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Badura setzte sich durch

ÖDP-Stadtrat Franz Badura wurde mit 24 Stimmen zum dritten Bürgermeister gewählt. Er konnte sich gegen Aydin Ayten behaupten.
Von Gerd Spies

Franz Badura (ÖDP) zeigte sich sichtlich erfreut über seine Wahl zum dritten Bürgermeister. Foto: Gerd Spies
Franz Badura (ÖDP) zeigte sich sichtlich erfreut über seine Wahl zum dritten Bürgermeister. Foto: Gerd Spies

Amberg.Mit Spannung wurde die konstituierende Sitzung des Amberger Stadtrats in dieser Woche erwartet. Nicht nur, weil man wegen Corona und der notwendigen Abstandsregeln den ehrwürdigen Rathaussaal mit dem ACC tauschen musste, sondern vor allem wegen der anstehenden Bürgermeisterwahl. Die Wahl von Franz Badura zum dritten Bürgermeister stellt eine große Herausforderung für den Gewählten dar. Denn Badura ist wegen einer seltenen Augenkrankheit stark sehgeschwächt.

Die Überraschung war schon in einer gemeinsamen Presseerklärung von CSU und ÖDP die Woche vorher zu lesen. Dr. Matthias Schöberl, dem neuen Fraktionsvorsitzenden der CSU, war der Coup gelungen, die ÖDP für eine „bürgerliche Gestaltungsmehrheit“ zu gewinnen. Mit den 18 Stimmen der CSU im Stadtrat inklusive der Stimme des Oberbürgermeisters und den drei ÖDP-Stimmen reicht es nämlich für eine Mehrheit im 40-köpfigen Stadtrat. Und mit dieser Mehrheit wurden nun beide Bürgermeister-Sessel besetzt; mit Martin Preuß (CSU) als zweitem Bürgermeister und Franz Badura (ÖDP) als drittem Bürgermeister.

Sieg mit 24 zu 17 Stimmmen

Spätestens seit 2019, als der Berufsmusiker und Leiter der Amberger Musikschule „Klangwerkstatt“ gleich zwei hohe Auszeichnungen erhielt, rückte er in den Fokus der Öffentlichkeit. Badura, der aufgrund der seltenen Augenkrankheit „Retinitis Pigmentosa“ leidet und daher seine Umgebung nur mehr sehr schwach wahrnehmen kann, erhielt für seinen Einsatz für die Erforschung dieser Netzhaut-Erkrankung das Bundesverdienstkreuz am Bande und die Theodor-Leber-Medaille. Gerade die Fähigkeit von Badura, die Anforderungen in seinem Beruf und als Stadtrat trotz dieses Handicaps zu meistern, hob ÖDP-Chef Klaus Mrasek bei seinem Wahlvorschlag hervor. Mit 24:17-Stimmen, also auch mit drei Stimmen außerhalb der CSU und ÖDP, setzte sich Badura gegen seinen Konkurrenten, Aydin Ayten von Amberger Bunt, durch.

Weitere Punkte

  • Vereidigung der neuen Stadträte:

    Dr. Matthias Schöberl, Susanne Herding, Florian Füger (alle CSU), Claudia Ried (Grüne), Manuel Werthner, Veronika Niklaus (beide FW), Josef Witt (ÖDP), Martin Frey, Dr. Rudolf Scharl (Liste Amberg), Tanja Dandorfer (Amberger Bunt)

  • Besetzung der Ausschüsse:

    Entsprechend der Meldungen der Parteien werden die Ausschüsse und weitere Gremien besetzt.

Alter und neuer zweiter Bürgermeister in Amberg ist Martin Preuß (CSU). „Der Oberbürgermeister braucht einen Stellvertreter, auf den er sich hundertprozentig verlassen kann. Der Mann mit den zweitmeisten Stimmen hinter Cerny bei der Kommunalwahl ist daher der Richtige“, begründete der CSU-Fraktionsvorsitzende Schöberl die Nominierung. Preuß, der auch schon in den vergangenen sechs Jahren den Oberbürgermeister vertrat, hatte Hans-Jürgen Bumes von den Grünen zum Gegenkandidaten. Dessen Kandidatur ahnte man schon im Vorfeld dieser Stadtratssitzung, nachdem Bumes überraschend den Fraktionsvorsitz abgegeben hatte. Der neue Grünen-Fraktionsvorsitzende Helmut Wilhelm argumentierte, dass die Nominierung von Bumes aufgrund dessen langjähriger Stadtrats-Erfahrung und seines hervorragenden Ergebnisses bei der OB-Wahl angemessen sei. Doch mit der Mehrheit von CSU und ÖDP plus zwei Stimmen aus dem Lager der anderen Parteien setzte sich Martin Preuß durch.

Herausforderungen stehen bevor

Vor der Wahl der Bürgermeister ging Cerny noch einmal auf die besondere Situation durch Corona ein. „Wir alle haben uns den Start nach der Kommunalwahl anders vorgestellt“, sagte er. Die Corona-Krise zwinge die Stadt zu einem Kassensturz und der Aufstellung eines Nachtragshaushalts, führe zu massiven Problemen für Gesellschaft und Wirtschaft. Der Shutdown könne aber für manche eine große Chance sein. Dazu seien aber Kreativität, Mut und Entscheidungskraft nötig. Den Amberger Bürgern dankte er. „Sie haben ein hohes Maß an Solidarität und Hilfsbereitschaft gezeigt!“

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