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Region Amberg
Samstag, 21. Juli 2018 24° 8

Ausstellung

Der Friede ist das zentrale Anliegen

Weltethos braucht den Einsatz aller Menschen. Das will die Ausstellung über Weltreligionen in Ursensollen verdeutlichen.

Im Kubus in Ursensollen wird die Ausstellung „Weltethos“ gezeigt. Foto: Reichert
Im Kubus in Ursensollen wird die Ausstellung „Weltethos“ gezeigt. Foto: Reichert

Ursensollen.Die Stiftung „Weltethos“ zeigt ihre Wanderausstellung „Weltreligionen, Weltfrieden, Weltethos“ in Ursensollen. Als Einstimmung bei der Eröffnung im Kubus sang der Multichor der Sing- und Musikschule Sulzbach-Rosenberg unter Leitung von Franz Xaver Reinprecht einen Willkommensgruß aus Südafrika und einen arabischen Friedensgruß, passend zum Titel der Ausstellung.

Hans Bauer von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Amberg-Sulzbach erläuterte den Begriff „Weltethos“ und das Werk von Hans Küng. Im vergangenen Jahr sei von Frieden auf der Welt nicht viel zu spüren gewesen. Ganz im Gegenteil wurden Konflikte ausgeweitet, Drohgebärden waren an der Tagesordnung. Daher wünschte sich Bauer – besonders im Hinblick auf die Ausstellung – ein Einlenken und Nachdenken, nicht nur der Politiker der Welt, sondern auch der Theologen und der Bürger. Weltethos ist eine dringende Angelegenheit für alle und könne nur Erfolge bringen, wenn alle sich engagieren, so Bauer.

Hans Bauer appellierte, dass sich alle für Weltethos engagieren. Foto: arr
Hans Bauer appellierte, dass sich alle für Weltethos engagieren. Foto: arr

KEB-Vorsitzender Sebastian Sonntag betonte, die Bücher von Hans Küng und seine Aktionen zum Weltfrieden haben den Anstoß gegeben zur Bildung des Parlaments der Weltreligionen. Er drückte seine Hoffnung aus, dass in Zukunft diese Organisation größeren Einfluss auf das Denken und Handeln der Politiker und Menschen erreicht. VHS-Leiter Manfred Lehner präsentierte Materialien zur Ausstellung. Die VHS biete auch Beiträge und Diskussionsrunden zum Thema an.

Der Multichor der Sing- und Musikschule Sulzbach-Rosenberg unter der Leitung von Franz Xaver Reinprecht Foto: Reichert
Der Multichor der Sing- und Musikschule Sulzbach-Rosenberg unter der Leitung von Franz Xaver Reinprecht Foto: Reichert

Die Ausstellung stellt auf Tafeln die acht wichtigsten Weltreligionen sowie ihre zentralen etischen Grundsätze vor: Hinduismus, die philosophischen Traditionen Chinas, z. B. Konfuzius, Buddhismus, Judentum, Christentum, Islam, Sikhismus und Bahaitum. Viele dieser Religionen, die sich bis heute erhalten haben, haben nur einen Gott. Allen ist gemein, dass in ihren Schriften immer auf das friedliche Zusammenleben aller Menschen hingewiesen wird.

Weltethos

  • Beginn

    1995 hat Prof. Dr. Hans Küng in Tübingen die Stiftung Weltethos für interkulturelle und interreligiöse Forschung, Bildung und Begegnung gegründet. Möglich war dies durch den Unternehmer Graf K. K. von der Groeben, der das Buch „Projekt Weltethos“ mit Begeisterung gelesen hatte und sich dann entschloss, für die Unterstützung und Verbreitung der Weltethos-Idee eine namhafte Summe bereitzustellen. Die obersten Ziele der Stiftung sind die Vermittlung ethischer und interkultureller Kompetenz sowie Dialog, Zusammenarbeit und Frieden zwischen den Religionen und Kulturen.

  • Erklärung

    Bereits im September 1993 trafen sich 200 Vertreter aller Weltreligionen in Chicago (USA) und unterzeichneten auf dem „Parlament der Weltreligionen“ die Weltethos-Erklärung. Was ist „Weltethos“? Das Projekt wird von folgenden Grundüberlegungen geleitet: Kein Friede zwischen den Nationen ohne Friede zwischen den Religionen! Kein Friede zwischen den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen! Kein Dialog zwischen den Religionen ohne globale ethische Standards! Kein Überleben der Erde ohne ein globales Ethos, ein Weltethos, gemeinsam getragen von religiösen und nichtreligiösen Menschen! (arr)

Das zeigt auch eine fast 4000 Jahre alte Textstelle aus dem Bahaitum: „Alle Menschen wurden erschaffen, eine ständig fortschreitende Kultur voranzutragen. (…) Die Tugenden, die seiner Würde anstehen, sind Geduld, Erbarmen, Mitleid und Güte für alle Völker und Geschlechter der Erde. Und: Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger. Es rühmt sich nicht der, welcher nur sein Vaterland liebt, sondern jener, der die ganze Welt liebt.“ Die Tafeln der Ausstellung „Weltethos“ wollen eine Anregung geben, das Verständnis der Welt-Religionen und der Welt im Allgemeinen zu überdenken und gegebenenfalls auch zu revidieren. (arr)

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