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Kommunalpolitik

Auf gutem Weg zur Energiewende

Energie und Klimaschutz waren zentrale Themen bei der Klausurtagung des Kreistags Amberg-Sulzbach, der sich im Rhein-Hunsrück-Kreis informierte.

  • Mehr als 250 Windkraftanlagen stehen bereits im Rhein-Hunsrück-Kreis. Davon konnten sich die Kreisräte vor Ort ein Bild machen. Fotos: Hollederer
  • Landrat Richard Reisinger übergab seinem Amtskollegen Bertram Fleck neben einem Landkreisbuch auch einen Landkreiskrug und selbst gebrannten Schnaps aus dem Landkreis.

Landkreis/Rhein-Hunsrück-Kreis. Der Amberg-Sulzbacher Kreistag hat sich auf seiner Kreisklausurtagung in Bad Kreuznach ganz dem Thema „Energiewende und Klimaschutz“ gewidmet. Dabei wurde den Kreisräten im benachbarten Rhein-Hunsrück-Kreis ein „sehr individueller und ambitionierter Weg der Energiewende“ aufgezeigt, so das Fazit des Amberg-Sulzbacher Landrats Richard Reisinger. „Ein Weg, der so für den Landkreis Amberg-Sulzbach aber sicher nicht in Frage kommt, weil ich so viele Windkraftanlagen wie im Rhein-Hunsrück-Kreis für unseren Landkreis für nicht verträglich und das Potenzial für ausgereizt halte.“

Der Rhein-Hunsrück-Kreis mit 101.000 Einwohnern und einer Fläche von 963 Quadratkilometern strebt den Weg vom Energieimporteur zum -exporteur an.

Bis zum Jahr 2050 will der Landkreis laut Landrat Bertram Fleck jährlich 290 Millionen Euro Energieimportkosten in regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze umwandeln. Vor allem auf Windkraft setzt der Landkreis: Mehr als 330 Windanlagen sollen es laut Landrat Fleck im Rhein-Hunsrück-Kreis einmal werden; bis Ende dieses Jahres sollen bereits 300 Windräder stehen.

Die Amberg-Sulzbacher Kreisräte stellten fest, dass der „Rhein-Hunsrück-Kreis weit voraus ist mit erneuerbaren Energien und der Besuch für den Landkreis Amberg-Sulzbach sehr hilfreich war, um die Agenda 2020 auf die Beine zu stellen“ – so bilanzierte beispielsweise der CSU-Fraktionsvorsitzende Stefan Braun. Für sein Pendant von der SPD, Josef Flierl, steht fest, dass „die Energiewende in Deutschland nur mit Hilfe der Kommunen gelingen kann. Energie und Strom vor Ort zu erzeugen und zu vermarkten muss das Ziel sein. Dazu ist es nötig, möglichst viele Bürger an so genannten Bürgeranlagen zu beteiligen.“

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Peter Dotzler, wünscht sich für die Kommunen einen größeren Einfluss, um die „Windkraftplanung auch im Sinne unserer Bürger zu steuern“. So fordert er die Abschaffung der Privilegierung im Bereich der Windräder, damit diese der Bauleitplanung unterworfen werden.

Bei der Klausurtagung stellte Benjamin Standecker vom Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) außerdem das integrierte Klimaschutzkonzept für den Landkreis Amberg-Sulzbach vor. Dieser Sachstandsbericht zeigte laut Hans-Jürgen Reitzenstein, Sprecher der FDP/FWS-Fraktion, „dass der Landkreis gut aufgestellt ist, die Energiewende zu meistern, wobei es gilt, unser Klimaschutzkonzept zusammen mit dem ZEN und dem Energiebeirat weiter zu entwickeln. Wir sind auf einem guten Weg, wobei sowohl auf Energieerzeugung, als auch auf Energieeinsparung gesetzt werden muss.“

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