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Jahresrückblick

Das war das Jahr 2019 in Kümmersbruck

Heuer fand der Startschuss für die Hochwasserfreilegung statt. Außerdem wurden zwei Weltkriegsbomben gefunden.
Von Klaus Högl

Der Spatenstich für den Hochwasserschutz in Theuern wurde vollzogen.  Foto: Klaus Högl
Der Spatenstich für den Hochwasserschutz in Theuern wurde vollzogen. Foto: Klaus Högl

Kümmersbruck.Das Jahr 2019 biegt in die Zielgerade ein, für die knapp 10 000 Einwohner umfassende Kommune Kümmersbruck werden ein paar Ereignisse im „Jahrbuch 2019“ zu finden sein, die nicht zu toppen sind. So konnte 1. Bürgermeister Roland Strehl beim Finale des Gemeinderates im Dorfstodl im Ortsteil Moos eine sehr zufriedenstellende und erfreuende Bilanz ziehen.

Der Gemeinderat hat in dieser Zusammensetzung seine letzte Weihnachtssitzung erlebt. Nach dem Urnengang am 15. März 2020 werden statt 24 nur 20 Gemeinderäte/innen im Plenum sitzen – weil Kümmersbruck die Marke von 10 000 Einwohnern „um ein paar“ verfehlt hat. Novum: Erstmals wirft eine Frau den Hut in den Ring, wenn es um den 1. Bürgermeister geht. Der amtierende Rathaus-Chef Roland Strehl (CSU) wird von der jungen Lisa Hartinger (SPD) heraus gefordert.

Moos hat nun ein Ortszentrum

Nach jahrelanger Vorbereitung wurde die Brücke über den Krumbach in Gärmersdorf eingeweiht.  Foto: Archiv Klaus Högl
Nach jahrelanger Vorbereitung wurde die Brücke über den Krumbach in Gärmersdorf eingeweiht. Foto: Archiv Klaus Högl

Schon Usus im Januar ist der gemeinsame Neujahrsempfang der Gemeinde und des Logistikbataillons 472 in der Schweppermannkaserne, sowohl aus dem Leben der Standortgemeinde als auch des Bataillons nicht mehr wegzudenken. Regelmäßig treffen sich Gemeinde und Soldaten in tiefer Verbundenheit in der Kaserne, entweder zu Kommandoübergaben, Rückkehrer-Appellen oder Verabschiedungen; die gegenseitigen Verknüpfungen sind vielschichtig.

Apropos Dorfstodl Moos: Das Domizil der Mooser Bürger wurde im Mai 2019 eingeweiht. Rund 300 000 Euro wurden dafür investiert. 60 000 Euro davon stammen vom Amt vom Ländliche Entwicklung, die Mooser selbst haben mit rund 1500 Arbeitsstunden kräftig selbst mit Hand angelegt. Das Ergebnis ist ein schmuckes Ortszentrum und geeignet für Feiern aller Art.

Auch das gehört zum Jahr 2019

  • Feuerwehren:

    Der Gemeinderat hat ein neues Feuerwehrfahrzeug TLF 3000 genehmigt. Nach Haselmühl hat im Februar auch die FFW Kümmersbruck eine Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen. Ein Novum: Kümmersbruck wird erster Drohnenstandort im Landkreis, die Kümmersbrucker Wehr wurde mit Nutzung und Verwendung betraut.

  • Kultur:

    Kulturell war wieder viel geboten: Vilskultur mit den Vilsanrainern, Jazzfrühschoppen vor dem Rathaus, Herbstkonzert des Musikvereins (Foto: Archiv Högl), Buch- und Filmbesprechung in der Gemeindebibliothek, Kindertheater „Antonia und Wiwaldi in den Jahreszeiten“, Kabarett mit Franziska Wanninger und eine Musicalgala der Berufsfachschule für Musik Sulzbach-Rosenberg.

Mitte Februar wurde bei einer Bestandserfassung eine Flurerneuerung und Dorferneuerung Gärmersdof vorgenommen, vorausgegangen war die in Moos. In Gärmersdorf wurde nach jahrelanger Vorbereitung auch die neue Brücke über den Krumbach eingeweiht.

Viel Aufregung und Erklärungsbedarf hat es im Februar 2020 in Köfering gegeben: Dort soll rechts der AS 2 in Richtung Stadt Amberg ein großer Solarpark entstehen – um den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht zu werden. Aber das wurde nicht von allen Köferingern so gesehen, da wird es noch Gesprächsbedarf geben. Wie kann Kümmersbruck in 20 oder 30 Jahren aussehen: Darüber wurde ein 86-seitiges ISEK-Gutachten (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) erstellt und von Stadtplaner Markus Rösch (Amberg) und Tanja Körzer (Leipzig) an Bürgermeister Roland Strehl übergeben. 2030 werden in Kümmersbruck rund 30 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre alt sein, da heißt es vorzusorgen.

„Die Gemeinde bekommt ein völlig neues Gesicht, die Bürger müssen es nutzen.“

Axel Bartelt, Regierungspräsident, beim Spatenstich für den neuen Dorfplatz Kümmersbruck

Bei Kinderkrippen und -gärten ist Kümmersbruck gut aufgestellt: Rund 300 Plätze können in den fünf Einrichtungen St. Antonius, St. Raphael, Arche Noah, St. Nikolaus und Waldkindergarten angeboten werden, rund 100 Plätze in den Kinderkrippen. Die Grund- und Mittelschule werden saniert, im Oktober wurde ein Erlebnispausenhof eingeweiht. Und die Dreifachturnhalle und das Kümmersbrucker Aktivbad KA 2 sind gesundheitspolitische und sportliche Magneten. Für die Bildung wird etwas getan: Rund 1300 Medien stehen in der Gemeindebibliothek zur Verfügung. Die Mittelschule hatte auch eine wesentliche personelle Veränderung erlebt: Florian Fuchs löste Rektor Heinz Lang ab.

Wie Kümmersbruck in naher Zukunft aussehen kann, lässt sich schon erahnen, denn auf dem etwa 10 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Rathaus und AWO-Seniorenzentrum entsteht ein Leuchtturmprojekt. Am 10. Dezember 2019 erfolgte der offizielle Spatenstich für den „Seniorenwohnpark am Rathaus“. Dort sollen 345 barrierefreie Wohnungen in Holzbauweise errichtet werden, die Gemeinde selbst errichtet ein eigenes Mehrparteienhaus im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus. Und wenn alles nach Plan verläuft, könnten im Herbst 2020 die ersten Wohnungen bezogen werden.

Gleich zweimal innerhalb von wenigen Tagen wurden US-amerikanische Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Foto: Archiv Wagner
Gleich zweimal innerhalb von wenigen Tagen wurden US-amerikanische Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Foto: Archiv Wagner

Was könnte das verhindern? Wenn sich zum Beispiel wiederholt, was im August nur einen Steinwurf entfernt für Aufsehen und Evakuierungen gesorgt hat. Über 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde mitten in Kümmersbruck eine amerikanische Fliegerbombe gefunden. Rund 1500 Menschen mussten evakuiert werden, bis die Bombe entschärft war. Binnen einer Woche dann die zweite Bombe auf der gleichen Baustelle: das gleiche Prozedere und alles gut überstanden.

Dorfplatz wird neues Zentrum

Er soll das Zentrum in Kümmersbruck werden: Sogar Regierungspräsident Axel Bartelt war am 26. März beim Spatenstich für den Dorfplatz dabei. Die Aktivitäten zum Umbau im Rahmen der Städtebauförderung reichen bis 2008 zurück. Läden, Dienstleistungen und Multifunktionsplatz, sollen den Bereich attraktiv machen. Mittlerweile ist der erste Bauabschnitt fertig. Im April 2020 soll der zweite Abschnitt realisiert werden, dabei wird die Straße „Zu den Linden“ mit einbezogen.

Im Oktober erfolgte dann in Theuern der Spatenstich für den Hochwasserschutz, getragen durch das Wasserwirtschaftsamt und die Regierung. Mit 3,4 Millionen Euro beteiligt sich der Freistaat. Mit dem Projekt will man die immer wieder durch die Vils entstehende Hochwassermisere in den Griff bekommen. Hochwasser hat es im März auch in Haselmühl gegeben. Dort trat die Vils, vor allem am Zusammenfluss mit dem Krumbach, über die Ufer und zwang zu Straßensperren. Mit eingebunden war dabei auch der Bauhof, der sich nach seiner Eröffnung anlässlich eines Tages der offenen Tür der Öffentlichkeit präsentiert hat. (aeu)

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