MyMz
Anzeige

Medizin

Brustkrebs steht im Fokus

Der „Ratgeber Gesundheit“ befasst sich mit dem Thema „Brustkrebs – welche Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll?“.

Informationen zum Thema Brustkrebs gibt es am Klinikum St. Marien Amberg. Foto: Sandra Dietl
Informationen zum Thema Brustkrebs gibt es am Klinikum St. Marien Amberg. Foto: Sandra Dietl

Amberg.Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Doch früh erkannt sind die Heilungschancen sehr gut. Acht von zehn Frauen können mittlerweile geheilt werden. „Brustkrebs hat eine exzellente Prognose“, so beginnt Dr. Thomas Papathemelis, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum St. Marien Amberg, seinen Vortrag der Reihe „Ratgeber Gesundheit“ zum Thema „Brustkrebs – welche Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll?“.

Risikofaktoren und Prävention waren die beiden Themen, die im Fokus des Vortrags standen. „Faktoren, die wir selbst beeinflussen können, haben oft mit unserem Lebensstil zu tun: Alkoholkonsum, Ernährung, Rauchverhalten spielen hier eine große Rolle“, betont Dr. Papathemelis. „Auch das genetische Risiko ist relevant, das können wir aber nicht beeinflussen. Die wichtigste Frage ist deswegen: Was können wir denn beeinflussen?“ Normalgewicht sowie eine fettreduzierte und ausgewogene Ernährung minimieren die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken. Auf das Rauchen sollte man ganz verzichten. „Frauen, die über zehn Jahre geraucht haben, haben ein 60 Prozent höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken.“ Zudem gebe es sozial definierte Risikofaktoren. Studien haben ergeben, dass spätgebärende Frauen oder Frauen, die auf Stillzeiten verzichten, ein höheres Risiko haben an Brustkrebs zu erkranken. „Das gilt auch für Hormontherapien während der Wechseljahre. Allerdings sind niedrig dosierte Östrogentherapien durchaus medizinisch vertretbar“, erklärt Dr. Papathemelis.

Prävention ist wie bei vielen Krebserkrankungen das A und O. Frauen zwischen dem 30. und dem 49. Lebensjahr sowie ab dem 70. Lebensjahr haben einmal jährlich Anspruch auf eine klinische Tastuntersuchung und eine Kontrolle des Lymphabflusses. Zwischen dem 50. und dem 69. Lebensjahr steht Frauen alle zwei Jahre das sogenannte Mammographie-Screening zu. Nur die Hälfte aller Frauen nimmt daran teil. Auch wenn die Mammographie nicht ganz unumstritten ist, sieht sie Dr. Papathemelis als wichtiges Plus die Sterblichkeitsrate um 20 bis 30 Prozent zu reduzieren. „Die Mammographie ist für uns die wichtigste Maßnahme in der Früherkennung. Auch hier haben sich die Technik und damit die Bildqualität enorm weiterentwickelt.“ Bei dichtem Brustgewebe schneidet die Mammographie allerdings schlechter ab. Hier gibt es die Möglichkeit des Ultraschalls. In solchen Fällen können 45 Prozent mehr Karzinome entdeckt werden. Empfohlen wird diese Untersuchung einmal jährlich ab dem 40. Lebensjahr. „Noch ist die Ultraschall-Untersuchung aber keine als Vorsorgeuntersuchung anerkannte GKV-Leistung“, so Dr. Papathemelis.

„Rund zehn Prozent der Frauen haben u.a. aufgrund genetischer Faktoren ein höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Hier bieten wir ein intensiveres Früherkennungsprogramm an.“ Die sogenannte Kernspintomografie, kurz MRT, ist hier ein Zusatzverfahren, das aber nur bei speziellen Fragestellungen angewendet wird. Zum Beispiel kann damit festgestellt werden, ob es sich tatsächlich um ein Karzinom oder nur um Narbengewebe nach einer Brustoperation handelt. Bei Frauen mit einem hohen familiären Risiko besitzt die MRT eine hohe Sensitivität, d.h. ein bösartiger Tumor kann mit hoher Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden. „Am Ende möchte ich noch eines betonen: Nicht alles, was man sieht ist gleich Krebs. Man sollte sich also nicht verrückt machen und regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen“, betont Dr. Papathemelis. „Die Prognose für eine Heilung bei Brustkrebs ist heute extrem gut.“

Fortsetzung

  • Thema:

    Priv.-Doz. Dr. Christoph M. Birner, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I, widmet sich hier im Rahmen der Herzwochen 2019 dem Thema „Bedrohliche Herzrhythmusstörungen – Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht