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Region Amberg
Freitag, 25. Mai 2018 21° 8

Geschichte

Baudenkmal wurde zum neuen Stadtarchiv

Die Restaurierung des kurfürstlichen Wagenhauses steht im Mittelpunkt beim Tag der Städtebauförderung am 5. Mai in Amberg.

Als „Haus im Haus“ wurde das neue Amberger Stadtarchiv im kurfürstlichen Wagenhaus am Paulanerplatz gestaltet. Foto: Gildehaus und Partner Architekten, Weimar

Amberg.Unter dem Motto „Informieren – Diskutieren – Mitmachen“ lädt das städtische Baureferat Interessierte am Samstag, 5. Mai, von 10 bis 13 Uhr zum Tag der Städtebauförderung ein. In diesem Jahr steht „Städtebaulicher Denkmalschutz“ im Mittelpunkt. Anschauungsobjekt ist die erfolgreich abgeschlossene Sanierung des kurfürstlichen Wagenhauses am Paulanerplatz 17. Für die Besichtigung ist eine Voranmeldung unbedingt erforderlich.

Die Sanierung war wohl die prominenteste Maßnahme der vergangenen Jahre. Das Gebäude aus dem Jahr 1615 gilt als eines der bedeutendsten profanen Baudenkmale und gehört zu den wenigen Renaissance-Bauten Ambergs. Ursprünglich als kurfürstlicher Bau zur Nutzung für Utensilien und Aktivitäten der Reiterei errichtet, wurde das Gebäude aufgrund politischer Ereignisse nie bestimmungsgemäß genutzt.

Aufwendig saniert wurde der frühere Schießl-Stadel. Foto: Gildehaus und Partner Architekten, Weimar

Die letzte ersatzweise Verwendung durch die Brauerei Schießl begründete die im allgemeinen Sprachgebrauch meist verwendete Bezeichnung „Schießlstadel“ und endete im Jahr 2006. Der Zustand vor Sanierungsbeginn war geprägt von Substanzverlusten und baulichen Störungen aufgrund verschiedener Umbauten und jahrelangem Leerstand. Von 2014 bis 2017 wurde das Denkmal umfangreich saniert und zum neuen Amberger Stadtarchiv umgebaut.

Die Einordnung dieser speziellen Funktion in das historisch bedeutsame und stadtbildprägende Gebäude war zwangsläufig mit Konflikten verbunden. Deren Lösung gehörte zu den anspruchsvollen Aufgaben der Planungsphase und bestand vorrangig darin, den Erhalt der Originalsubstanz und die Anforderungen an die Qualität und Funktionalität der neuen Nutzung in Einklang zu bringen. Als Ergebnis entstanden zwei konzeptionelle Ideen, die den Umbau bestimmten.

So galt es zum einen, das Archiv als ein „Haus im Haus“ zu entwickeln, und darüber hinaus das historische Gebäude um ein Eingangsgebäude zu ergänzen. Außerdem waren bei einem derart prägenden Bauwerk neben der denkmalgerechten Sanierung auch städtebauliche Aspekte wie Erscheinung und Zugangssituation sowie nachbarschaftliche Aspekte zu berücksichtigen. Dabei ist in Zusammenarbeit des städtischen Hochbauamtes mit dem Architekturbüro Gildehaus und Partner eine Perle am Paulanerplatz entstanden, die den umfangreichen Aktivitäten des Stadtarchivs gerecht wird.

Tag der Städtebauförderung

  • Zielsetzung

    Der Tag der Städtebauförderung ist eine Gemeinschaftsinitiative von Bund, Ländern, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund. Mit den Mitteln aus diesem Förderprogramm unterstützen der Bund und die Länder Städte und Gemeinden bei der Bewältigung ihrer durch wirtschaftliche und soziale Veränderungen sowie den demografischen Wandel entstandenen Herausforderungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen, sozialen und zukunftsfähigen Stadt.

  • Wirkung

    Durch das Instrument der Städtebauförderung wurde das Bild der Städte und Gemeinden in den vergangenen 47 Jahren entscheidend mitgeprägt. Einmal jährlich werden daher an einem bundesweiten Aktionstag die Leistungen oder Erfolge der Städtebauförderung gewürdigt und Maßnahmen vorgestellt.

Baudenkmal wurde zum neuen Stadtarchiv

Nach dem großen Interesse beim Tag der offenen Tür können sich Interessierte am 5. Mai nochmals die über die erfolgreiche Maßnahme und die spannende Bauphase informieren. Dazu bietet das Stadtarchiv Führungen an, die einen Einblick in das neu sanierte Gebäude und die Archivanlagen gewähren. Voranmeldung ist unter Telefon (0 96 21) 10-18 21 oder 10-18 27 nötig. Entwicklung, Planung und Bauablauf erläutert der Leiter des städtischen Hochbauamtes, Hans-Georg Wiegel, Fragen zur Städtebauförderung von Gemeinden und privaten Bauherrn beantwortet Matthias Burger von der Sanierungsbehörde der Stadt Amberg.

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