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Region Amberg
Montag, 23. April 2018 21° 8

Medien

Das Darknet sollte jeder nutzen

Fachleute des Medienzentrums Amberg-Sulzbach räumten mit dem Vorurteil auf, das Darknet ist nur Tummelplatz für Kriminelle.

Bildstellenleiter Hans-Peter Lang (re.) und Referent Werner Winter (li.) begrüßten in den Räumen des Medienzentrums Amberg-Sulzbach zur abendlichen Fortbildung eine Vielzahl interessierter Teilnehmer. Foto: Jörg Gebert/Landratsamt

Amberg.Natürlich war es nur ein Zufall, dass das „Darknet“ als erstes Thema einer Abendveranstaltung im Rahmen einer Lehrerfortbildung am Medienzentrum Amberg-Sulzbach behandelt wurde. Die Fortbildung zu diesem Thema wurde bereits einmal im Herbst vergangenen Jahres angeboten. Die Resonanz auf diese Veranstaltung war so groß, dass die Plätze nicht für alle Interessenten ausreichten.

Aus diesem Grund wurde das Thema Darknet nun noch einmal behandelt und der Veranstaltungsraum des Medienzentrums Amberg-Sulzbach war erneut voll besetzt. Hans-Peter Lang, Leiter des Medienzentrums, freute sich bei seiner kurzen Begrüßung sichtlich, dass die Veranstaltung wieder so gut besucht war und, dass das „Experiment Abendveranstaltung“ gelungen sei. Dies bestätigte ihm auch das Publikum. In Zukunft werden im Medienzentrum weitere Fortbildungen am Abend stattfinden.

Volle Anonymität wird gewährleistet

Werner Winter, stellvertretender Leiter des Medienzentrums und zugleich medienpädagogisch-informationstechnischer Berater für die Grund- und Mittelschulen in der Stadt Amberg und den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf, widmete sich dann seinem Vortrag: „Das Darknet – Eigentlich sollte es jeder nutzen“. Dass dieses Thema nicht nur hochaktuell für den Schul- und Unterrichtsbereich ist, zeigte auch, dass Gasthörer aus anderen Landkreisen und Regierungsbezirken gekommen waren.

In seinen fundierten und pointierten Ausführungen räumte Werner Winter mit dem Vorurteil auf, dass das Darknet ausschließlich ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sei. Die Hauptaufgabe des Darknets liege in erster Linie darin, volle Anonymität im Internet für den Nutzer zu gewährleisten.

Der gläserne Internetnutzer

Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte des Darknets und die Funktionsweise des „klassischen“ Internets, befasste sich Werner Winter mit dem Thema Anonymität im Internet genauer. Er zeigte, dass die Menschen bei jedem Besuch im Internet mit ihrer IP-Adresse Spuren hinterlassen, die sich zu ihnen zurückverfolgen lassen. Diese Daten würden unablässig von Hintergrundprogrammen gesammelt. Auf Basis der Surf-Gewohnheiten und den besuchten Internetseiten lasse sich so ein genaues Nutzerprofil von den einzelnen Personen anfertigen.

Diese Profile seien beispielsweise für die Wirtschaft sehr interessant, sagte Winter. So können die Nutzer beispielsweise mit personalisierter Werbung „versorgt“ werden. Diese Profile würden unter anderem aber auch Rückschlüsse über den Gesundheits- und Gemütszustand oder den Bildungs- und Vermögensstand zulassen. Diese Profile sind in der Regel sehr genau und für die Wirtschaft bares Geld wert, so Winter. Die Tatsache, dass über fast jeden Nutzer des Internets bereits solch ein Profil vorliegt und aus bis zu 3000 Einzeldaten bestehen kann, sorgte beim Publikum für großes Erstaunen. Es zeigt, in welch dramatischem Ausmaß die Menschen schon „gläsern“ geworden sind.

Nutzer hinterlässt keine Spuren

Um diese Spuren gar nicht erst zu hinterlassen, sollte man über den TOR-Browser (The Onion Router) ins Internet gehen, riet Winter. Die gewünschte Zielseite werde hier über mehrere Server angelaufen, die immer wieder eine neue IP-Adresse generieren. „Wir können hier normal und auch ganz legal surfen“, so der Referent. „So bleiben wir anonym und vor einem Abgreifen unserer Daten sicher, allerdings nur so lange, bis wir dort unsere Daten von selbst preisgeben.“

Werner Winter ging im weiteren Verlauf seiner Ausführungen natürlich auch auf die dunklen Seiten des Darknets ein, das hauptsächlich als Tummelplatz für Kriminelle aller Couleur bekannt ist. Für den Einzelnen – ohne kriminelle Ambitionen – gestaltet es sich laut Winter aber schwierig, auf Seiten zu kommen, auf denen mit Waffen und Drogen gehandelt wird. Er zog hier einen Vergleich mit einer Aufnahme in einen Geheimbund. Auch könne man im Darknet nur mit virtueller Währung, wie etwa Bitcoins, zahlen.

Winter machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass sich im „normalen“ Internet ebenfalls unzählige Kriminelle bewegen und dort auch ihren unlauteren Machenschaften nachgehen würden. Er schloss seinen Vortrag mit dem Hinweis, dass es jeder letztlich trotzdem für sich selbst entscheiden müsse, wie er sich im Internet bewegen wolle und was er von sich preisgeben möchte.

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