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Amberg ist auf einem gesunden Weg

Die „Gesundheitsregion plus“ hat viele Themen auf der Agenda. Im Amberger Forum ging es um die Chancengleichheit in Bayern.
Von Gerd Spies

OB Michael Cerny mit Kathrin Steinbeißer und Christine Hecht bei der Sitzung des Gesundheitsforums Foto: Spies
OB Michael Cerny mit Kathrin Steinbeißer und Christine Hecht bei der Sitzung des Gesundheitsforums Foto: Spies

Amberg.Im Eingangsbereich des Rathauses hängt sie schon, die Förderplakette! Seit gut einem Jahr gehört die Stadt Amberg zu den „Gesundheitsregionen plus“ in Bayern. Ein Jahr zuvor hatte der Stadtrat die Teilnahme an dem Förderprogramm des Gesundheitsministeriums beschlossen. Jetzt trafen sich die Experten aus dem Bereich Gesundheit zu ihrer zweiten Sitzung des Gesundheitsforums. „Wir müssen unsere Netzwerke stärken, dürfen sie aber nicht doppelt auflegen“, gab Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny zu Beginn als Arbeitsauftrag für die Teilnehmer aus. In der Region passiere bereits sehr viel: Wenn sich aber die Chance zur Zusammenarbeit ergebe, sollte man sie nutzen.

Seit fast einem Jahr ist nun die neue Geschäftsstelle für die „Gesundheitsregion plus“ in Amberg eingerichtet – mit einem Büro im Klinikum St. Marien. Deren Leiterin Christine Hecht ist für den Aufbau der Gesundheitsregion verantwortlich. Amberg ist eine von inzwischen 41 „Gesundheitsregionen plus“ in Bayern, die bis 2020 mit bis zu 250 000 Euro vom Gesundheitsministerium gefördert werden. Melanie Huml, die bayerische Gesundheitsministerin, sieht in dem Konzept der Gesundheitsregionen „ein Erfolgsmodell, bei dem Städte und Landkreise für sich passgenaue Lösungen für die örtliche Gesundheitsversorgung und Prävention entwickeln können“. Ziel des Förderprogramms sei, regionale Stärken auszubauen und die örtlichen Akteure stärker zu vernetzen. Die Koordination obliegt der Geschäftsstelle. Ein zweimal im Jahr tagendes Gesundheitsforum als zentrales Steuerungsgremium der „Gesundheitsregion plus“ soll das Konzept planen und steuern.

Zwei Arbeitsgruppen gebildet

Im April 2018 tagte in Amberg erstmals das Gesundheitsforum unter der Leitung von Oberbürgermeister Michael Cerny. Rund 50 Vertreter aus der Kommunalpolitik, den Gesundheitsbehörden und den medizinischen Einrichtungen erarbeiteten damals eine lange Liste von Aufgaben. Diesmal hatten sich rund 35 Vertreter aus dem Gesundheitssektor in Amberg angemeldet. Zwei Arbeitsgruppen haben sich inzwischen konstituiert. In „Gesundheitsförderung und Prävention“ geht es zunächst um das Thema „psychische Gesundheit“. Die Arbeitsgruppe „Gesundheitsversorgung“ setzt sich vor allem mit den Themen Pflege, Ausbildung von Pflegekräften und Imageverbesserung auseinander. „Die Themen haben sich aus der Befragung der Fachexperten für die Stadt Amberg ergeben“, begründet Christine Hecht die Themenwahl.

Die Referentin

  • Ausbildung:

    Kathrin Steinbeißer ist examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Pflegeerfahrung. Nach ihrer Ausbildung absolvierte sie ein Masterstudium in Public Health.

  • Beruf:

    Kathrin Steinbeißer (27) arbeitet in der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e. V. mit Sitz in München. Dort ist sie Referentin an der Koordinierungsstelle „Gesundheitliche Chancengleichheit“.

Kathrin Steinbeißer, Referentin in der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit in München, stellte den Teilnehmern am Gesundheitsforum ihr Konzept vor, wie gesundheitliche Chancengleichheit in der Region gefördert werden könne. Es gebe ja viele Faktoren, so Steinbeißer, die Einfluss auf die Gesundheit ausüben würden, wie soziale Faktoren oder die Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Psychischer Stress, Bewegungsmangel oder unausgeglichene Ernährung würden sich entscheidend auf die Lebenserwartung auswirken – und diese ist ja in Bayern nicht überall gleich. Amberg bewegt sich da lediglich im Mittelfeld mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 81 Jahren bei Frauen und 77,1 Jahren bei den Männern. Spitzenreiter ist München, mit 84,4 Jahren bei Frauen und 80,0 bei Männern.

Gegen Gießkannenprinzip

Dabei sind die gesundheitlichen Chancen je nach gesellschaftlicher Gruppe sehr unterschiedlich. „Es ist zum Wohle der Gesamtgesellschaft, besonders diejenigen zu fördern, die es am nötigsten haben“, betonte Steinbeißer. Maßnahmen dürften daher nicht nach dem Gießkannenprinzip getroffen werden, sondern mit konkretem Zielgruppenbezug. „Geschlechtsspezifisch, altersgerecht, niederschwellig“, fordert die Referentin. Ihre Koordinierungsstelle versuche, die „Gesundheitsregionen plus“ für das Thema Chancengleichheit im Bereich Gesundheit zu sensibilisieren und zu unterstützen.

Die nächsten Treffen der Arbeitsgruppen sind bereits für November 2018 bzw. Februar 2019 terminiert. Die nächste Sitzung des Gesundheitsforums wird voraussichtlich im April 2019 stattfinden. Dem Ziel der Stadt, gemeinsam mit den Institutionen und Einrichtungen in Amberg bestmögliche Voraussetzungen für ein gesundes Leben zu schaffen, könnte man dadurch ein Stück näherkommen.

Hier geht es zu unserer Themenwelt „Gesundheit“.

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