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Region Amberg
Dienstag, 22. Mai 2018 25° 1

Wirtschaft

Bekenntnis zu den Wurzeln des Konzerns

Der Startschuss für das 40-Millionen-Projekt der Grammer AG für rund 700 Mitarbeiter in Ursensollen ist gefallen.
Von Gerd Spies

  • Bis zum Jahr 2019 sollen die neue Konzernzentrale und das Technologiezentrum der Grammer AG in Ursensollen fertiggestellt sein. Der symbolische Spatenstich ist schon vollzogen. Foto: Grammer AG
  • Standbeine: auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung, zum anderen für gefederte Sitze für On- und Offroad-Fahrzeuge wie Landmaschinen oder Baumaschinen. Copyright: Grammer AG

Ursensollen.Es war ein historischer Tag für die Gemeinde Ursensollen, dieser 1. März 2018! Doch nicht nur 1. Bürgermeister Franz Mädler hatte bei der Pressekonferenz anlässlich des Spatenstichs für das neue Grammer-Technologiezentrum und die Konzernzentrale allen Grund zum Strahlen. Auch für Landrat Richard Reisinger und die Arbeitnehmervertretung der IG Metall war der Spatenstich ein willkommener Anlass, dem Gemeindeoberhaupt für seinen Coup auf die Schultern zu klopfen.

„Wir haben uns von Anfang an in Ursensollen wohl gefühlt“, lobte Hartmut Müller, der Vorstandsvorsitzende des Grammer-Konzerns, die Leistung der Kommune während des Bewerbungsprozesses. Fünf Orte hätten sich neben der Stadt Amberg als Standort für das neue Technologiezentrum beworben, berichtete Müller. Rund 50 Kriterien umfasste der Katalog als Grundlage des Wettbewerbs, aus dem Ursensollen „mit klarem Abstand“ hervorgegangen sei.

Bessere Arbeitsbedingungen

Bis 2019 sollen die neue Konzernzentrale und das neue Technologiezentrum der Grammer AG in Ursensollen fertiggestellt sein. Copyright: Fotostudio Ingo Boehle

Im Jahr 2015 hatte der Konzern entschieden, seine sogenannten F&E-Bereiche an einem gemeinsamen Standort zu bündeln, um höhere Effizienz und bessere Arbeitsbedingungen zu erzielen. Insgesamt 40 Millionen Euro wird die Grammer AG im Ursensollener Gewerbepark für das größte Bauprojekt in der Unternehmensgeschichte investieren. Circa 700 Beschäftigte werden bis Ende 2019, so der Zeitplan, dort ihren neuen Arbeitsplatz beziehen können. Insgesamt ist der Konzern, der auf den kleinen Handwerksbetrieb des Firmengründers Georg Grammer in Amberg zur Herstellung und Reparatur von Sitzen zurückgeht, mit rund 13 000 Mitarbeitern weltweit in 19 Ländern tätig.

„Das Unternehmen setzt damit ein klares Bekenntnis zu den Unternehmenswurzeln in der Region Amberg“, begründete Hartmut Müller die Standortentscheidung. Die hervorragende Infrastruktur mit der direkten Anbindung an die A6 und A93 zu den Metropolen Nürnberg und Regensburg, die flexiblen Erweiterungsmöglichkeiten, aber auch „die Nähe zur Natur, wo der Mitarbeiter vor seiner Haustür seine Jogging-Schuhe anziehen und sich in frischer Luft bewegen kann“, so Müller, hätten zu dieser Standortentscheidung beigetragen.

Die Grammer AG und das Neubauprojekt

  • Die Einrichtungen

    Auf dem Grundstück mit einer Größe von rund 40 000 Quadratmetern entstehen neben dem Grammer-Technologiezentrum und der Konzernzentrale auch ein Design- und Ergonomie-Labor sowie ein Mitarbeiter-Restaurant.

  • Die Standbeine

    Die Grammer AG stützt sich auf zwei wesentliche Standbeine: auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung, zum anderen für gefederte Sitze für On- und Offroad-Fahrzeuge wie z. B. Landmaschinen oder Baumaschinen.

  • Verkehr

    Wegen der Ansiedlung wird die AS 4 Richtung Haselmühl durch das Gewerbegebiet verlegt. Dazu wird die Juraallee im Gewerbegebiet verlängert und an die AS 4 angeschlossen. Der Bau dieser ungefähr 500 Meter langen Anbindung (Grammer-Allee) ist bereits angelaufen. (age)

Arbeitnehmer sind erste Gewinner

Strahlende Gesichter gab es bei allen Beteiligten: Landrat Richard Reisinger, Lars Roder (Betriebsratsvorsitzender), Vorstandsvorsitzender Hartmut Müller, Horst Ott (IG Metall) und Bürgermeister Franz Mädler (von links). Foto: Spies

„Die ersten Gewinner sind die Arbeitnehmer“, betonte Landrat Richard Reisinger. Es könne sich aber auch der Konzern glücklich schätzen, die Zelte seiner Konzernzentrale in einer Region aufgeschlagen zu haben, „wo derzeit noch keine Fahrverbote drohen“, erklärte der Landrat. Seiner Behörde dankte Reisinger ganz besonders für das außerordentliche Tempo von genau drei Wochen und drei Tagen zur Erstellung der Baugenehmigung, ohne dabei andere Bauvorhaben zur Seite zu schieben.

Auch die Arbeitnehmer-Vertreter von der IG Metall verspürten große Genugtuung bei dieser Standortwahl des Grammer-Konzerns. „Für uns war besonders wichtig, dass Grammer in der Region bleibt und neue Arbeitsplätze schafft“, stellte Horst Ott, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Amberg, fest.

Betriebsrat einbezogen

Die Verkehrsanbindung des Gewerbegebiets zur Kreisstraße ist bereits im Bau. Foto: Spies

Lars Roder, Betriebsratsvorsitzender bei Grammer, hob das transparente Auswahlverfahren mit Einbeziehung der Arbeitnehmer-Vertreter hervor. „Ich bin ein Fan von Bürgermeister Mädler geworden“, schwärmte Roder von der Leistung des Bürgermeisters der Gemeinde Ursensollen im Rahmen des Bewerbungsverfahrens.

Sobald die Witterung es nun zulässt, wird mit dem ersten Bauabschnitt begonnen, kündigte der Vorstandsvorsitzende Hartmut Müller an. Die Baugenehmigung liege bereits vor, für den zweiten Bauabschnitt sei bereits die Bauvoranfrage eingereicht.

Bürgermeister Mädler kündigte zudem an, dass zur besseren Verkehrssituation aller Beschäftigten der ÖPNV auch eine Buslinie in das Gewerbegebiet einrichten wird. „Der Wechsel von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde hin zu einer Technologie-Gemeinde“, wie es Mädler formulierte, dürfte damit endgültig geschafft sein. Ursensollen wird ab Ende 2019 rund 200 Arbeitsplätze mehr haben als Einwohner in der Gemeinde.

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