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Region Amberg
Freitag, 17. August 2018 30° 2

Wettbewerb

100 bayerische Genussorte wurden gekürt

Der Naturpark Hirschwald und der Markt Königstein gehören zu den Preisträgern. Wildprodukte sind wieder zunehmend gefragt.
Von Paul Böhm

Der Naturpark Hirschwald und der Markt Königstein gehören zu den 100 gekürten Genussorten in Bayern. Von links Hubert Zaremba, Christine Pesold, Heidi Ziegler, Markusine Guthjahr, Bürgermeister Hans Koch, Landrat Richard Reisinger, Isabel Lautenschlager und Bürgermeister Markus Dollacker. Fotos: abp
Der Naturpark Hirschwald und der Markt Königstein gehören zu den 100 gekürten Genussorten in Bayern. Von links Hubert Zaremba, Christine Pesold, Heidi Ziegler, Markusine Guthjahr, Bürgermeister Hans Koch, Landrat Richard Reisinger, Isabel Lautenschlager und Bürgermeister Markus Dollacker. Fotos: abp

Amberg.. 100 Genussorte wurden in Bayern gesucht und gefunden; dazu gehören aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach der Naturpark Hirschwald und der Markt Königstein. Wie Landrat Richard Reisinger bei einer kleinen Feierstunde im Landratsamt anmerkte, rückt diese Premiumstrategie für regionale Lebensmittel gezielt in den Fokus, so wie man dies auch am Sonntag, 3. Juni, beim Naturparktag in Amberg erleben kann.

„Als Imageträger machen diese Schmankerl die Region mit den dahinterstehenden Menschen sowie die Lebensmittelerzeugung im Freistaat noch bekannter“. Ich freue mich, dass der Markt Königstein und der Naturpark Hirschwald als wichtige Botschafter für Genusskultur im Amberg-Sulzbacher Land mit einem gelungenen Zusammenspiel regionaler Spezialitäten und seiner handwerklichen Herstellung das Augenmerk der Verbraucher auf regionale Besonderheiten auf sich ziehen, betonte Landrat Richard Reisinger.

Bei einem Festakt in der Würzburger Residenz hatte Ernährungsministerin Michaela Kaniber in den vergangenen Tagen 54 Städten, Gemeinden und regionalen Zusammenschlüssen in Bayern offiziell den Titel „Genussort“ verliehen. Sie sind die Sieger einer zweiten Auswahlrunde im Wettbewerb „100 Genussorte Bayern“, den das Ernährungsministerium ausgelobt hatte, um der Öffentlichkeit kulinarische Schätze und Traditionen im Freistaat näher zu bringen. Auch der Naturpark Hirschwald war dabei. Er hatte sich passend zum Namen mit dem Thema „Wild“ beworben.

Die Jagd ist im Naturparkgebiet lebendig, ebenso die kulinarische Tradition einer bodenständigen Wildküche. „Mit diesen Aspekten haben wir beim Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für diesen Wettbewerb geworben“, erzählten Naturpark-Geschäftsführerin Isabel Lautenschlager und Naturparkvorsitzender Markus Dollacker aus Ensdorf bei einem Empfang mit Landrat Richard Reisinger.

Aus rund 150 Bewerbern der ersten Bewerbungsrunde im vergangenen Jahr wurden 46 Orte aus ganz Bayern ausgewählt. In der zweiten Bewerbungsrunde konnten weitere 54 Genussorte die Jury aus Vertretern von Kultur, Kirche, Wissenschaft, Tourismus, Landwirtschaft, Gastronomie, Lebensmittelhandwerk, Verbraucherschutz und Medien überzeugen.

Die insgesamt 100 ausgezeichneten Genussorte sind über ganz Bayern verstreut und werden bis Ende dieses Jahres in einem „kulinarischen Reiseführer“ präsentiert, der dazu einlädt, die Genussorte persönlich zu erleben.

Wildgerichte sind heute mehr denn je zu einem kulinarischen Höhepunkt in der Gastronomie wie auch im privaten Bereich geworden. Ein Wildbretgericht schmückt die Festtage im Jahreskreis. Zudem hat sich in der Region die Tradition der „Wildwochen“ seit über 40 Jahren etabliert. Wildbret ist kein industrielles Produkt, darauf legt man bei der Gastronomie im Naturpark Hirschwald größten Wert. Bei den ansässigen Metzgern und Gastronomiebetrieben wird ganz überwiegend noch handwerklich gearbeitet. Dadurch dass der örtliche Jäger in der ländlichen Bevölkerung bekannt ist, entsteht auch eine direkte Beziehung zur Herkunft von gekauftem Wildbret und heimischen Produkten, wie es sie im sonstigen Lebensmitteleinkauf kaum noch gibt. Dazu lieferten die beiden Preisträger um Bürgermeister Hans Koch aus Königstein und Markus Dollacker aus Ensdorf kulinarische Leckerbissen sozusagen als Beweis, was die heimische Gastronomie so alles an außergewöhnlich regionalen Gerichten anzubieten vermag.

Natürlich gab es auch gleich Genüsse aus den Genussorten wie Schinken von Wildschwein und Hirsch aus dem Hirschwald. Foto: abp
Natürlich gab es auch gleich Genüsse aus den Genussorten wie Schinken von Wildschwein und Hirsch aus dem Hirschwald. Foto: abp

Landrat Richard Reisinger verriet, dass er kein Marmeladenfreund sei. „Da greife ich lieber zu deftigeren Dingen, wie zum zartem Hirschschinken und der Wildschweinsalami aus der Waldschänke am Hirschpark und knackigen Radieschen aus dem Bauerngarten. Dazu servierten die Königsteiner Damen in den Räumen über der Stadtbrille des Landratsamtes Kräuterschmankerl aus ihrer Heimatgemeinde angemachten Käse mit siebenerlei Kräutern aus dem Garten von Landfrauenberaterin Markusine Guthjahr aus Königstein. Schmecken lassen konnte man sich auch frisches Koriander-Fladenbrot, Rosmarin-Kipferl und Thymian-Eis als Nachspeise.

Blick zurück

  • Jagd:

    Schon im Mittelalter war der Hirschwald vor den Toren der Residenzstadt Amberg das Jagdrevier der Kurfürsten aus der Pfalz gewesen. Sogar Kaiser Karl V. war bei seiner Reise zum „immerwährenden Reichstag“ von Brüssel nach Regensburg Ende Februar 1532 für ein paar Tage bei Pfalzgraf Friedrich II.; von dessen Jagdschloss aus im damaligen Gumpendorf (der jetzigen Ortschaft Hirschwald) waren die Herren zur Jagd unterwegs.

  • Genuss:

    Der in Schwandorf im Jahr 1697 geborene und im Kloster in Ensdorf 1774 verstorbene Benediktinermönch, Prior und Küchenmeister Odilo Schreger hat in seinem Buch „Nützlicher Unterricht von Essen und Trinken“ die Vorzüge des Wildfleisches aus dem Hirschwald gepriesen. Der „Speißmeister“ hat besonders die Zartheit und gute Bekömmlichkeit des Wildfleisches hervorgehoben, wie Isabel Lautenschlager zu erzählen wusste. (abp)

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