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Aufgetischt Gasthäuser
Donnerstag, 24. Mai 2018 23° 8

Gasthaus

Die bayerische Außengrenze

Im Airbräu am Münchner Flughafen gibt’s den letzten Schweinebraten vor Preußen. Danach ist man „Ready for Take-off!“.
Von Wolfgang Ziegler

Der letzte Reiberknödel vor dem Abflug: Der Airbräu am Münchner Flughafen sorgt dafür. Foto: Hoffmann

Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Diese Frage, die einst das berühmte HB-Männchen allabendlich im deutschen Fernsehen stellte, lässt sich im Airbräu am Münchner Flughafen leicht beantworten: Alle! Oder zumindest fast alle. Denn da die Bordverpflegung bei den meisten Airlines zumindest in der Economy Class in der Regel doch sehr zu wünschen übrig lässt, besuchen nicht wenige Passagiere vor ihrem Abflug „das letzte bayerische Wirtshaus vor Preußen“ – oder dem Rest der Welt. Bei unserem Besuch war das Lokal jedenfalls sehr gut besucht. Als wir in der Karte blätterten, war uns schnell klar, warum: Die Preise waren – anders als auf Flughäfen eigentlich üblich – nicht abgehoben.

Zum Trinken bestellten wir zunächst einmal zwei Halbe „Fliegerquell Helles“. Das ist selbst gemacht, der Airbräu heißt nämlich nicht nur so, er braut tatsächlich selbst. Aus dem eigenen Brauhaus kommen daneben das „Jetstream Pils“ und das „Kumulus Weißbier“ – allesamt schmackhaft, süffig und empfehlenswert – die meisten müssen ja nicht mehr ans Steuer.

Infos zum Lokal:

Airbräu München

  • Adresse:

    Airbräu, Munich Airport Center (MAC), Tel. (0 89) 9 75-9 31 11

  • Öffnungszeiten:

    Täglich von 8 bis 1 Uhr

  • Besondere Infos:

    Gäste benutzen die Toiletten des Flughafens, die sind allesamt für Rollstuhlfahrer geeignet und behindertengerecht.

  • Preise:

    Frühstück (8-11 Uhr) 5,60-8,70 Euro; Brotzeiten 4,20-10,60 Euro; Vorspeisen 9,50-12,50 Euro; Salate 1,80-12,60 Euro; Hauptgerichte 9,50-21,80 Euro; Dessert 6,10-6,50 Euro; Helles (0,5 l) und Mineralwasser (0,25 l) 2,75 Euro

Kulinarisch starteten wir mit „Bayerischen Tapas“ – Wurstsalat, Bierfleischpflanzerl auf Tomatensalsa, lauwarmer Leberkäse mit Airbräu-Kartoffelsalat und Breze. Alles tipptopp! Der Service übrigens auch. Bayerisch ging’s weiter, an der Außengrenze des Freistaats mitten im Flughafen. Wir entschieden uns ganz bodenständig für einen Schweinebraten mit Krautsalat und eine viertelte Ente (es gibt auch eine halbe) – mit eben jenen Reiberknödeln. Danach waren wir „Ready for Take-off!“ und so satt, dass wir auf das hausgemachte Vanilleeis mit heißen marinierten Himbeeren verzichteten. Und auch der Hopfenlikör, laut Karte „ein Senkrechtstarter mit weicher Landung“ war nicht mehr drin – weil wir noch fahren mussten.

Gerne probiert hätten wir die „Henkersmahlzeit füa de ganz Obbrenndn: a wengal ebs iss aa“. Dafür bezahlt man 99 Cent und bekommt ein Glas Wasser, eine Scheibe Brot und eine Zigarette zum Rauchen vor der Tür. Wir waren nur leider nicht obbrennd.

Die Lage des Gasthauses in München:

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