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Amberg: Organspender dringend gesucht

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 1000 Menschen, weil es kein passendes Organ für sie gibt. Das Missverhältnis ist groß.

Ein Organspendeausweis muss zu Lebzeiten ausgefüllt werden.
Ein Organspendeausweis muss zu Lebzeiten ausgefüllt werden. Foto: Daniel Maurer/picture alliance/dpa

Amberg-Sulzbach.Eine Organspende ist eines der größten Geschenke, das ein Mensch einem anderen machen kann, ermöglicht sie doch das Weiterleben oder eine höhere Lebensqualität. Aus diesem Grund haben am 6. Juni, dem diesjährigen bundesweiten Tag der Organspende, zahlreiche Organisationen, wie der Bundesverband der Organtransplantierten, über das Thema Organtransplantation informiert. Das meldet der ärztliche Kreisverband Amberg-Sulzbach in einer Pressemitteilung.

Der erste Vorsitzende des Kreisverbands, Dr. Martin Pöllath, sagt: „Leider ist die Zahl der Deutschen, die sich zur Organspende nach dem Tod bereiterklären, relativ gering.“ Da die Summe der gespendeten Organe den Bedarf bei Weitem nicht decke, müssten Patienten oft lange auf transplantierbare Organe warten. Außerdem seien zahlreiche Menschen von einer Transplantation von vornherein ausgeschlossen. Denn: „Ausschlaggebend für die Aufnahme auf die sogenannten Wartelisten sind der zu erwartende Erfolg einer Transplantation und die Dringlichkeit einer Transplantation für das Überleben und die Lebensqualität eines Patienten“, erklärt Pöllath.

Zum Jahresende 2019 seien in Deutschland nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation rund 9000 Menschen auf Wartelisten für ein Spenderorgan gestanden. Dagegen habe es im selben Jahr bundesweit lediglich 932 postmortale Organspender gegeben. Zwar seien diesen oft mehrere Organe entnommen worden, weshalb in der Summe 1524 Nieren, 726 Lebern, 329 Lungen, 324 Herzen, 87 Pankreas und fünf Därme von Verstorbenen zur Verfügung gestanden hätten. Außerdem hätten einige Menschen ihren Angehörigen eine ihrer Nieren oder Teile ihrer Leber im Rahmen einer Lebendspende überlassen. Dennoch sei das Missverhältnis zwischen Spendern und Wartenden offensichtlich.

„Insgesamt sterben in Deutschland jedes Jahr rund 1000 Menschen, weil es kein passendes Organ für sie gibt“, sagt Pöllath. Nach aktueller Gesetzeslage, der sogenannten „Entscheidungslösung“, sei ohne Zustimmung der betreffenden Person zu Lebzeiten keine Organentnahme nach dem Tod zulässig. Es liege insofern an jedem Einzelnen, durch eine Erklärung der Bereitschaft zur Organspende dazu beizutragen, dass mehr Organe zur Transplantation zur Verfügung stehen. Möglich sei eine solche Erklärung etwa durch das Ausfüllen eines Organspendeausweises. Weitere Informationen rund um das Thema Organspende gibt es bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation unter www.dso.de.

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