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Region Amberg
Donnerstag, 20. September 2018 25° 2

Parteien

Amberger SPD zeigt sich angriffslustig

Beim „Politischen Ascherdonnerstag“ des Stadtverbands sehen sich die Sozialdemokraten insgesamt bestätigt – auch in Berlin.
Von Rolf-Dieter Reichert

  • Zusammenrücken bei der SPD; von links: Armin Nentwig, Birgit Fruth, Uwe Bergmann und Dieter Weiß Foto: arr
  • Voller Saal in der „Alten Kaserne“ Foto: arr
  • Uwe Bergmann Foto: arr
  • Richard Gaßner Foto: arr
  • Die Amberger SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth Foto: arr

Amberg.Der Stadtverbandsvorsitzende der SPD, Martin Seibert, hatte gerufen, der Saal in der „Alten Kaserne“ war voll. „Politik, Fisch und Kabarett“ war das Motto am „Politischen Ascherdonnerstag“. Auch Politprominenz der Region war vor Ort, etwa Landtagskandidat Uwe Bergmann, Bezirksrat Richard Gaßner, Ex-Landrat Armin Nentwig.

Was mehr gelockt hat? Der Fisch? Die Politik? Oder die zwei jungen Frauen von „Nackad sing i niad“? Der Fisch war gut, Politik wurde aus allen Blickwinkeln betrachtet und kommentiert, Kabarett brachte nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken.

CSU „verkauft Blech als Gold“

Kabarett: „Nackad sing i niad“ Foto: arr
Kabarett: „Nackad sing i niad“ Foto: arr

Uwe Bergmann ging auf Berlin ein. Die Verhandlungen für die neue Koalition seien gut gelaufen. Der Abgesang der Union auf die SPD sei Unsinn, habe doch allein die Bayern-SPD mehr als 3350 neue Mitglieder bekommen. Fazit: Die SPD habe Probleme an der Parteispitze, aber durch den Rücktritt von Martin Schulz und die vorläufige Übernahme des Vorsitzes durch Olaf Scholz seien die Wogen geglättet. Er sieht dem Mitgliedervotum zuversichtlich entgegen, er werde dem Vertrag zustimmen. Zur Landtagswahl im Oktober bitte er um Stimmen für die SPD. Es sei wichtig, dass die Präsenz in München nicht nur erhalten, sondern noch weiter gestärkt werde. Sonst könne es passieren, dass die CSU versuche, den Bürgerinnen und Bürgern auch weiterhin „Blech als Gold zu verkaufen“.

Kreis- und Bezirksrat Richard Gaßner befasste sich mit den Kliniken in Amberg/Amberg-Sulzbach. Hier müsse eine Entscheidung her, sei eine Fusion unausweichlich. Nur so könnten Ressourcen gut genutzt und Geld gespart werden. Binnen drei Jahren mussten demnach allein fürs Klinikum von der Stadt 8,4 Millionen Euro Defizit ausgeglichen werden. Dem Klinikum seien 103 000 Bürger „zugeordnet“. Es sei unausweichlich, dass sich die Träger der Krankenhäuser zusammensetzen.

Was ist Ambergs „Stuttgart 21“?

Martin Seibert Foto: arr
Martin Seibert Foto: arr

Ein großes Thema war der ÖPNV, die Feinstaubbelastung. Der Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) erhält demnach 2018 1,65 Millionen Euro, ein Anstieg in einem Jahr von 350 000 Euro. Fahr- und Tourenpläne müssten überdacht werden, damit nicht mehr alle halbe Stunde, etwa in der Nacht, leere Busse durch die Ortschaften fahren. Könne etwa ein anderes Konzept wie das Anruftaxi greifen?

Passend zum Thema dann zwei Damen auf der Bildfläche, die ihre Dienste anbieten – sturmerprobte Krisenmanagerinnen aus Berlin und Stuttgart. Sie sagen, dass in Amberg in nächster Zeit ihre Arbeit nötig sein wird. Bürgerspital zum Beispiel – das wäre so eine Baustelle, die sicherlich mit Stuttgart 21 oder BER gleichzusetzen wäre. Und auch die Obere und Untere Nabburger Straße hätten das Zeug dazu, ein Amberger „Stuttgart 21“ zu werden.

Lage rund um Klinik unerträglich

Ascherdonnerstag der SPD Amberg in der „Alten Kaserne“ Foto: arr
Ascherdonnerstag der SPD Amberg in der „Alten Kaserne“ Foto: arr

Birgit Fruth, die Fraktionschefin im Stadtrat, legte einen langen Aktionskatalog vor. Altstadt: Beschluss wurde gefasst, die nötigen Maßnahmen würden verschleppt – bewusst? Kommunikation beim Kanalbau: Nach Protesten der Anlieger wurde hoch und heilig Besserung gelobt. Jetzt werde gar nicht informiert – sondern gleich abgesperrt. Das neue Parkhaus werde Ambergs BER.

Warum, fragte Fruth, wurde gegen Vorschläge von SPD und anderen das Klinikum nicht ins alte BW-Krankenhaus ausgelagert, ehe Abschnitte geplant und gebaut wurden? Jetzt sei es zu spät, die Lage im Umfeld des Klinikums „unerträglich“. Es gebe aber auch Positives zu berichten: In der Schiffgasse tue sich endlich etwas. Die Schule in Raigering werde endlich saniert. Ein Indoorspielplatz im alten Schlachthof rücke in greifbare Nähe – und auch über die Erweiterung des Amberger Weihnachtsmarktes werde endlich – auf Druck der SPD – nachgedacht.

In Pausen unterhielten die Schwestern „Nackad sing i niad“ mit frechen, nachdenklichen Liedern und Sketchen. Eine gute Wahl, die Zwei, nicht nur für einen „Ascherdonnerstag“.

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