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Als das Mammut das Schwitzen begann

Im Stadtmuseum läuft eine Sonderausstellung über das Leben in der Steinzeit. Einen Klimawandel gab es schon vor 12000 Jahren.

Lothar Breinl zeigt Kindern Techniken aus der Steinzeit.  Foto: R. Heil
Lothar Breinl zeigt Kindern Techniken aus der Steinzeit. Foto: R. Heil

Sulzbach-Rosenberg.Das Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg zeigt aktuell die Sonderausstellung „Als das Mammut zu schwitzen begann“ für Kinder und Familien. Die Schau über das Leben in der Steinzeit dauert noch bis 6. Januar 2020. Die speziell für Kinder und Familien konzipierte, aber auch für alle anderen interessante, Ausstellung zeigt die Folgen der Klimaerwärmung vor 12 000 Jahren und wie sich diese auf das Leben der steinzeitlichen Menschen auswirkten.

Originalfunde entführen in diese weit zurückliegende Epoche: Aus der Eiszeit stammen Werkzeuge aus Feuerstein, Knochenflöten, Mammutknochen und sogar getrocknetes Mammutfleisch. Ein großes Playmobil-Modell vermittelt ein Bild vom Leben in der Steinzeit. Außerdem sind die Lebendrekonstruktion eines Mammutbabys und der Abguss einer Mammutbaby-Mumie zu sehen

Ausprobieren ist in der Ausstellung erwünscht. Es gibt ein umfangreiches Begleitprogramm. Die Ausstellung wurde ursprünglich vom Archäologischen Museum Freiburg im Breisgau erstellt und ist ergänzt mit Leihgaben vom Naturkundemuseum in Coburg, der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung der Uni Erlangen-Nürnberg und anderen.

Techniken aus der Steinzeit

Im Begleitprogramm der Ausstellung ist am Donnerstag, 22. August, 15 bis 17 Uhr eine Aktion: „Steinzeit live - Archäologie im Experiment" mit der Präsentation steinzeitlicher Handwerkstechniken für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Referent ist Lothar Breinl, Archäologe am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Regensburg. Lothar Breinl zeigt den Kindern die Techniken aus der Steinzeit.

Die Kinder sehen zunächst originale Werkzeuge und Geräte aus der Steinzeit. Anschließend lernen und testen sie unter fachkundiger Anleitung von Lothar Breinl selbst Handwerkstechniken aus der Zeit der Jahre um 5000 bis 2200 vor Christus kennen, etwa wie scharf Feuersteinklingen schneiden, oder wie lange es dauert, mit einem steinzeitlichen Bohrer eine Muschelperle zu durchbohren, um Schmuck herzustellen. Funken werden mit Pyrit und Feuerstein geschlagen und dann mithilfe von Zunder vom Zunderschwamm ein Feuer gemacht. Auch Töpfern und die Körperbemalung mit Farbsteinen können ausprobiert werden. Der kurzweilige und lehrreiche Nachmittag bietet lebendige Erfahrungen aus dem Leben unserer Vorfahren.

Die Kosten

  • Kindergärten:

    Mit Bastelaktion Lederbeutel oder Muschelkette mit Anmeldung mindestens eine Woche vorher drei Euro pro Kind (inklusive Material), Dauer rund eine Stunde,

  • Schulklassen:

    vier Euro pro Kind (inklusive Material), Dauer rund 1,5 Stunden oder nach Absprache.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, daher ist eine Anmeldung erforderlich, Tel. (0 96 61) 51 02 90. Die Teilnahme kostet fünf Euro, bei drei Kindern aus einer Familie jeweils nur vier Euro inklusive Material und Museumseintritt. Am Mittwoch, 30. Oktober, 14 bis 16 Uhr, wird die Aktion „Steinzeit live – Archäologie im Experiment" vom 22. August wiederholt.

Am Donnerstag, 5. September, ist jeweils von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr ein Malwettbewerb des Fördervereins Stadtmuseum zum Thema „Als das Mammut zu schwitzen begann“. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung bei Simone Luber im Architekturbüro Hedrich, Tel. (0 96 61) 87 21 10.

Am Sonntag, 8. September, ist der Tag des offenen Denkmals. Dann ist der Eintritt ins Stadtmuseum frei. Am Freitag, 20. September, veranstaltet prosuro die Kulturnacht in Sulzbach-Rosenberg. Geplant sind eine Abendführung sowie Aktionen für Kinder und Erwachsene.

Wichtiger Motor der Evolution

Am Dienstag, 22. Oktober, 19.30 Uhr, hält Dr. Eckhard Mönnig vom Naturkundemuseum Coburg den Vortrag „Eiszeiten – Klimaextreme in der Erdgeschichte“. Der Eintritt kostet drei Euro inklusive Sonderausstellung. Die Entwicklung des Lebens auf unserer Erde wurde mehrmals von großen Aussterbephasen unterbrochen, darunter etwa fünf „echten" Massenaussterben. So erklärt sich, dass die meisten Tier-und Pflanzenarten ausgestorben sind. Die Ursachen sind nur teilweise geklärt, etwa extreme Klimaschwankungen oder astronomische Ereignisse wie ein großer Meteoriteneinschlag am Ende der Kreidezeit, der einen Großteil der Dinosaurier ausrottete. Die Massenaussterben waren aber auch ein wichtiger Motor der Evolution. Das Verschwinden vieler Lebensformen schuf immer wieder Raum für die Entwicklung neuer Arten.

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