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Literatur

Auf der Suche nach einem Stück Heimat

Wieder lässt Autorin Gerda Stauner ihre Geschichte in der Oberpfalz spielen. Sie erinnert damit an die Wirrungen von 1951.
Von Paul Böhm

Es war ein außergewöhnlicher Platz: Die Dorfhüll im Rücken, mit Blick auf das Bartholomäuskirchlein und die ehemalige Brauerei Rödll – Mitten auf der ehemaligen Dorfstraße des ehemaligen Dorfes Schmidheim stellte Gerda Stauer ihr neues Buch „Wolfsgrund“ der Öffentlichkeit vor. Foto: Paul Böhm
Es war ein außergewöhnlicher Platz: Die Dorfhüll im Rücken, mit Blick auf das Bartholomäuskirchlein und die ehemalige Brauerei Rödll – Mitten auf der ehemaligen Dorfstraße des ehemaligen Dorfes Schmidheim stellte Gerda Stauer ihr neues Buch „Wolfsgrund“ der Öffentlichkeit vor. Foto: Paul Böhm

Hohenfels.„Grasmond“, dann „Sauforst“ und jetzt „Wolfsgrund“ Eine außergewöhnliche Geschichte an einem außergewöhnlichen Platz vorgetragen. Die Autorin Gerda Stauner stellte in den Ruinen von Schmidheim, einem 1951 abgelösten Dörfchen im Truppenübungsplatz Hohenfels ihren neuen Roman „Wolfsgrund“ vor. Die Dorfhüll im Rücken, den Blick auf das gegenüberliegende Batholomäus-Kirchlein gerichtet und der ehemaligen Brauerei Rödl erzählt sie mitten auf der ehemaligen Dorfstraße den Menschen aus ihrem neuen Buch.

Es ist übrigens schon der dritte Teil der zeitgeschichtlichen Familien-Saga nach „Grasmond“ und „Sauforst“ den Gerda Stauner auf den Markt gebracht hat. Ein einsamer Wolf, ein längst verlassenes Dorf und zwei Menschen am Scheideweg. Eine Spurensuche mit der Melchior Beerbaum die Lebensgeschichte seiner Urgroßmutter Agathe recherchiert und niederschreiben lässt, die eng verbunden mit der Aussiedlung der Menschen aus ihrer Heimat ist.

Lebendige Hauptcharaktäre

Mit ihrer Trilogie lässt sie acht Hauptcharaktere lebendig werden, die die Geschichte ihrer Oberpfälzer Familie über einen Zeitraum von mehr als 150 Jahren aus verschiedenen Blickwinkeln erzählen.

Die Stauner Trilogie

  • „Grasmond“:

    Ein stilles Dorf, eine dunkles Geheimnis und eine Familie, die schweigt.

  • „Sauforst“:

    Ein vaterloser Junge. Ein rätselhafter Stammbaum und eine Frau, die das Geheimnis lösen will.

  • „Wolfsgrund“:

    Ein einsamer Wolf auf Spurensuche, ein verlassenes Dorf. Zwei Menschen am Scheideweg. (abp)

Der Journalist Melchior Beerbauer steht vor einem Scherbenhaufen. Er ringt um die Frage, ob er das Geheimnis um seinen unehelichen Sohn lüften soll, denn damit würde er seinen besten Freund verlieren. Zeitgleich beginnt er mit der Recherche über die ungeheuerliche Enteignung von dreitausend Menschen zugunsten des Truppenübungsplatzes.

Eine Erinnerung an die Ansiedlung 1951

Ein einsamer Wolf, der immer wieder in dem naturgeschützten Gelände gesichtet wird, weckt sein Interesse. Das wilde Tier, mit dessen Schicksal sich der heimatlose Melchior seltsam verbunden fühlt, deckt verschüttete Sehnsüchte in ihm auf. Es ist immer wieder das Eintauchen in die Geschichte des Truppenübungsplatzes und seiner Menschen, die damals dort gewohnt haben. Es zeichnet Gerda Stauner aus, dass sie diese frühen Erfahrungen sowie ihre eigenen Recherchen, die sie zwei Jahre am Truppenübungsplatz betrieben hat, in diesen Roman einbaut.

Begonnen hat Gerda Stauner ihre Trilogie mit dem Roman „Grasmond“ – ein dunkles Geheimnis und die Familie in Fichtenried (Schmidheim) schweigt dazu. Eine spannende Geschichte, die auch im dritten Teil mitten in der Oberpfalz spielt und an die Absiedlung der Menschen im Herbst 1951 erinnert.

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