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Burschenschaft: Amberger Waffenring vor 125 Jahren gegründet

Der Amberger Waffenring (VAW) hat sein 125-jähriges Bestehen im Offizierskasino der Leopoldkaserne gefeiert. Präsident Dr. Niko Lutz begrüßte viele Gäste aus den Reihen des Waffenrings, ferner Vertreter vom Lionsclub, den Schlaraffen, von den Niederländern und befreundeten Waffenringen sowie vom Cartellverband.

Bürgermeister Rudolf Maier sagte, der Waffenring könne stolz auf lange Tradition sein – und darauf, dass diese Institution noch immer mit Leben erfüllt sei. Man müsse sich um die Zukunft hier kaum Sorgen machen.

Nach dem Studentenlied „Burschen heraus“ ging Helmut Scheuck auf die Geschichte der schlagenden Verbindungen im Allgemeinen und auf die Entwicklung des Waffenrings ein. An der ersten deutschen Universität, in Prag 1348 von Kaiser Karl IV. gegründet, fanden sich Vorläufer der Verbindungen. Die Mitglieder der Universität genossen kaiserliche Privilegien, so Abgaben-und Steuerfreiheit, Immunität und eine eigene Gerichtsbarkeit.

Ferner durften sie, wie Adel und Offiziere, Waffen tragen. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich die ersten Verbindungen, wie wir sie heute kennen. Zu der Zeit identifizierten sich die Studenten mit Idealen der französischen Revolution, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit und Ideen der Aufklärer, waren ihrer Zeit oft weit voraus.

Als Napoleon diese Ideale unterdrückt hatte, versuchten vor allen die oft fälschlich als reaktionär verschrienen Burschen, sich gegen Fürstenwillkür aufzulehnen und strebten nach einen vereinten Deutschland. Gerade in der Revolution von 1848 mussten jedoch viele der aufgeschlossenen Protagonisten einer demokratischen Bewegung fliehen und emigrierten.

Später fanden sich bei diesen Verbindungen im 19. und 20 Jahrhundert viele heute noch bekannte Männer. Im 19 Jahrhundert verkehrten beim Amberger Waffenring sehr viele Offiziere der Garnison; so waren die Veranstaltungen entsprechend gut besucht. Nachdem die Nazis die Korporationen gleich geschaltet hatten, fand eine Renaissance erst ab 1947 statt. Besonders Dr. Wolf Steininger, Oberbürgermeister von Amberg, und Kommerzienrat Georg Baumann machten sich um den Waffenring da wieder sehr verdient.

1958 fusionierte der VAW, meist waren die Mitglieder Ärzte und Juristen, mit den Sulzbachern, so dass nun viele Bergbauingenieure in den Reihen des VAW zu finden waren. Als starke Präsidenten, die den Waffenring in den Folgejahren prägten, gelten heute noch Dr.Kurt Treppesch, Karl Prusko, Kurt von Sperl und Armin Fließ. Derzeit habe der Waffenring unstreitig einen ausgeglichenen Unterbau, was jüngere Waffenbrüder anbelangt.

Nach einer weiteren Strophe – zwischen dem erstklassig von den Köchen des Panzerbrigade 12 zubereiteten Büfett – gab es eine exzellente Damenrede von Waffenbruder Dr. Klaus Hahn. Am Flügel begleitet wurde der Abend durch die Max-Reger-Schüler Annemarie und Michael Kohl.Verbindungsstudenten unterschieden sich von ihren Kommilitonen durch das das Tragen von Bändern und Mützen in den jeweiligen Verbindungsfarben. Daher werden sie auch oft Couleurstudenten (franz.couleur, zu deutsch Farbe) genannt. Es entwickelten sich ein Vielzahl von Verbindungssarten. Kennzeichen der schlagenden Bünder ist nach wie vor die Mensur. Üblich bei den Corps, Landsmannschaften, Burschenschaften oder Turnerschaften. Nichtschlagend hingegen waren die konfessionellen Verbindungen und meist auch die Sängerschaften. Die Mensur hat das leidliche und oft mit fatalen Folgen verbundene Duellieren früherer Zeiten in vernünftige Bahnen gelenkt. Denn durch feste regeln und eine Schutzkleidung kann man kaum verletzt werden, außer den oft obligaten Schmiss ist es heute mehr ein „sportlicher Wettkampf“.Der VAW hat jeweils am letzten Donnerstag im Monat ab 19.00 Uhr Stammtisch im Kummert Keller. Darüber hinaus gibt es noch spezielle Veranstaltungen.Waffenstudenten können auch gerne nähre Information unter g.handke@vr-web.de einholen. ack

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