MyMz
Anzeige

Lokalpolitik

„Betten bauen“ lautet die Devise

CSU-Kommunalpolitiker sorgen sich um die Zukunft des Kongressstandortes Amberg. Konkurrenz aus Regensburg droht.

Das ACC bei Nacht Foto: Brückmann
Das ACC bei Nacht Foto: Brückmann

Amberg.Das Tourismus-Geschäft verstärkt sich, Tagungs- und Kongressgäste geben sich im ACC die Klinke in die Hand, die Stadt Amberg wird überregional mehr wahrgenommen – ein durchweg positiver Trend. Doch dieser Trend sorgt bei der Kommunalpolitischen Vereinigung der CSU (KPV) nicht nur für Lach-, sondern auch für Sorgenfalten. Rupert Natter, Stadtrat und KPV-Chef, blickt in die Zukunft und erkennt Handlungsbedarf: „Der Aufschwung kann nur weitergehen, wenn wir ausreichend Ressourcen haben. Und in puncto Hotelzimmer stoßen wir an die Grenze“. Um sich einen aktuellen Überblick zu verschaffen, traf sich der CSU-Arbeitskreis mit ACM-Geschäftsführerin Petra Strobl.

Das Problem bestehe nicht darin, ein Hotelzimmer für die Nacht zu finden, meint Strobl. Wenn aber große Veranstalter wegen Kongressen und mehrtägigen Tagungen anfragten, müsse immer öfters abgesagt werden. Von den 600 Betten in Amberger Hotels und Pensionen stünden für Kongresse de facto nur 230 Zimmer zur Verfügung. Wer im ACC tage, wolle seine Teilnehmer nicht auf viele verschiedene Hotels aufteilen oder gar per Shuttlebus in den Landkreis fahren. Außerdem seien eine Reihe von Zimmern durch Stammgäste und Touristen belegt, so dass Veranstaltungen mit 150 Übernachtungen nicht ohne weiteres stattfinden könnten, so Strobl.

Zudem müsse man sich in den nächsten Jahren auf Konkurrenz durch Regensburg einstellen, prognostiziert Stadtrat Thomas Bärthlein. Wenn die Weltkulturerbe-Stadt erst einmal über ein Kongresszentrum verfüge, werde man um jede Großveranstaltung kämpfen müssen. Natters Schlussfolgerung: „Wir müssen jetzt Ideen entwickeln, wie wir das Problem lösen.“ Grundstücke gerade in oder in der Nähe der Innenstadt müssten stärker auf ihre Tauglichkeit für Hotellerie, für Erweiterungen oder Neuansiedelungen, geprüft werden. Mögliche Standorte sollten idealerweise fußläufig zu ACC und Innenstadt gelegen sein. Außerdem gelte es, am jeweiligen Standort eine ausreichende Zahl von Komfortzimmern anzubieten. „Betten bauen“, laute die Devise.

Für die stellvertretende KPV-Vorsitzende Gabi Donhauser ist das Thema dringlich, „auch wenn es nicht überall auf Gegenliebe stoßen wird“. Würde man die Gelegenheit zur rechtzeitigen Vorsorge verpassen, bedeutete dies reale Verluste. Immerhin ließe jeder Tagungsgast rund 160 Euro in der Stadt. „Das summiert sich schnell auf einen Millionenbetrag, den wir steigern wollen und nicht verlieren dürfen“, mahnt Donhauser. Geht es nach der KPV, dann müsse Amberg auch seine Mittellage im Landkreis Amberg-Sulzbach stärker nutzen. Denn der Trend zum Aktivurlaub mit Radfahren, Wandern, Klettern und Kanufahren stärke die zentrale Funktion der Stadt als „Basislager“ und kulturellen Ausgleich.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht