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Nachruf

Amberg trauert um Alt-OB Franz Prechtl

Der Amberger Ehrenbürger ist am Sonntag mit 91 Jahren gestorben. Mehr als 20 Jahre hat er die Geschicke der Stadt geleitet.

Alt-OB Franz Prechtl ist am vergangenen Sonntag im Alter von 91 Jahren verstorben. Foto: Stadt Amberg
Alt-OB Franz Prechtl ist am vergangenen Sonntag im Alter von 91 Jahren verstorben. Foto: Stadt Amberg

Amberg.Die Stadt Amberg und ihre Bürger trauern um einen Mann, der die Geschicke der Stadt mehr als 20 Jahre hinweg geleitet und entscheidende Weichen gestellt hat: Alt-Oberbürgermeister Franz Prechtl starb am vergangenen Sonntag im Alter von 91 Jahren.

Zurückgezogen im Wallmenich-Haus lebte seit Jahren der Alt-Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Amberg. Kurz vor seinem 90. Geburtstag im vergangenen Jahr wurde seine Frau zu Grabe getragen. Welche Anerkennung Prechtl weit über die Grenzen der Stadt Amberg hinaus genoss, zeigte auch, dass der damalige bayerische Innenminister Joachim Herrmann Prechtl in einem Glückwunschschreiben für sein langjähriges kommunalpolitisches Engagement dankte. „Drei Jahrzehnte haben Sie sich in den Dienst der kommunalen Selbstverwaltung gestellt und als Mitglied des Stadtrats sowie 20 Jahre lang als Oberbürgermeister der Stadt Amberg engagiert und sachkundig Ihre Heimat vertreten“, hieß es in dem Brief.

Nach dem Krieg Germanistik studiert

Franz Prechtl ist ein Amberger Kind. Am 17. Mai 1927 kam er in Amberg als fünftes Kind des Ehepaars Therese und Georg Prechtl zur Welt. Seine schulische Laufbahn am Humanistischen Gymnasium unterbrach – wie bei so vielen seiner Zeit – der Zweite Weltkrieg. Prechtl wurde 1943 als 16-Jähriger zu den Luftwaffenhelfern, später zur Wehrmacht eingezogen. Aus der englischen Gefangenschaft zurückgekehrt, legte er 1947 das Abitur ab und studierte Germanistik.

Ein Porträt zum 90. Geburtstag lesen Sie hier.

Schon in jungen Jahren hatte Franz Prechtl die Politik gepackt. Seit 1955 war er CSU-Mitglied, 1960 saß er bereits im Amberger Stadtrat. Zehn Jahre später wählten ihn die Amberger Bürger zu ihrem Stadtoberhaupt. Er bekleidete 20 Jahre dieses Amt. Die Sanierung der Altstadt, des Stadtmuseums und des Klinikums St. Marien, der Bau der neuen Kläranlage, um nur einige Beispiele zu nennen – unzählige Projekte in Amberg sind untrennbar mit dem Namen Franz Prechtl verbunden. Sein Nach-Nachfolger, Oberbürgermeister Michael Cerny, würdigte besonders die Leistung Prechtls bei der Sanierung des Amberger Zentrums. „Das Gesicht der Altstadt heute geht auf seine Leistung zurück“, erklärte Cerny.

Eine historische Besichtigung der sanierten Amberger Altstadt mit (v.l.) dem späteren MdL Heinz Donhauser, Oberbürgermeister Franz Prechtl, dem Stadtbau-Geschäftsführer Hans Dobmeier, dem bayerischen Wirtschaftsminister August „Gustl“ Lang und MdL Wolfgang Dandorfer. Foto: Stadtbau
Eine historische Besichtigung der sanierten Amberger Altstadt mit (v.l.) dem späteren MdL Heinz Donhauser, Oberbürgermeister Franz Prechtl, dem Stadtbau-Geschäftsführer Hans Dobmeier, dem bayerischen Wirtschaftsminister August „Gustl“ Lang und MdL Wolfgang Dandorfer. Foto: Stadtbau

Dabei lag Prechtl das kulturelle und schulische Amberg besonders am Herzen. Kein Wunder, war er doch vor seiner politischen Karriere Lehrer am Max-Reger-Gymnasium. Von 1956 bis zu seinem Amtsantritt als Oberbürgermeister im Jahr 1970 unterrichtete er dort in den Fächern Deutsch, Erdkunde und Geschichte. Prechtl erhielt während seiner Amtszeit zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen. Er wurde unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt (1982) und war Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse. Im Mai 1985 wurde er vom Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem zum Ritter ernannt.

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