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Ausschuss

Amberg will Luftpumpen installieren

Damit will Amberg als Luftkunstort präsenter werden und gleichzeitig radfreundlicher werden. 2020 hat die Stadt viel vor.
Von Gerd Spies

Amberg will radfreundlicher werden. Foto: Tobias Hase/dpa
Amberg will radfreundlicher werden. Foto: Tobias Hase/dpa

Amberg.„War es Zufall oder war es Fügung?“ Diese Frage stellte sich Kulturreferent Wolfgang Dersch, als er dem Kulturausschuss die traurige Nachricht übermittelte. Genau an dem Tag, an dem in der Amberger Glaskathedrale die Ausstellung über das Bauwerk von Walter Gropius, dem Bauhaus-Gründer, eröffnet wurde, starb in Boston (USA) der Architekt Alexander Cvijanovic, der gemeinsam mit Walter Gropius dieses Gebäude geplant hatte. Er war der letzte Zeitzeuge der Glaskathedrale, die Philipp Rosenthal von dem Gründer der Kunstschule in Weimar entwerfen ließ.

2016 hatten sich Ambergs Kulturreferent Wolfgang Dersch (links) und Baureferent Markus Kühne (rechts) auf Spurensuche gemacht und Alex Cvijanovic (Mitte) in Boston besucht. Foto: Peter Geiger/Archiv
2016 hatten sich Ambergs Kulturreferent Wolfgang Dersch (links) und Baureferent Markus Kühne (rechts) auf Spurensuche gemacht und Alex Cvijanovic (Mitte) in Boston besucht. Foto: Peter Geiger/Archiv

Vor drei Jahren hatten Ambergs Kulturreferent Wolfgang Dersch und Baureferent Markus Kühne den damals 92-Jährigen in dessen Heimatstadt Boston besucht. Dabei sind sie auf wertvolle Unterlagen zu diesem letzten Bauwerk von Walter Gropius gestoßen, die jetzt Grundlage der Ausstellung sind. Die Ehefrau von Alexander Cvijanovic hatte zwei Tage nach dessen Tod Dersch telefonisch benachrichtigt.

Luftpumpen für Luftkunstort

„Amberger Luftpumpen“ sollen das Alleinstellungsmerkmal der Stadt als Luftkunstort präsenter machen. Das beschloss der Kulturausschuss in seiner Sitzung einstimmig. Die Idee ist im Rahmen des Runden Tisches „Luftkunstort“ entstanden. Damit könnte man sowohl für die Radfahrer als auch für das Image der Stadt einen Beitrag leisten. „Amberg kann sich so als Radlstadt etablieren“, meinte Wilhelm Koch, der Ideengeber dieses Projekts. An mehreren exponierten Stellen entlang des Radwegenetzes soll nun eine öffentliche Pumpe aufgestellt werden, die Pedalrittern wertvolle Hilfe leisten könnte.

Stadtmuseum: Um rund 2500 Besucher ging die Zahl der Museumsbesuche zurück (2018: 12 329). Dabei sank besonders die Zahl der Museumsbesuche durch Kinder bzw. Schulklassen. Sie halbierte sich auf unter 500. Dagegen stieg die Besucherzahl bei der Feuerwache. Foto: Spies
Stadtmuseum: Um rund 2500 Besucher ging die Zahl der Museumsbesuche zurück (2018: 12 329). Dabei sank besonders die Zahl der Museumsbesuche durch Kinder bzw. Schulklassen. Sie halbierte sich auf unter 500. Dagegen stieg die Besucherzahl bei der Feuerwache. Foto: Spies

Zahlreiche europäische Städte wie Wien, Salzburg, Kopenhagen oder Hamburg hätten bereits diese Idee in die Tat umgesetzt und fest installierte Pumpen an markanten Stellen des Radwegenetzes der Stadt angebracht, informierte Koch. Der Leiter des Luftmuseums könne sich in Amberg als potentielle Standorte zum Beispiel am Fünf-Flüsse-Radweg oder an Schulen vorstellen. „Ein pfiffige Idee“, fanden die Ausschussmitglieder, allen voran Bürgermeisterin Brigitte Netta, diesen Vorschlag. Mit 5000 Euro rechnet man je nach Art der Pumpe pro Standort, fünf Standorte plant man zunächst in der Innenstadt.

Zuvor müssten aber noch Detailfragen wie Aussehen und konkrete Standorte geklärt werden, stellte Oberbürgermeister Michael Cerny fest. Wenn der Stadtrat die finanziellen Mittel in Höhe von 25 000 Euro für den Haushalt 2020 genehmigt, kann das Büro Wilhelm mit der Umsetzung beauftragt werden. Dann dürften auf Ambergs Radwegen zumindest den Fahrrädern die Luft nicht mehr ausgehen.

Stadtbibliothek: Die Zahl der Leser ging 2018 zwar leicht zurück, hat sich aber jetzt auf etwas mehr als 5000 eingependelt. Erfreulich ist, dass viele Kinder unter 12 Jahren zu den Lesern gehören (2018: 1362). Bei der Entleihung ist ein allgemeiner Rückgang zu verzeichnen (2018: 253 000). Foto: Spies
Stadtbibliothek: Die Zahl der Leser ging 2018 zwar leicht zurück, hat sich aber jetzt auf etwas mehr als 5000 eingependelt. Erfreulich ist, dass viele Kinder unter 12 Jahren zu den Lesern gehören (2018: 1362). Bei der Entleihung ist ein allgemeiner Rückgang zu verzeichnen (2018: 253 000). Foto: Spies

Im Jahr 2025 wird wieder eine deutsche Stadt den Titel „Kulturhauptstadt“ tragen. Unter den Bewerbern ist auch die Stadt Nürnberg. Diese bezieht bei ihrer Bewerbung die Europäische Modellregion eng mit ein. Damit ist auch Amberg als Teil der Modellregion an diesem Projekt beteiligt. Bis 2020 soll nun die Stadt ihre Absicht erklären, sich mit Kulturprojekten an der Kulturhauptstadt-Bewerbung zu beteiligen. Zur Finanzierung der regionalen Projekte schlägt Nürnberg für alle Gebietskörperschaften (Gemeinden, Kreise, Städte) der Metropolregion einen Beitrag von einem Euro pro Einwohner und Jahr (2021 bis 2025) vor. „Wir gehen den Weg mit. Wenn Nürnberg Kulturhauptstadt wird, profitieren wir in Amberg als Teil der Metropolregion auch“, stellte Cerny im Kulturausschuss fest. Mit dem Thema „Luft“ habe die Stadt ja ein hervorragendes Projekt, das man konkret bei der Kulturhauptstadt-Bewerbung einbringen könne, ergänzte Stadtrat Josef Lorenz (Amberger Bunt).

Erfreuliche Entwicklung

Trotz der von 40 auf 36 reduzierten Anzahl von Vorstellungen in der Saison 2017/18 stieg die Zahl der Besucher im Stadttheater weiter an, sie liegt jetzt bei über 10 500. Auch die Zahl der Dauer-Abonnenten stieg leicht von 300 auf 305, was vor allem an dem Anstieg der Wahlabos liegt. Foto: Spies
Trotz der von 40 auf 36 reduzierten Anzahl von Vorstellungen in der Saison 2017/18 stieg die Zahl der Besucher im Stadttheater weiter an, sie liegt jetzt bei über 10 500. Auch die Zahl der Dauer-Abonnenten stieg leicht von 300 auf 305, was vor allem an dem Anstieg der Wahlabos liegt. Foto: Spies

Kulturreferent Wolfgang Dersch stellte dem Ausschuss überdies die Zahlenstatistik für die kulturellen Einrichtungen in Amberg für das Jahr 2018 vor. Insgesamt sei, so Dersch, die Entwicklung positiv, auch wenn in manchen Bereichen ein Abwärtstrend, wie auch in anderen Kommunen, zu verzeichnen ist.

Ganz erfreuliche Zahlen konnte die Touristen-Information der Stadt vorlegen. So sind zum Beispiel die Übernachtungszahlen im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 11 000 angestiegen und haben jetzt schon fast die Zahl 88 000 erreicht. Auch die Stadtführungen finden immer mehr Interesse, sowohl die gesamte Teilnehmerzahl (13 342) als auch die Zahl der Führungen ist gestiegen. Ebenso sind die von der Tourist-Info angebotenen Plättenfahrten weiter ein Renner. Fast 900 Fahrten organisierte das Amberger Büro 2018 und damit nahezu einhundert mehr als im Jahr zuvor.

Volkshochschule: Konstant bei 530 blieb bei der VHS die Zahl der Veranstaltungen bzw. Kurse. Dagegen stieg die Zahl der Teilnehmer insgesamt um rund 500 auf 7333 gegenüber 2017 an. Rund 40 Prozent der Kurse beschäftigen sich mit dem Thema Gesundheit. Foto: Spies
Volkshochschule: Konstant bei 530 blieb bei der VHS die Zahl der Veranstaltungen bzw. Kurse. Dagegen stieg die Zahl der Teilnehmer insgesamt um rund 500 auf 7333 gegenüber 2017 an. Rund 40 Prozent der Kurse beschäftigen sich mit dem Thema Gesundheit. Foto: Spies

Kulturreferent Wolfgang Dersch stellte dem Ausschuss auch die Highlights für das kommende Jahr vor. Demnach werden wieder zahlreiche Sonderveranstaltungen das Amberger Kulturleben bereichern. Zum Beispiel findet am 30. September 2020 die Nacht der Volkshochschulen statt – die Bildungseinrichtung feiert ihr hundertjähriges Bestehen. Am 18. und 19. Juli 2020 wird Amberg gemeinsam mit der Partnerstadt Bad Bergzabern ein Weinfest organisieren, dieses Mal in der Bierstadt Amberg. In den beiden Monaten Mai und Juni 2020 wird die in Alfeld stationierte Bauhaus-Ausstellung in Amberg gastieren. Am 16. Mai 2020 tagen in Amberg die Jugendkunstschulen. Und schon jetzt bereitet sich das Amberger Gregor-Mendel-Gymnasium auf die Theatertage der bayerischen Gymnasien vor, die dann in den Amberg stattfinden werden.

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