabesuche, Sonnenbäder und die Benutzung von Wärmeflaschen verzichten. Auch die Trockenhaube beim Friseur ist zu meiden, empfindliche Personen klagen schnell über Herzrasen und Atemnot. Gefährlich ist ebenfalls eine erhöhte Körpertemperatur und Fieber.

Neben Hitze ist ansonsten meist Unaufmerksamkeit oder Missbrauch die Ursache für eine Fentanyl-Überdosierung. Ein freizugängliches Pflaster, das irgendwo im Haus liegen gelassen wird, kann für Kleinkinder bereits tödlich sein, wenn sie es in den Mund nehmen. Wie herkömmliche Medikamente sind Schmerzpflaster wegzuschließen, so dass der Nachwuchs sie nicht erreichen kann. Mehrere Pflaster sind nur dann gleichzeitig auf den Körper aufzutragen, wenn der Arzt dies vorschreibt und die maximale Dosierungsgrenze nicht überschritten wird. Auch die gleichzeitige Einnahme mit anderen Medikamenten wie unter anderem Antibiotika, Herz- oder HIV-Medikamenten ist gefährlich, da der Abbau von Fentanyl in der Leber gehemmt wird. Den gleichen Effekt hat Grapefruit-Saft.

Bei einer Behandlung mit Schmerzpflastern ist auf die Anzeichen einer Überdosierung zu achten, um frühzeitig reagieren und die Medikamente absetzen zu können. Eine langsame oder flache Atmung, ein niedriger Puls, starke Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Gehen oder Sprechen beispielsweise sind typische Symptome. Auch ein Kälte-, Schwäche- und Schwindelgefühl sowie Verwirrtheit deuten auf zu viel Fentanyl im Körper hin. Das Entfernen der Pflaster reicht gewöhnlich nicht aus, um die Nebenwirkungen bekämpfen: In den oberen Hautschichten unter dem Aufkleber wird ein Wirkstoffdepot gebildet, aus dem noch mehre Stunden lang Fentanyl freigesetzt werden kann. Der Besuch eines Arztes ist in solchen Fällen dringend anzuraten, der Erkrankte sollte bis zu 24 Stunden unter Beobachtung gestellt werden.

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