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Zukunft

Aiwanger will frischen Wind

Für den Minister ging es in Gebenbach ganz nach oben: Auf der Spitze eines 140 Meter hohen Windrads diskutierte er über Energie.

Minister Hubert Aiwanger bestieg in Gebenbach gut gesichert ein 140 Meter hohes Windrad. Foto: Seitz
Minister Hubert Aiwanger bestieg in Gebenbach gut gesichert ein 140 Meter hohes Windrad. Foto: Seitz

Gebenbach.Bei der Energiewende und dem Ausbau der Windkraft in Bayern ist die Beteiligung der Bürger entscheidend. Darüber waren sich der stellvertretende Ministerpräsident und bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt und Erich Wust, Gründer der Wust – Wind & Sonne GmbH & Co. KG, bei einem „energiepolitischen Gipfeltreffen“ in Gebenbach einig.

Für Bayerns Energieminister Aiwanger ging es bei dem Termin ganz nach oben: Auf der Spitze eines mehr als 140 Metern hohen Windrades diskutierte er in Gebenbach über Bürgerenergie und die dezentrale Energieerzeugung. Aiwanger betonte hierbei, dass sich die Freien Wähler „schon immer für den Umweltschutz und die Energiewende eingesetzt haben“. Bei der Energiewende sei es besonders wichtig, das Ohr „ganz nah am Bürger zu haben“. Für Bayerns Energieminister Aiwanger ist klar: „Die Energiewende funktioniert nur, wenn die Bürger vor Ort mit anpacken können und davon profitieren. Deshalb setze ich mich für eine dezentrale Energiewende ein, die Wertschöpfung vor Ort ermöglicht“, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Landtag.

Deshalb plane er örtliche Informationsveranstaltungen, kündigte Aiwanger in Gebenbach an. Bürgermeister und die Bevölkerung vor Ort sollen dabei darüber informiert werden, wie sie bevorzugt in die regional entstehende Windkraftanlage investieren können: „Den Bürgern will ich sagen, wie sie vor Ort konkret beteiligt werden können und so die Akzeptanz von Windkraftanlagen steigern.“ Es gehe darum, trotz der 10-H-Abstandsregelung „intelligente Wege zu finden, um die Windenergie wieder ins Spiel zu bringen“. Als Wunsch nannte Aiwanger, dass in den nächsten vier Jahren mehr als 300 Windkraftanlagen in Bayern neu entstehen sollten.

Braucht akzeptierten Ausbau

Diese Zielsetzung unterstützt auch der Regensburger Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt, der das energiepolitische Gipfeltreffen initiiert und Aiwanger nach Gebenbach eingeladen hatte. „Es braucht einen intelligenten und akzeptierten Ausbau der Windenergie, um die echte Energiewende zu schaffen.“ Das sei die zentrale Botschaft, die von dem Besuch des Staatsministers auf dem mehr als 140 Meter hohen Windrad ausgehe. Der Blick von der Windkraftanlage hinab sei „beeindruckend“ gewesen, waren sich Aiwanger und Gotthardt einig. „Wir waren ja gut gesichert“ so Aiwanger auf die Frage, ob man in 140 Meter Höhe nicht in Gefahr sei. Gotthardt sprach von einer „spannenden Erfahrung“, mit dem kleinen Aufzug in die Höhe auf die Spitze der Anlage zu fahren. „Oben angekommen ist es ein wunderbares Gefühl, den Blick über die Oberpfalz schweifen lassen zu können.“

Die Windenergieanlage in Gebenbach entstand durch Bürgerbeteiligung. 80 Personen aus der direkten Umgebung haben sich an dem Windpark beteiligt und das Eigenkapital aufgebracht. Gotthardt bezeichnete die Windenergieanlage als „ein Bürgerenergieprojekt, wie es im Buche steht und das wir uns noch viel öfter in Bayern wünschen würden“.

Das Projekt sei so ein Musterbeispiel, erklärte Gotthardt, der sich gemeinsam mit Aiwanger auf der Spitze des mehr als 140 Meter hohen Windrads über die Bürgerbeteiligung sowie technische Details und Anforderungen informierte.

Langfristige Partnerschaft

Erich Wust, Gründer der Wust – Wind & Sonne GmbH & Co. KG, bestieg gemeinsam mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten das Windrad. Erzählen konnte Wust dabei einiges: In den letzten zehn Jahren realisierte Wust nach eigenen Angaben mehr als 30 Bürgerwindprojekte mit 80 Windenergieanlagen und rund 5000 engagierten Bürgern. Das Ziel sei eine „langfristige Partnerschaft, bei der die Bürger vor Ort Eigentümer der Anlagen sind und die Wertschöpfung vor Ort belassen“, erklärt Wust. Von dem energiepolitischen Gipfeltreffen in Gebenbach erwartet sich Wust „Aufwind für die Windenergie in Bayern“.

Bürgermeister Peter Dotzler betonte bei dem Besuch, dass seine Gemeinde bereits ihren Beitrag zur Energiewende leiste. So erzeuge das Windrad die dreifache Menge an elektrischer Energie, wie sie von der Gemeinde überhaupt benötigt werde.

Von den Bürgern

  • Start:

    Die Inbetriebnahme der Anlage war im April 2014.

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