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Theater

Auf den Spuren von Jules Verne

Der Festspielverein Hirschau unterhält sein Publikum 2020 mit der legendären Abenteuerkomödie „In 80 Tagen um die Welt“.
Von Werner Schulz

Sie nennen es eine „verrückte Idee“ – die Bühnenaufführung des Erfolgsromans von Jules Verne „In 80 Tagen um die Welt“ im Hirschauer Mälzerei-Theater. Von vorne nach hinten: Stellv. Vorsitzender Alfred Härtl, Regisseur Dieter Held, Ideengeber Roland Fritsch, Ideengeber Ludwig Koller und Festspielvereinsvorsitzender Hans Drexler. Foto: Werner Schulz
Sie nennen es eine „verrückte Idee“ – die Bühnenaufführung des Erfolgsromans von Jules Verne „In 80 Tagen um die Welt“ im Hirschauer Mälzerei-Theater. Von vorne nach hinten: Stellv. Vorsitzender Alfred Härtl, Regisseur Dieter Held, Ideengeber Roland Fritsch, Ideengeber Ludwig Koller und Festspielvereinsvorsitzender Hans Drexler. Foto: Werner Schulz

Hirschau.Seit 2005 bereichert der Festspielverein Hirschaus Kulturszene alle zwei Jahre mit den Stückl-Festspielen, heuer vom 19. Juli bis 3. August mit dem Volksstück „Die Erbschaft“. 2020 wollen die Bühnenakteure nun „In 80 Tagen um die Welt“.

Das Schauspielerensemble unterbricht damit nicht nur den bisherigen Zwei-Jahres-Turnus der Aufführungen. Erstmals steht kein bayerisches Volksstück mit eingearbeiteten Hirschauer Stückln auf dem Spielplan, sondern eine Abenteuer-Komödie mit vielen skurrilen Figuren, deren Grundlage mit Jules Vernes gleichnamigem Roman ein spannendes Stück Weltliteratur ist. Daher werden die Vorstellungen nicht unter dem Begriff „Hirschauer Stückl-Festspiele“ firmieren.

In der Ankündigung wird es heißen: „Der Festspielverein präsentiert im Hirschauer Mälzerei-Theater das Freilichtspiel „In 80 Tagen um die Welt“. Stückl-Festspiele gibt es turnusgemäß wieder vom 16. bis 31. Juli 2021. Gespielt wird dann das Volksstück „Die Pfingstorgel“ aus der Feder von Johannes Lippl.

Nicht nur der Festspielvereins-Vorsitzende, Altbürgermeister Hans Drexler erachtete es als „verrückte Idee“, 2020 auf der Freilichtbühne im Schlosshof eine Bühnenfassung des erfolgreichsten Werkes von Jules Verne aufzuführen. Genauso sahen es die Ideengeber. Und die heißen Roland Fritsch, Ludwig Koller und Evi Fritsch. Die zwei Herren standen bei der „Erbschaft“ als Geschäftsmann Buche bzw. Liebhaber Sebastian auf der Bühne. Im Vorfeld hatten sie überaus engagiert am Kulissenbau mitgearbeitet. Roland Fritsch: „Genau dabei sind Ludwig und ich auf die verrückte Idee gekommen.“

Die „verrückte Idee“ wird real

Zunächst hatten sie an ein paar Einakter wie z. B. das „Königlich Bayerische Amtsgericht“ gedacht. Auch ein ganzes Stück, z. B. ein Krimi, war im Gespräch. Aber nichts passte recht mit der Requisite, den Klamotten und schon gar nicht mit den Kulissen zusammen. Also musste etwas ganz anderes sein – aber was? Die zündende Idee, so Roland Fritsch, ist dann von seiner Frau Evi gekommen. „In 80 Tagen um die Welt“ – es muss ja eh alles neu gemacht werden, also warum nicht gleich richtig?“, meinte sie.

In der Zwischenzeit haben die Vorbereitungen für die „verrückte Idee“ konkrete Formen angenommen. Das Orga-Team steht zum größten Teil. Regie führt Dieter Held, unterstützt von Co-Regisseurin Saskia Krügelstein. Sie ist für die musikalische Gestaltung zuständig, Roland Fritsch für die Inszenierung. Den Bühnenbau übernehmen Erhard Ackermann, Ludwig Koller und Roland Fritsch, die Bühnentechnik Alfred Härtl, Holger Schwandner und Stefan Lindner, die Pyrotechnik Roland Fritsch und Ludwig Koller. Um die Kleidung und Ausstattung kümmern sich Evi Fritsch und Sepp Strobl, um die Requisite Sabine Wopperer, um das Catering Erwin Zach und um die Werbung Alfred Härtl, Ludwig Koller, Markus Dietrich und Melissa Bosser. Einige wenige Positionen sind noch zu besetzen.

Offen ist noch, nach welchem Textbuch das Stück aufgeführt wird. Zur Auswahl stehen die Texte von Claus Martin (Cantus-Verlag), Christina Stauber und Evelyne Brader (Paulus-Verlag) und von Susanne Heydenreich und Katharina Scholl (Henschel-Verlag). Stattfinden werden die sieben Vorstellungen (davon zwei an Sonntagnachmittagen) in der Zeit vom 12. bis 21. Juni 2020.

Gentleman auf Abenteuerreise

Der am 30. Januar 1873 erschienene Roman von Jule Vernes basiert auf einer wahren Begebenheit. Vorbild war die Weltreise des Amerikaners George Francis Train im Jahr 1870. Im London um 1880 wird die Bank of England um 55 000 Pfund bestohlen. Im exklusiven Reformclub diskutieren die edlen Herren beim Kartenspiel, ob der Bankräuber wohl schnell gefasst werde. Die Chance sei gering, meinen die einen, da die Erde groß sei. Ganz anderer Meinung ist da der exzentrische Gentleman Phileas Fogg. Um zu beweisen, dass die Erde klein ist, wettet er um 20 000 Pfund, dass es ihm mit Hilfe der modernen Verkehrsmittel gelingen wird, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. 20 000 Pfund sind die Hälfte seines Vermögens. Die andere Hälfte benötigt Fogg für die Durchführung der Weltreise. Falls er die Wette verliert, wird er finanziell ruiniert sein.

In Begleitung seines französischen Dieners Passepartout bricht Fogg sofort auf. Wegen der überstürzten Abreise gerät er in den Verdacht, der gesuchte Bankräuber zu sein, und Fix, ein eifriger Detektiv von Scotland Yard, heftet sich an seine Fersen. Die Wette hält Fix für ein Täuschungsmanöver. Das Londoner Volk wird vom Wettfieber gepackt und hofft, dass Mr. Foggs Reise gelingt. Gespannt verfolgen sie alle Reiseberichte, die bis nach London dringen. Unterwegs erleben Fogg und Passepartout eine Vielzahl von Abenteuern, ob in Suez, Kalkutta, Bombay, Yokohama, San Francisco oder New York.

Zur Einstimmung

  • Film:

    Am Donnerstag, 3. Oktober, lädt der Festspielverein um 19 Uhr in die Alte Mälzerei zur Einstimmung auf das Stück zu einem Filmabend „In 80 Tagen um die Welt“ ein.

  • Seminar:

    Außerdem findet am Wochenende vom 22. bis 24. November für alle, die Interesse an dem Stück haben, im Herbert-Kießling-Wanderheim in Ödpielmannsberg bei Moosbach ein Workshop statt.

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