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Ameisen-Beobachter gesucht

Viele Ameisenarten in Bayern sind gefährdet. Ein Projekt des Naturparks Hirschwald soll jetzt neue Erkenntnisse bringen.

Ameisen leben in großen Staaten, in denen eine strenge Arbeitsteilung herrscht. Foto: Markus Raum
Ameisen leben in großen Staaten, in denen eine strenge Arbeitsteilung herrscht. Foto: Markus Raum

Ensdorf.Der Naturpark Hirschwald sucht Ameisen-Beobachter für den Aufbau einer wissenschaftlichen Datenbank rund um die fleißigen Insekten. Wer beim Wandern im Naturpark Hirschwald – selbstverständlich unter Beachtung der derzeit geltenden Vorschriften im Rahmen der Corona-Pandemie – am Wegrand ein Ameisennest sieht, kann deshalb den Standort unter www.naturparkhirschwald.de melden. Der zertifizierte Ameisenheger Markus Raum wird dann die Meldung vor Ort überprüfen und die Ameisenart bestimmen. So möchte sich der Naturpark nach und nach ein Bild der Ameisenarten und deren Vorkommen in seinem Gebiet machen. Die Meldungen der Bürger und Bürgerinnen sollen dem Naturpark konkret dabei helfen, eine Datenbank über die Insekten aufzubauen. Der Grund: Über die Hälfte aller in Bayern vorkommenden Ameisenarten ist gefährdet.

Im Zweifel hilft ein Blick auf die Karte des Naturparks unter www.naturparkhirschwald.de/lage festzustellen, ob sich das beobachtete Ameisennest innerhalb der Naturparkgrenzen befindet. Bei dem Projekt des Naturparks handelt es sich um ein sogenanntes Citizen-Science-Projekt. So nennt man den Ansatz, Personen, die keine hauptberuflichen Wissenschaftler sind, an der Gewinnung von wissenschaftlichen Erkenntnissen zu beteiligen. Citizen-Science-Projekte gibt es bereits sehr viele. Einen Überblick dazu kann man sich hier verschaffen: www.buergerschaffenwissen.de.

Der Naturpark

  • Lage:

    Der Hirschwald erstreckt sich rund 280 Quadratkilometer zwischen der Stadt Amberg und der südlichen Landkreisgrenze. Anteil an der Fläche haben die Stadt Amberg, Kümmersbruck, Ensdorf, Rieden, Schmidmühlen, Hohenburg, Kastl und Ursensollen.

  • Kontakt:

    Die Geschäftsstelle des Naturparks ist erreichbar unter (09624) 9021191 oder per E-Mail an info@naturparkhirschwald.de.

Ameisen sind Insekten und leben in großen Staaten, in denen eine strenge Arbeitsteilung herrscht. Die Königinnen sind nur für die Produktion von Nachkommen zuständig. Die Arbeiterinnen bauen das Nest, versorgen die Brut und die Königin, suchen Nahrung und verteidigen die Kolonie. Männchen werden in den Sommermonaten nur zu einem Zweck hervorgebracht: Sie sollen potenzielle Königinnen begatten. Nach dem Hochzeitsflug sterben die Männchen.

Die meisten Ameisen bauen ihre Nester im Boden oder an der Bodenoberfläche. Alle Veränderungen in der Natur, die auch die klimatischen Bedingungen in Bodennähe beeinflussen, tragen zur Gefährdung unserer heimischen Ameisen bei. Dazu gehören zum Beispiel Aufforstung, die Aufgabe der Beweidung und eine Intensivierung der Nutzung.

Ameisen übernehmen wichtige Funktionen im Naturhaushalt. Sie sind eine natürliche „Putzkolonne“ und entfernen schnell Aas und tote Insekten. Beim Bau ihres Nestes bringen sie große Mengen Biomasse in den Boden ein. In ihrer Gesamtheit setzen sie mehr Bodenmaterial um als Regenwürmer. Als Räuber halten sie die Populationen zahlreicher Spinnen- und Insektenarten klein, die uns Menschen mitunter lästig sind.

Als Hirten hegen und beschützen sie Blatt- und Rindenläuse. Deren süße Ausscheidung – der Honigtau – ist bei Ameisen sehr beliebt und dient Bienen zur Produktion von Waldhonig. Und schließlich sorgen sie als Sammler für die Verbreitung vieler Wildpflanzen, wie der bei uns häufigen Leberblümchen. All das und viele weitere Informationen rund um Ameisen finden sich in der Sektion „Ameisen“ des Bayerischen Landesamts für Umwelt.

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