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Das Schotterwerk ist Thema

Der Ensdorfer Gemeinderat machte sich ein Bild von Deponie und Steinbruch. Das Wasserrechtsverfahren sei schon abgeschlossen.
Hans Babl

Das Gremium machte sich vor Ort ein Bild. Deponie und Steinbruch befinden sich auf einer Gesamtfläche von 15,5 Hektar. Foto: Hans Babl
Das Gremium machte sich vor Ort ein Bild. Deponie und Steinbruch befinden sich auf einer Gesamtfläche von 15,5 Hektar. Foto: Hans Babl

ENSDORF.Beraten wurde als einziger Tagesordnungspunkt der letzten Gemeinderatssitzung die Umsetzung des Planfeststellungsverfahrens zur Entwässerung der Deponie und des Steinbruchs in Wolfsbach. Dazu begab sich das Gremium vor Ort ins Schotterwerk Pongratz, das auch erweitert werden soll. „Das Wasserrechtsverfahren, das der Betrieb für Erweiterung von Steinbruch und Deponie braucht, ist abgeschlossen“, berichtete Bürgermeister Markus Dollacker. Außerdem will die Firma SSE ihr Sprengstofflager erweitern. „Wir überlegen uns, ob wir im Zuge des Neubaus unseres Bauhofes daneben unsere Salzsilos aufstellen können.“

Schotterwerk-Betreiberin Ulrike Pongratz Foto: Babl
Schotterwerk-Betreiberin Ulrike Pongratz Foto: Babl

Ulrike und Alexander Pongratz, die Betreiber des Schotterwerkes, informierten über das Werk, das 1960 gegründet wurde und 1962 mit einer stationären Aufbereitungsanlage in Betrieb ging. Der erste Bauabschnitt hatte eine Gesamtfläche von zwei Hektar. „1975 wurde ein neues Abbaugebiet aufgefahren. Deponie und Steinbruch befinden sich auf einer Gesamtfläche von 15,5 Hektar. 1979 wurde mit dem Bau der Vorbrecheranlage auf den damals neuesten Stand gebracht. Die innerbetriebliche Bautätigkeit hört bis heute nicht auf“, so Ulrike Pongratz.

Erweiterung ist in Planung

„Genauso wie die Planungsarbeiten für Erweiterungen oder die Beantragung eines neuen Wasserrechts, welches auch dank der sehr guten Planung von Rainer Rubenbauer, Dipl.-Ing. der UTA Umwelt + Tiefbau Ingenieure Amberg GmbH noch letztes Jahr genehmigt werden konnte. Eine nochmalige Erweiterung um knapp zehn Hektar ist in der Planung und dringend nötig, da durch den Wegfall des Vilshofener Steinbruchs und die allgemein große Nachfrage nach Schüttgütern das bisher genehmigte Abbaugebiet schneller ausgebaut ist als geplant.“

Rubenbauer berichtete, dass im Zuge des neuen Wasserrechtsverfahrens ein neuer Kanal und mehrere Rückhaltungen sowie ein großes Becken zur Wasserhaltung sowie Entwässerungen geplant sind. Diese Maßnahmen sollen Zug um Zug in drei bis vier Jahren durchgeführt werden.

Steinbruch und Natur

  • Wert:

    In einer umfassenden wissenschaftlichen Untersuchung von Steinbrüchen und Gruben konnten 155 in Bayern gefährdete Pflanzenarten nachgewiesen werden. Bayerische Steinbrüche bieten 123 Vogelarten ein Zuhause, von denen 51 als bedroht gelten. Das heißt: Ein betriebener Steinbruch ist für die Natur um ein Vielfaches wertvoller als bewirtschaftete Ackerflächen und Nutzwaldgebiete.

  • Vorgaben:

    Nach Vorgabe des Landesentwicklungsplans sollen vor Neuaufschlüssen erst betriebene Standorte ausgebeutet werden. Der Rohstoff wird gebraucht, dies zeige alleine schon der geringe Lieferradius aufgrund einer sehr guten Verkehrsanbindung. Der Steinbruch kann von außen nicht eingesehen werden, das Landschaftsbild des Vilstals wird nicht beeinträchtigt, Steinbrüche haben Tradition im Vilstal. (abl)

Zur Deponie erklärte Dipl.-Ing. Walter Pirner von PROTECT Umwelt GmbH & Co KG (Chemieingenieurwesen, Altlastensanierung und Sachverständiger): „Mineralische Abfallstoffe, die nicht mehr aufbereitet oder verwertet werden können, müssen anderweitig beseitigt werden.“ Hierfür gibt es insgesamt fünf Deponieklassen. Bei der Deponie in Wolfsbach handelt es sich um eine von insgesamt rund 250 Deponien der Klasse 0 in Bayern. Hier dürfen nur mineralische Abfälle wie beispielsweise Bauschutt abgelagert werden, die die niedrigsten und strengsten Zuordnungswerte der Deponieverordnung einhalten.

Aufgabe der PROTECT Umwelt GmbH im Rahmen der Fremdüberwachung ist es, die Betreiber hinsichtlich eines geordneten Deponiebetriebes durch Beratung, Kontrolle und Überwachung fachlich zu unterstützen. So werden in der Deponie nur Abfallstoffe eingebaut, die vorher fachgerecht beprobt und labortechnisch untersucht werden.

Eine nochmalige Kontrolle

Erst nach Prüfung dieser Unterlagen und Freigabe durch die Fremdüberwachung werden Materialien angenommen. Auch bei Anlieferung erfolgt eine nochmalige Kontrolle hinsichtlich Abfallart, Beschaffenheit, Zusammensetzung und Menge.

Zusätzlich ist die Deponie von Grundwassermessstellen umgeben. An diesen Messstellen werden regelmäßig Grundwasserproben durch den Fremdüberwacher entnommen, die dann ebenfalls labortechnisch untersucht werden. Hierdurch wird nachgewiesen, dass die Deponie keine negativen Auswirkungen auf das Grundwasser hat. Aufgrund der geplanten Erweiterung des Steinbruchs sollen im Jahr 2018 vier weitere Grundwassermessstellen errichtet werden.

Sämtliche Planungen erfolgen unter Beteiligung der Naturschutzbehörde, um natur- und artenschutzrechtliche Vorgaben zu berücksichtigen. Nach Abschluss des Deponiebetriebes wird das ursprüngliche Geländeprofil wieder hergestellt sein und die Flächen sind wieder für land- oder forstwirtschaftliche Nutzung uneingeschränkt nutzbar. Von Seiten der Fremdüberwachung wird ein vorbildlicher Deponiebetrieb bescheinigt.

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