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Geschichte

Balken und Dach sind marode

Das Kulturschloss Theuern wird für zehn Millionen Euro saniert. Der ehemalige Schweinestall ist schon ein Schmuckstück.

  • Im kleinen Saal des Kultur-Schlosses sind der Boden und die Seiten komplett geöffnet. In etwa zwei Jahren sollen hier aber schon wieder Veranstaltungen stattfinden können. Fotos: Christine Hollederer
  • So sieht der ehemalige Schweinestall heute aus.
  • Ein Unterschied wie Tag und Nacht: die Situation vor zwei Jahren

Theuern.Mit Blick von der Vils auf das Kultur-Schlosses Theuern/Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern zeigt sich das Gebäude von seiner schönsten Seite. Aber der Schein trügt. Im Innern des um 1780 erbauten Hammerherrenschlosses sind die Bauarbeiten voll im Gange. Der kleine Saal im Südflügel war wegen baulicher Mängel schon seit einigen Jahren nicht mehr für Veranstaltungen zugänglich. Jetzt, nach Baubeginn und einer kompletten Deckenöffnung, zeigt sich, dass die Schäden noch sehr viel größer sind als erwartet.

„Statisch nicht mehr vertretbar“

„Die Balkenanlage und die Dachkonstruktion sind statisch nicht mehr vertretbar“, wie Projektleiter Thomas Raithel vom Gebäudemanagement des Landkreises Amberg-Sulzbach erklärt. Er informierte Landrat Richard Reisinger vor Ort über den aktuellen Stand der Bauarbeiten.

Diese haben vor ziemlich genau zwei Jahren mit den Sanierungsarbeiten am Dach und dem Dachstuhl sowie am Gewölbe im ehemaligen Schweinestall begonnen. Letzteres war eines der Sorgenkinder. Durch Salze aus der Gülle der Tiere wurde insbesondere das Gewölbe stark geschädigt und war seit 1999 für die Nutzung gesperrt. Ein falscher Putz wurde damals aufgetragen, der das Problem noch vergrößert hat, berichtet Hubert Saradeth, Leiter des Gebäudemanagements am Landratsamt Amberg-Sulzbach. Jetzt sorgt ein Spezialputz dafür, dass die Salze an der Putzoberfläche auskristallisieren und keinen Schaden mehr an den Gewölbeziegeln anrichten können.

Aktuell laufen die Bauarbeiten im Südflügel. Hier befinden sich die beiden Veranstaltungssäle. „Für die Bevölkerung wohl einer der schmerzlichsten Einschnitte“, wie Landrat Richard Reisinger beim Pressetermin bekräftigte. Immerhin können in Theuern derzeit keine Hochzeiten gefeiert oder kulturelle Veranstaltungen abgehalten werden. Das ist voraussichtlich erst wieder ab dem Jahr 2021 möglich, dann auch barrierefrei. Insgesamt werden in allen Gebäuden drei neue Aufzüge errichtet. Und auch energetisch werden die Gebäude verbessert. Weniger durch Dämmung, die nur bei den Dächern umsetzbar ist, sondern mehr durch eine Holzpellet-Heizung mit Regelung, weiß Thomas Raithel.

Auch Behördennutzung geplant

Voraussichtlich im Frühjahr 2023 sollen die Bauarbeiten komplett abgeschlossen sein und das Kultur-Schloss Theuern wieder ohne Einschränkungen genutzt werden können. Im Schlosshauptgebäude soll neben dem Museum künftig auch eine behördliche Nutzung umgesetzt werden. So entstehen dort zehn Büros.

Die Gesamtkosten der Sanierung des Kultur-Schlosses/Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern liegen bei rund 10,55 Millionen Euro. Bauabschnitt eins schlägt mir rund 2,14 Millionen Euro zu Buche, der aktuelle Bauabschnitt mit rund 4,53 Millionen Euro. Für Bauabschnitt drei sind noch einmal rund 3,88 Millionen Euro eingeplant. Die Sanierung ist eng an die Vorgaben der Denkmalpflege gebunden. Der Landkreis Amberg-Sulzbach rechnet mit Fördergeldern in Höhe von bis zu 3,56 Millionen Euro.

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