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Kunst

Den Blick auf bewegende Menschen richten

Frauke Mück und Florian Wilde zeigen in ihrer Ausstellung im Wunderhof in Eckertsfeld Menschen, die sich gegen Unrecht und Machtmissbrauch wehren.

Die Malerin Frauke Mück und der Pressefotograf Florian Wilde, beide aus Nürnberg, zeigen in der Kunstscheune des Wunderhofs ihre gemeinsam konzipierte Ausstellung „Social Movement“. Foto: Stephan Böhm

Amberg-Sulzbach.„Menschen , die etwas bewegen wollen, haben dazu immer und überall die Gelegenheit“: So könnte man die Ausstellung überschreiben, die jetzt auf dem Wunderhof in Eckertsfeld (Gemeinde Birgland) eröffnet wurde.

Die Leiterin des Wunderhofs, Evi Steiner-Böhm, hatte die Nürnberger Künstler Florian Wilde und Frauke Mück eingeladen, ihre gemeinsam konzipierte Ausstellung „Social Movement“ in der Kunstscheune des Wunderhofs zu zeigen. Beide Künstler stellen Menschen vor, die sich gegen Unrecht und Machtmissbrauch durch Staat oder Gesellschaft wehren oder gewehrt haben und die dadurch Dinge zum Besseren gewendet haben oder auf dem Weg sind, dies zu tun.

Frauke Mück, als Malerin bewusst Autodidaktin, aber mit einem Hang zur handwerklichen Perfektion, hat kleinformatige Porträts von meist bekannten Revolutionären oder Widerstandskämpfern wie etwa den „Suffragetten“ gemalt. Bei allen Bildern ist der Untergrund Rot und die feinen Pinselzeichnungen sind mit Schwarz darübergelegt, eine Anspielung auf die Farben des Anarchosyndikalismus, einer Widerstandsbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. „Ich verneige mich vor diesen Vorbildern, die soziale Veränderungen gedacht und bewirkt haben“, so die Künstlerin.

Florian Wilde ist Pressefotograf und begleitet seit einigen Jahren überwiegend Demonstrationen. Ihm ist es ein Anliegen, die unbekannten Menschen zu zeigen, die durch ihren Einsatz, mit Standhaftigkeit und Geduld, manchmal auch mit Witz und Lebensfreude auf die Brüche in der Entwicklung der Gesellschaft reagieren. Stuttgart 21, die Castortransporte oder Naziaufmärsche: Immer treffen für ihn bei diesen Ereignissen Menschen auf Menschen. „Ich möchte auf die Brüche in der gesellschaftlichen Entwicklung hinweisen, auf Veränderungen, die die einen bewirken wollen, und die die anderen versuchen zu verhindern“, erklärt Wilde.

In der Ausstellung treten die Bilder der beiden in einen anrührenden Dialog. Beinahe sofort wird dem Betrachter die Absicht bewusst, die dahinter steckt: Hier diejenigen, die in die Geschichte eingegangen sind, weil sie Widerstand geleistet haben, weil sie nie aufgehört haben, an ihre Ideen zu glauben. Und dort diejenigen, die keiner kennt und die vielleicht eines Tages genauso in die Geschichte eingehen, weil sie nicht aufgehört haben, sich für ihre Ziele einzusetzen. Es ist eine Ausstellung, die Mut und Lust macht, es diesen bekannten und unbekannten Helden – zumindest manchmal – gleichzutun.

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