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Ausstellung

Abstraktion in die Oberpfalz gebracht

Etwa 150 Keramikentwürfe von drei kreativen Künstlerinnen zeigen ein weiteres Kapitel der Hirschauer Steingutgeschichte.

Dank des Hamburger Kunsthistorikers Volker Zelinsky (Mitte) kann der Festspielverein mit seinem Vorsitzenden Altbürgermeister Hans Drexler (links) mit der Sonderausstellung „VasenKunst“ ein weiteres bedeutendes Kapitel der Geschichte der Hirschauer Steingutfabriken vorstellen. Unterstützung leistete auch Pfarrer Klaus Haußmann (rechts). Foto: asn
Dank des Hamburger Kunsthistorikers Volker Zelinsky (Mitte) kann der Festspielverein mit seinem Vorsitzenden Altbürgermeister Hans Drexler (links) mit der Sonderausstellung „VasenKunst“ ein weiteres bedeutendes Kapitel der Geschichte der Hirschauer Steingutfabriken vorstellen. Unterstützung leistete auch Pfarrer Klaus Haußmann (rechts). Foto: asn

Hirschau.Gut 200 Gäste gehören zum Kreis derer, die am Freitag, 13. Oktober, um 19 Uhr in der Alten Mälzerei bei der Eröffnung einer kunsthistorisch hoch interessanten Ausstellung dabei sein dürfen. Unter dem Titel „VasenKunst“ werden etwa 150 Keramikentwürfe aus der Carstens-Ära (1918 bis 1938) von Helene Fischer, Maria Piffl und Eva Schulz-Endert präsentiert.

2004 weckte Michael Popp, unterstützt vom Hirschauer Festspielverein, mit einer Steingutausstellung das lange Zeit verloren gegangene Bewusstsein für ein bedeutendes Kapitel der Hirschauer Kultur- und Wirtschaftsgeschichte: die von 1826 bis 1956 währende Ära der Steingutfabriken.

Sechs weitere Künstler entdeckt

Nach den Ausstellungen von Entwürfen der zwei bekanntesten in Hirschau tätigen Künstler, Eva Zeisel (2013 in Weiden) und Siegfried Möller (2016 in Hirschau), waren viele der Meinung, damit sei die Geschichte der Steingutfabrik erschöpfend beschrieben.

Doch: Die Begeisterung an Keramik führte den Hamburger Kunsthistoriker Volker Zelinsky nicht nur zu einer eigenen Keramiksammlung von Carstens Hirschau und dem gesamten Carstens-Konzern, sondern zu einer Doktorarbeit am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg mit dem Titel „Die Gebrauchskeramik des Carstens-Konzerns. Beispiele für die Durchsetzung der abstrakten Moderne in der Alltagskultur“.

Durch langjährige Recherchen und den glücklichen Umstand, Nachlässe zu entdecken, stieß er neben Zeisel und Möller auf sechs weitere für Carstens in Hirschau tätige Künstler, darunter Helene „Mau“ Fischer (1930) und Maria Piffl (1930/31). Diesen beiden jungen Österreicherinnen ist die von Volker Zelinski in Zusammenarbeit mit dem Festspielverein mit seinem Vorsitzenden Hans Drexler und Pfarrer Klaus Haußmann (Ammerthal) organisierte Sonderausstellung gewidmet.

Rund um die Ausstellung

  • Dauer

    Die Sonderausstellung „VasenKunst“ mit den Werken von drei jungen Designerinnen ist bis einschließlich 7. Januar 2018 in der Alten Mälzerei beim Hirschauer Pflegschloss zu sehen.

  • Öffnungszeiten

    Für die Allgemeinheit geöffnet ist die Ausstellung am Samstag und Sonntag, 14. und 15. Oktober, und dann jeden Sonntag in der Zeit zwischen 14 und 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Seltene Arbeiten für Carstens

Mit ihren avantgardistischen, streng geometrisch gestalteten Formen (Fischer) und abstrakten, das Auge täuschenden und verwirrenden „Strichel-Dekoren“ (Piffl) im Stil der Minimal Art haben die jungen Künstlerinnen die Abstraktion in die Oberpfalz gebracht. Ihre seltenen Arbeiten für Carstens Hirschau – Leihgaben verschiedener Sammler/innen und Objekte aus dem Nachlass der Künstlerinnen – sowie der Überblick über ihr Lebenswerk werden nun, 90 Jahre nach ihrer Entstehung, erstmals ausgestellt. Zudem werden sie in einem 66 Seiten starken Katalog präsentiert, der für 15 Euro angeboten wird. Außerdem sind Exponate der ausgebildeten Keramikerin Eva Schulz-Endert zu sehen, die in den Jahren 1933/1934 für Carstens in Hirschau arbeitete. (asn)

Die große Vision der Hirschauer ist, ein eigenes Keramikmuseum schaffen zu können.

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