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Zukunft

Amberger Ideen für den Klimaschutz

„Fridays for Future“ sind in Ensdorf angekommen: Viele Gäste kamen zur Diskussionsrunde im Zentrum für erneuerbare Energien.
Von Paul Böhm

Elektroladestationen wie vor dem Hohenburger Rathaus boomen in den Gemeinden im Landkreis Amberg-Sulzbach. Aber man ist damit erst am Anfang. Foto: Paul Böhm
Elektroladestationen wie vor dem Hohenburger Rathaus boomen in den Gemeinden im Landkreis Amberg-Sulzbach. Aber man ist damit erst am Anfang. Foto: Paul Böhm

Ensdorf.Die Diskussion zum Klimaschutz und dringend umzusetzende Maßnahmen ziehen aktuell, ganz besonders durch die „Fridays für Future“, weite Kreise und haben auch Amberg erreicht. Aus diesem Grund hatte das Zentrum für erneuerbare Energien (ZEN) zu einer Diskussionsrunde bei einer öffentlichen Vorstandssitzung in den Pfarrsaal nach Ensdorf eingeladen. Diese Thematik hat auch viele umweltbewusste Bürgern zum Erfahrungsaustausch nach Ensdorf gelockt.

Das Gedankengut der 16-jährigen Umweltaktivistin Greta Thunberg aus Schweden hat man sehr deutlich verspürt. Dafür haben sich die Mitglieder der Amberger Ortsgruppe für mehr Klimaschutz Nicolas Riegger, Benedikt Lueger und Aziza Ernst aktiv mit vielen Themen in die Ensdorfer Diskussionsrunde „Fridays for Future“ eingebracht. Sie stellten die „Amberger Ideen“ und Maßnahmen zum Thema Klimaschutz vor, für die die Gruppe eintritt.

Konsequente Klimapolitik

Für mehr Klimaschutz, Klimagerechtigkeit und eine konsequente Klimapolitik einzutreten, fasste der Vorsitzende und Hohenburger Bürgermeister Florian Junkes die Diskussionsgedanken zusammen, um die es künftig immer wieder gehen wird. „Mit einer konsequenten Politik müssen wir uns intensiver als bisher diesem Thema widmen“, sagte Junkes. Die Energiewende brauche neue Impulse und muss zügiger umgesetzt werden. Besonders besteht eine Lücke zwischen regenerativem Energieerzeugnis und Energieverbrauch, so Junkes. „Da müssen Landkreis und Stadt Amberg noch mehr zu einer Einheit zusammenwachsen“, ist eine der Grundsatzideen.

Ein Praxisbeispiel sei der große Vorteil mit gemeinsamen Buslinien, die mit ihrer derzeitigen Auslastung noch lange nicht ausgereizt sind. „Mit dem Bus Veranstaltungen besuchen und auch zur Arbeit zu fahren ist wesentlich umweltverträglicher und kostengünstiger“. Diese gute Sache unterstrichen auch der ehemalige Bürgermeister Hans Pickl aus Illschwang und andere Teilnehmer aus dem Forum für die Flächengemeinden im Landkreis.

Ein weiterer Diskussionsbeitrag war die Forderung nach einem vehementeren und schnelleren Ausbau der Elektromobilität vor allem im Nahverkehr. Da müsse man auch mit dem Betreiber der öffentlichen Nahverkehrslinie das bestehende Konzept weiter ausbauen und verfeinern.

Die Diskussion um den Klimaschutz ist dringender geworden, und die Bewegung „Fridays for Future" hat auch Ensdorf erreicht. Beim Zentrum für erneuerbare Energien (ZEN) kamen die Versammlungsteilnehmer zu der Überzeugung, dass es ein „weiter so" nicht geben könne. Foto: Paul Böhm
Die Diskussion um den Klimaschutz ist dringender geworden, und die Bewegung „Fridays for Future" hat auch Ensdorf erreicht. Beim Zentrum für erneuerbare Energien (ZEN) kamen die Versammlungsteilnehmer zu der Überzeugung, dass es ein „weiter so" nicht geben könne. Foto: Paul Böhm

Dem pflichtete auch Landrat Richard Reisinger bei, der vorbildmäßig mit einem Elektroauto nach Ensdorf zur Sitzung gekommen war. „Mit dem neuen Leitbild für den Landkreis Amberg-Sulzbach „Deine Zukunft 2030“ habe man vonseiten des Landkreises ein nicht zu übersehendes Zeichen gesetzt. Einen ersten Schritt hatte der Landkreis Amberg-Sulzbach bereits im Jahr 2013 mit der Verabschiedung eines Klimaschutzkonzeptes durch den Kreistag gemacht.

Ganz bewusst griffen die Mitglieder der Amberger Ortsgruppe die Sharing-Modelle auf. „Dies könnte eine weitere Stellschraube für den öffentlichen Nahverkehr sein“. Eines dürfe aber nicht passieren, dass uns in nachgelagerten Jahren und Jahrzehnten die Klimaschäden erdrücken. Auf einem sehr guten Weg ist man im Landkreis auch mit der Nutzung der Windengerie gewesen. Mittlerweile ist aus Anzahl der Windräder auf 26 gewachsen. „Es ist aber festzustellen, dass die Nutzung der Windenergie auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen nicht nur im Landkreis massiv ins Stocken geraten ist“, sagte Landrat Richard Reisinger zu dieser Thematik. Der Protest gegen den Bau von Windrädern habe erheblich zugekommen. „Wir sind aber in der Verpflichtung, erneuerbare Energien weiter auszubauen“.

Sharing-Modelle im ÖPNV

  • Betriebe:

    Die Gesprächsrunde setzte sich für Firmenbusse ein. Schon in früheren Zeiten haben größere Arbeitgeber in der Region eigene Buslinien für ihre Mitarbeiter betrieben. Vor allem im Großraum Amberg gebe es einige Möglichkeiten, viele Arbeitsplätze verkehrsentlastend zu erreichen und die Stauzeiten wesentlich in den An- und Abfahrtszentren zu entzerren, hieß es in Wortbeiträgen.

  • Software-Lösung:

    Ein weiterer Diskussionsgedanke war eine Mitfahr-App, bei der es auch um Sicherheitsaspekte ging, auf der Basis einer gemeinnützigen Gesellschaft zu entwickeln, damit nicht jeder allein mit seinem Auto unterwegs sein braucht. „Da gibt es noch viele Gestaltungsmöglichkeiten, über die man sich noch unterhalten muss“, war der Tenor dazu. (abp)

Solarenergie im Vordergrund

Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Frey will die Nutzung der Solarenergie vermehrt in den Vordergrund stellen. „Da haben wir schon einiges erreichen und vermitteln können, aber am Ende sind wir noch lange nicht da angelangt, um diese vielfältigen Möglichkeiten zu nutzen“. „Stadt und Land, Hand in Hand“ müsse auch in Energiebelangen gelten. Man müsse sich aber auch mit der These befassen, dass der CO2-Ausstoß Geld koste und dass dieses Geld in den Abbau des CO2-Ausstoßes investiert wird.

„Ich gehe sogar so weit, dass in Neubaugebieten eine Photovoltaikanlage bei Bauplangenehmigungen eine Pflichteinrichtung werden muss“. Er sei auch überzeugt, dass mit dem Ausbau neuer Energiequellen nicht nur Arbeitsplätze aus „angestammten“ Bereich verschwinden, sondern auch neue Arbeitsplätze auf der anderen Seite entstehen werden, so Hans Jürgen Frey.

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