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Auf die Regionalität setzen

Der Tag der Regionen in Ensdorf zeigte, wie man regional und nachhaltig leben kann. Dem Ehrenamt galt besonderes Augenmerk.
Von Hubert Söllner

„Derf’s no a Probiererl sei?“ hieß es am Stand des Hutzelhofs. Foto: Söllner
„Derf’s no a Probiererl sei?“ hieß es am Stand des Hutzelhofs. Foto: Söllner

ENSDORF.Mit den Worten der britischen Ökonomin Kate Raworth „Die Wirtschaft muss mit dem Wachstumsdogma brechen“ brachte es der Schirmherr, VHS-Leiter Manfred Lehner, bei der Eröffnung des Tags der Regionen in Ensdorf auf den Punkt. Denn, so folgerte er, es werde ein Wirtschaftsmodell gebraucht, das den Planeten Erde nicht zerstöre. Dies sei ein Ansatz, der ganz und gar auf der Linie des neuen Landkreis-Leitbilds liege, das der Kreistag im Juli verabschiedet habe. Am 5. November werde es – „natürlich hier im Kloster Ensdorf“ – im Rahmen einer Bürger-Nachhaltigkeitskonferenz vorgestellt.

Weiter befasste sich Lehner mit dem Begriff Heimat, „der das Bedürfnis nach Sicherheit, Identität und Verlässlichkeit befriedigt, aber auch vor allem ein Ort aktiver Lebensgestaltung in einer vertrauten Lebenswelt ist“. Deshalb finde er den Ansatz, das ehrenamtliche Engagement in den Mittelpunkt des Tags der Regionen zu stellen, „einfach großartig“.

Aufruf zum regionalen Einkauf

Der „Tag der Regionen“ wurde zum 20. Mal gefeiert und mit ihm alles, was zu einem ökologischen, sozialen und nachhaltigen Lebensstil gehört. Dafür stehen auch alle Anbieter – wie die Webstube, die viele Bewunderer fand. Foto: Söllner
Der „Tag der Regionen“ wurde zum 20. Mal gefeiert und mit ihm alles, was zu einem ökologischen, sozialen und nachhaltigen Lebensstil gehört. Dafür stehen auch alle Anbieter – wie die Webstube, die viele Bewunderer fand. Foto: Söllner

Beim vorangegangenen Erntedankgottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus hatte Pfarrer Pater Hermann Sturm in seinen Predigtworten betont: „Vielfach ist uns das Danken abhandengekommen, so vieles nehmen wir als selbstverständlich hin.“ Jedoch falle weder die Ente vom Himmel noch die Produktion des Handwerks und der Industrie. Alles sei das Ergebnis menschlicher Arbeit und Frucht Gottes Segens, „den wir nicht verfügbar in unserer Hand haben“. Wer jedoch nachdenke, bevor er durch Krisen dazu gezwungen werde, „wird auch bewusster leben und Dank sagen für das täglich erfahrene Gute im Leben“.

Musik darf bei einem Tag der Regionen nicht fehlen – nach dem Motto „Weil Heimat lebendig ist“ sorgte dafür natürlich die Ensdorfer Blasmusik, die Ensdorfer Volksmusik spielte zur Eröffnung. Foto: Söllner
Musik darf bei einem Tag der Regionen nicht fehlen – nach dem Motto „Weil Heimat lebendig ist“ sorgte dafür natürlich die Ensdorfer Blasmusik, die Ensdorfer Volksmusik spielte zur Eröffnung. Foto: Söllner

Die Sonne schien an diesem Oktobertag, die Ensdorfer Volksmusik spielte zur Eröffnung und auch danach zünftig auf, am Nachmittag übernahm die Ensdorfer Blasmusik das musikalische Kommando. Melanie Hahn, Leiterin der Umweltstation des Klosters, das seit 20 Jahren für die Organisation des Tags der Regionen und Erntedankmarkts verantwortlich zeichnet, brach eine Lanze für den Einkauf von Waren der Region. Sie betonte: „Regional einkaufen bedeutet auch weniger Transportwege, Lagerungen und weniger Verpackungen, wenn nicht sogar ganz verpackungsfrei auf Märkten, was der erste Schritt zu einem Leben ohne Plastik sein kann.“ „Bummeln, schauen und kaufen“ riet Bürgermeister Markus Dollacker, der gemeinsam mit Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein den Aktionstag eröffnete.

Mehr Bilder vom Tag der Regionen haben wir in dieser Galerie gesammelt:

Das war der Tag der Regionen in Ensdorf

Die Aussteller aber gaben im Klosterhof und im Kreuzgang ihre ganz persönlichen Visitenkarten ab, wobei in diesem Jahr das Thema Ehrenamt einen besonderen Schwerpunkt setzte. Viele Vereine und Organisationen stellten dazu ihr Engagement im Wittelsbachersaal vor. Aber auch auf dem Freigelände waren sie, wie etwa die Feuerwehr Wolfsbach, der Kreisjugendring mit einer Saftbar oder das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN), vertreten. Mit Vorträgen im Fürstensaal wurde über die vielfältigen Möglichkeiten informiert, sich für ein Ehrenamt zu engagieren.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg, aber auch der Naturpark Hirschwald und der Bund Naturschutz informierten über ihre Arbeit. Der Freundeskreis des Klosters hatte einen Flohmarkt aufgebaut, die Umweltstation des Klosters informierte über ihre Arbeit und lud Kinder zum Quiz ein.

Angebot war sehr vielfältig

Etwa 40 Akteure und Stände beteiligten sich in diesem Jahr am Tag der Regionen in Ensdorf. Vielfältig war das Angebot – von Schmuck über Spielsachen und Wollartikel bis zu Seifen oder Krippenkunst. Auch Klosterdirektor Pater Liebenstein fand Gefallen an Holzobjekten. Foto: Söllner
Etwa 40 Akteure und Stände beteiligten sich in diesem Jahr am Tag der Regionen in Ensdorf. Vielfältig war das Angebot – von Schmuck über Spielsachen und Wollartikel bis zu Seifen oder Krippenkunst. Auch Klosterdirektor Pater Liebenstein fand Gefallen an Holzobjekten. Foto: Söllner

Vielfältig war die Palette der angebotenen Produkte. So wurden Blumengestecke, Schmuck aller Art, Spielsachen, Wollartikel, Hand gewebte Teppiche, Gestricktes, Holzdeko-Objekte, Dekorationsartikel, Seifen, Schäfereiprodukte, aber auch Krippenkunst, Vogelhäuser oder Haushaltsgeräte wie der Thermofix angeboten. Auch ein Hobby-Drechsler war vor Ort und zeigte seine Kunst.

Natürlich war auch an Gaumenfreuden gedacht: Da gab es Biogemüse, Bioobst, Weine, Apfelsaft und Federweißen, geräucherte Fische, Bio-Butter, Salami und Obatztn, Wurst, Biokäse, Liköre, Honig und Marmeladen und deftige Brotspezialitäten. Für den schnellen Hunger war vorgesorgt: Die Pfadfinder waren für die Getränke zuständig, die Klosterküche für das kulinarische Angebot, Bratwürstl und Zwiebel- und Flammkuchen gab es auch, der Frauenbund betrieb im Pfarrsaal eine Cafeteria.

Mehr Nachrichten aus Ensdorf lesen Sie hier.

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