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Amberg: Corona-Testzentrum errichtet

Stadt Amberg und Landkreis Amberg-Sulzbach bündeln ihre Kräfte. Nur nach Überweisung werden Bürger im ACC getestet.
Von Gerd Spies

OB Michael Cerny (Mitte) und Landrat Richard Reisinger (rechts) stellten mit BRK-Chefarzt Dr. Michael Scherer das Testzentrum im ACC vor. Foto: Gerd Spies
OB Michael Cerny (Mitte) und Landrat Richard Reisinger (rechts) stellten mit BRK-Chefarzt Dr. Michael Scherer das Testzentrum im ACC vor. Foto: Gerd Spies

Amberg.Schutzanzug, Atemmasken, Handschuhe und ein Alarm-Buzzer liegen schon bereit: Die Stadt Amberg und der Landkreis Amberg-Sulzbach haben im Amberger Congress Centrum bei der Einrichtung eines gemeinsames Corona-Testzentrums umfangreiche Vorbereitungen getroffen.

Getestet wird aber nur, wer von einem niedergelassenen Arzt überwiesen wurde. „Wer hierher ohne Schein kommt, wird nicht getestet!“ Die Botschaft von Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny ist eindeutig. Das gemeinsam von der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach in Betrieb genommene und von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) organisierte Corona-Testzentrum gilt nur für Personen mit Krankheitssymptomen, die an die Untersuchungsstelle überwiesen wurden.

Umfangreiche Schutzkleidung ist für das Personal im Testzentrum notwendig. Foto: Gerd Spies
Umfangreiche Schutzkleidung ist für das Personal im Testzentrum notwendig. Foto: Gerd Spies

„Wir wollen mit dieser zentralen Anlaufstelle die dezentralen ärztlichen Stellen entlasten“, begründete Cerny die Errichtung dieses Testzentrums. Das ACC wurde als Standort deswegen ausgewählt, weil es hierfür die perfekte Infrastruktur biete: Zentral gelegen mit einer verkehrsgünstigen Anbindung verfüge es über die entsprechenden Einrichtungen wie beispielsweise sanitäre Anlagen.

Erster Schritt: Anruf beim Arzt

„Es ist die richtige Entscheidung in dieser schwierigen Phase, die Kräfte von Stadt und Landkreis zu bündeln“, ergänzte Landrat Richard Reisinger bei der ersten Besichtigung am Dienstag vor der Inbetriebnahme.

Die Vorbereitungsarbeiten wurden nach einer gemeinsamen Besprechung der beiden Krisenstäbe der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach aufgenommen. Im ACC entstehen ein Wartebereich am Eingang sowie eigens abgetrennte Bereiche für die Sichtung, Registrierung und Beprobung. Betrieben wird das Testzentrum von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) und dem Kreisverband des BRK. Dr. Michael Scherer, Chefarzt beim BRK, informierte über den Aufbau des gemeinsamen Testzentrums.

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Nachdrücklich appellieren Oberbürgermeister Michael Cerny und Landrat Richard Reisinger an die Bürgerinnen und Bürger, nicht auf eigene Faust das Testzentrum aufzusuchen. Personen, die befürchten, sich angesteckt zu haben, sollen zunächst ihren Hausarzt oder nach Sprechstundenschluss bei der KVB-Hotline (116 117) anrufen. Von einem Aufsuchen der Arztpraxis wird dringend abgeraten.

Die Mediziner entscheiden dann nach einem Beratungsgespräch, ob die Betroffenen zur Personengruppe gehören, die getestet werden soll. Wenn ein Arzt einen Test beschließt und eine Überweisung ausstellt, wird diese Bescheinigung inklusive der Telefonnummer des Patienten an eine Termin-Koordinierungsstelle übermittelt. Von dort erhält dann der Betroffene einen Anruf, um einen Untersuchungstermin zu vereinbaren.

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Für die Untersuchung muss der Patient seine Krankenkassenkarte mitbringen. Die Abrechnung erfolgt über die jeweilige Krankenkasse. Die Testergebnisse werden nach ein paar Tagen dem Patienten durch den Hausarzt oder die Kassenärztliche Vereinigung mitgeteilt.

Martin Schafbauer vom Organisationsteam der Stadt Amberg erläuterte den konkreten Ablauf der Untersuchung im Testzentrum. Nachdem die betreffende Person per Anruf den minuten-genauen Termin erhalten hat, wartet sie vor dem Eingang des ACC, bis sie von einem Mitarbeiter des BRK oder einem Sanitäter der Bundeswehr in Empfang genommen werden. Die Bundeswehr unterstützt mit sechs Bediensteten die Einrichtung.

Drei Testlabors in Nordbayern

Die Person wird dann zu einem Arzt geführt, der nach einer kurzen Untersuchung entscheidet, ob ein Abstrich entnommen wird. Anschließend erfolgen die Aushändigung des Teströhrchens und der Rachenabstrich. Quasi im Rundlauf, also ohne mit anderen Personen in Kontakt zu kommen, kann dann der Patient das ACC wieder verlassen. Die personelle und materielle Kapazität des Corona-Testzentrums ist so hoch, dass theoretisch im Sechs-Minuten-Takt eine Person getestet werden kann, hieß es.

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Die Proben werden schließlich zum Testlabor nach Nürnberg geschickt. Schafbauer wies darauf hin, dass nur so viele Proben entnommen würden, wie die drei Testlabors in Nordbayern bewältigen können. Neben Nürnberg sind noch Testlabors in Weiden und Regensburg eingerichtet. Mindestens 36 Stunden, höchstens eine Woche dauert es in der Regel, bis das Testergebnis eintrifft, so Schafbauer.

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