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Amberger Stadtmuseum zeigt die älteste Apotheke Bayerns

In der ältesten, der barocken Apotheke, die seit Sonntag im Amberger Stadtmuseum zu sehen ist

Die wohl älteste Städteapotheke in Bayern wurde im Stadtmuseum Amberg aufgebaut. Die ehemalige Adler-Apotheke ist – liebevoll und aufwändig restauriert – jetzt wieder für die Öffentlichkeit zu sehen.

Als „zweites Leben“ bezeichneten Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer und Museumsleiterin Judith von Rauer die künftige Zeit im Stadtmuseum für die alte Apotheke. Das „erste Leben“ verbrachte die Einrichtung in der Adler-Apotheke. Im Grunde handelt es sich um zwei Apotheken. Die ältere wurde in ihrem „ersten Leben“ in der Apotheke etwa 258 Jahre alt, die jüngere wird auf Ende des 19. Jahrhunderts datiert.

Beide sind durch einen Zufall im Stadtmuseum gelandet. Judith von Rauchbauer erzählte gestern bei der Eröffnung der neuen Abteilungen, sie habe vor gut einem Jahr mit Lisa Biehler, der pharmazeutisch-kaufmännischen Assistentin der einstigen Adler- Apotheke, eine Tasse Kaffee getrunken und dabei erfahren, dass die Apotheke in Kürze schließen werde. Damals sei der Gedanke geboren, das alte Stück fürs Museum zu gewinnen.

Ein steiniger und auch kostenaufwändiger Weg war eingeschlagen. Die alte Apothekeneinrichtung wurde direkt ins Stadtmuseum gebracht, die neue dagegen erste einmal in den städtischen Bauhof.

Im März begann die Restauratorin, an den historischen Schüben und Fächern zu arbeiten. Um die 30 000 Mal muss nach laut Rauchbauer jede Schublade im Lauf ihrer Geschichte aufgezogen worden sein. Dementsprechend abgenutzt waren die Teile. Außerdem mussten Farbschichten entfernt werden, bis die grüne Ursprungsfarbe zum Vorschein kam.

Im Museum ist der alte Einrichtungsteil nicht so aufgebaut, wie er einst in der Adler-Apotheke genutzt worden ist, sondern „museal“. Das Innenleben ist aus dem „ersten Leben“ geblieben. Pillen und Tees, auch Arsen sollen sich hinter den historischen barocken Türen verbergen. Im Museum ist das Gift jetzt doppelt gesichert. Einmal durch die verschlossenen Fächer der Einrichtung, zudem durch die Alarmanlage des Museums.

Die alte Apothekeneinrichtung ist im Foyer des Museums aufgebaut, die neuere im Kolonnenhaus. Weil sie so stattlich ist und recht viel Raum brauchte, musste die Bierstube einen Stock tiefer ziehen. Der Aufwand hat sich gelohnt, das zeigt ein Blick auf Verkaufstisch und die Regale mit den vielen Flaschen.

„Für uns ist es besonders schön, weil wir den Besuchern das Apothekenleben vom 16. bis 20. Jahrhundert vorführen können“, sagte Judith von Rauchbauer. Die Erwachsenen mögen sich an den beiden alten Apothekeneinrichtungen ergötzen, die Kinder dagegen wollen lieber selbst etwas gestalten. Was liegt näher als Pillendrehen. Zwei Museumspädagoginnen sind eigens dafür gefunden, bei Aktionen mit den Kleinen „Apotheker“ zu spielen.

Für das Museum sind die neuen Stücke von besonderem Wert. Dr. Alexander Wießmann, Leiter der Landesstelle und Restaurator, sagte, die bedeutendste und früheste Einrichtung, die in Bayern noch erhalten sei, habe ihren Ursprung in Amberg und werde nun auch hier bewahrt.

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