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Gastrotipp

Feine Kochkunst am Ufer der Naab

Die Schlosswirtschaft Heitzenhofen im Landkreis Regensburg setzt auf Regionalität und auf „Klasse statt Masse“.
Von Wolfgang Ziegler

Christian Streier, der neue Pächter und Wirt, mit einer Lachsforelle, Kartoffelgratin und Mandel-Brokkoli Foto: Lex
Christian Streier, der neue Pächter und Wirt, mit einer Lachsforelle, Kartoffelgratin und Mandel-Brokkoli Foto: Lex

Heitzenhofen.Die Schlosswirtschaft Heitzenhofen hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Auch deshalb, weil in den letzten Jahren Pächter kamen und gingen. Und sie hat dennoch eine Konstante: die über die Jahre hinweg gleichbleibend feine Landhausküche. Die hat sich auch nicht geändert, als Anfang der Jahres Christian Streier die Regie übernahm – im Gegenteil, wie wir bei einem Besuch erfahren durften.

Ein wunderschöner Einstieg

Das Entrée konnte an diesem Abend perfekter nicht sein: Die Sonne blinzelte über die Hänge des Naabtals, weswegen wir auf der Terrasse direkt am Fluss Platz nahmen, das Besteck wurde uns mit weißen Handschuhen vorgelegt, und zu unserem Prosecco aus dem Veneto berichtete uns die Karte zunächst einmal, woher die Produkte kommen, die wir bestellen sollten und wollten: Fisch und Schwein von Höfen aus Schwandorf, Gemüse aus Winzer, Rind aus Laaber, Strauß aus Münchsried – Regionalität verheißt nicht nur Qualität, Regionalität kann man schmecken, wie wir schon bei unseren Vorspeisen erlebten.

Schlosswirtschaft Heitzenhofen

  • Adresse:

    Schlosswirtschaft Heitzenhofen, Naabstr. 6, 93182 Duggendorf-Heitzenhofen, Tel. (0 94 73) 9 51 80 38, www.schlosswirtschaft.de

  • Öffnungszeiten:

    Di-Do 18-21 Uhr, Fr 18-22 Uhr, Sa 18-22.30 Uhr, So 11.30-14 und 18-20.30 Uhr; Montag ist Ruhetag

  • Besondere Infos:

    Das Lokal ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

  • Preise:

    Brotzeiten ab 6,50 Euro; Vorspeisen ab 4,80 Euro; Hauptgerichte ab 9 Euro; Helles (0,5 l) 3,40 Euro; Wasser (0,5 l) 2,50 Euro

  • Der Gastrotipp:

    „Ein Gasthaus“ – das ist, liebe Leser, eine Momentaufnahme. Die Beschreibung eines Essens, die – meist – genießerische Erinnerung an Geschmack und Atmosphäre. Eine subjektive Sache also, ein Tipp, der Ihnen empfiehlt: Gehen Sie hin, bilden Sie sich Ihr Urteil.

Das lag natürlich auch daran, dass Christian Streier daraus ein kulinarisches Ereignis machte: Die selbst gemachten Bandnudeln vom Straußeneimit Rahmpilzen stellten einen klaren Beleg für seine Kochkunst dar. Und das geräucherte Saiblingsfilet auf Kartoffelrösti ließ erkennen, dass er nicht nur das im Blick hat, was die Hauptrolle auf dem Teller spielt, sondern auch den oder die „Nebendarsteller“. Die Schweizer Kartoffelspezialität hätten auch küchenerfahrene Eidgenossen nicht besser hingekriegt.

Für einen Michelin-Stern sind die Portionen zu groß

Die Fortsetzung war eine nicht weniger angenehme Erfahrung. Aus der übersichtlich gehaltenen Karte, die die Philosophie des Restaurants, „Klasse statt Masse“, verdeutlicht, entschieden wir uns für Filets: ein Lachsforellenfilet mit Kartoffelgratin und Mandel-Brokkoli und ein Straußenfilet mit Erbsen-Kartoffelpüree und Maiscrêpes – beide nicht nur formvollendet angerichtet, beide auch wirkliche Leckerbissen. Wir aßen nicht zu Abend, wir dinierten!

Seine feine Kochkunst wird Christian Streier dennoch nicht zu einem Michelin-Stern verhelfen – weil dazu seine Portionen zu groß sind. Wir empfehlen den Testern aber dennoch, einmal in Heitzenhofen vorbeizuschauen.

Hier liegt die Schlosswirtschaft in Heitzenhofen:

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