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Politik

Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit

Die Stadt Amberg setzt gleich mit mehreren Aktionen ein Zeichen gegen die Versammlung der AfD und Alice Weidel im ACC.
Von Gerd Spies

Sie eröffneten die Ausstellung im Obergeschoss des ACC: von links Bürgermeisterin Brigitte Netta, Anne Kuchler (Arbeitskreis Flüchtlingshilfe), OB Michael Cerny, Günter Koller (Caritas Amberg-Sulzbach). Foto: Spies
Sie eröffneten die Ausstellung im Obergeschoss des ACC: von links Bürgermeisterin Brigitte Netta, Anne Kuchler (Arbeitskreis Flüchtlingshilfe), OB Michael Cerny, Günter Koller (Caritas Amberg-Sulzbach). Foto: Spies

Amberg.Ob Alice Weidel und die AfD-Anhänger am Freitagabend im ACC ein Stockwerk höher gehen und die Ausstellung über die Flüchtlingshilfe anschauen? Darauf kommt es den Initiatoren aber gar nicht an: Sie wollen ein Zeichen setzen gegen rechten Populismus in Amberg. Rechtzeitig zum Besuch der AfD-Politikerin in Amberg konnte Günter Koller, Geschäftsführer des Caritas-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach, die Sonderausstellung noch einmal nach Amberg holen. Aus Anlass der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe war sie schon einmal zu sehen, im Musi-komm Ende September.

Neben der Ausstellung von „Missio“ mit vielen Karikaturen zum Thema Flüchtlinge sind auch an zahlreichen Schautafeln die Leistungen des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe in den vergangenen 25 Jahren dokumentiert. Von der Kindergruppe über die Hausaufgabenbetreuung bis hin zur Unterstützung bei Behördengängen reichen die Hilfeleistungen. Zwischen zehn und 30 Helfer umfasst der Arbeitskreis. In den Jahren 1993 und 2015 waren es bis zu 70 Ehrenamtliche.

Dank an Anne Kuchler

Das gemeinsam von allen Stadträten verfasste Statement hängt gut sichtbar für alle Besucher im ACC. Foto: Spies
Das gemeinsam von allen Stadträten verfasste Statement hängt gut sichtbar für alle Besucher im ACC. Foto: Spies

„Das darf ruhig als Provokation empfunden werden“, bekannte sich Oberbürgermeister Michael Cerny zur Intention der Ausstellung mit Blick auf die AfD-Veranstaltung im gleichen Haus. „Unser Stadtbild ist von einem Miteinander geprägt“, machte Cerny deutlich. Dazu passe die Ausstellung, die zeige, wie vielfältig die Hilfen für die Flüchtlinge in der Region sind. Eng verbunden ist die Arbeitsgruppe der Caritas mit dem Namen Anne Kuchler. Deshalb dankten Günter Koller und Michael Cerny besonders der Arbeitskreis-Vorsitzenden. „Wir tun das ja für die Stadt Amberg“, erklärte Kuchler und ergänzte: „Manchmal brauchen nicht nur die Flüchtlinge Hilfe, sondern auch die Demokratie.“

Der Arbeitskreis

  • Gründung:

    1993 wurde der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe durch den Caritasverband Amberg-Sulzbach gegründet. Ziel ist es, die Flüchtlinge in der für sie fremden Lebenswelt zu unterstützen.

  • Mitarbeiter:

    Rund 20 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich derzeit im Arbeitskreis. Sie unterrichten zum Beispiel in Deutschkursen, bei der Betreuung von Familien, bei der Integration.

Die kurzfristig initiierte Ausstellung ist nicht die einzige Gegenaktion zur AfD-Veranstaltung an diesem Freitag. Die Stadtratsmitglieder aller Fraktionen meldeten sich auf Initiative des Oberbürgermeisters zu Wort, verfassten ein Statement, das schon seit Tagen, gut sichtbar für alle, im Foyer platziert ist. Darin heißt es unter anderem, dass die Amberger „für eine weltoffene, soziale, freundliche und solidarische Stadt stehen, in der Ausgrenzung und Hass keinen Platz finden.“ Man begrüße daher „jede Form des friedlichen und kreativen Protests gegen Bestrebungen, unsere Gesellschaft zu spalten und die Menschenwürde in Frage zu stellen.“

Buntes Fest für Toleranz

Schon für Freitagnachmittag ab 14 Uhr hat das Aktionsbündnis „Wir sind Amberg“ zu einem bunten Fest auf dem Marktplatz aufgerufen. Privatleute und die IG Metall haben das farbenfrohe Musik- und Kulturevent organisiert. Den besorgniserregenden Tendenzen in der Gesellschaft gegen Fremde und Andersdenkende wolle man nach den Worten der Veranstalter mit einer Party entgegenwirken, die ein buntes Fest für Toleranz und ein friedliches Miteinander sein soll. Zahlreiche Bands werden auf der Bühne stehen, beispielsweise BBou oder The Funky Blues Rabbits. Nach den Worten von Ambergs Oberbürgermeister wird es ein spannender Tag in Amberg.

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