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Gesellschaft

Der Fundtiervertrag steht

Nach langer Diskussion steht eine Einigung mit dem Tierschutzverein kurz bevor. Erste Unterschriften wurden geleistet.
Von Gerd Spies

Die Bürgermeister (von links) Peter Braun, Josef Reindl, Michael Göth, Franz Mädler, Hans-Martin Schertl und Erwin Geitner setzen ihre Unterschrift unter den Vertrag.Foto: Gerd Spies
Die Bürgermeister (von links) Peter Braun, Josef Reindl, Michael Göth, Franz Mädler, Hans-Martin Schertl und Erwin Geitner setzen ihre Unterschrift unter den Vertrag.Foto: Gerd Spies

Amberg-Sulzbach.Es waren zwar noch nicht die offiziellen Unterschriften unter den Verträgen. Es war aber aus Sicht der Beteiligten ein wesentlicher Schritt, endlich die Vereinbarungen zwischen den Kommunen des Landkreises Amberg-Sulzbach und dem Tierschutzverein Amberg-Sulzbach unter Dach und Fach zu bringen. Auf Einladung des Landrats bekundeten 23 Kommunen einschließlich der Stadt Amberg schriftlich ihre Absicht, zwei Verträge mit dem Tierschutzverein abzuschließen.

Dr. Bernhard Mitko für die Stadt Amberg und Dr. Norbert Vogl für den Landkreis hatten als Juristen die beiden Vertragsentwürfe ausgearbeitet. Im Fundtiervertrag verpflichten sich 21 Gemeinden inklusive Amberg, für die Unterbringung von Fundtieren im Tierheim einen Beitrag von 1,50 Euro pro Einwohner zu leisten. Im Rahmen der Investitionsvereinbarung beteiligen sich 23 Kommunen mit maximal 15 Euro pro Einwohner an den Kosten für die Sanierung der Personalräume des Tierheims und den Neubau des Hundetrakts.

Fast alle Kommunen im Boot

„Einige Gemeinden haben sich anders orientiert“, erklärte Landrat Reisinger die Situation, dass nicht alle 27 Landkreis-Kommunen mit im Boot sitzen. So beteiligen sich beispielsweise der Markt Rieden und die Gemeinde Ebermannsdorf nicht bei den Fundtierverträgen, aber bei den geplanten Investitionen des Tierschutzvereins. Ebermannsdorf besitzt einen Vertrag mit dem Tierschutzverein Schwandorf.

„So weit waren wir noch nie“, kommentierte Landrat Richard Reisinger den Stand der Verhandlungen. Zugleich wies er aber auch darauf hin, dass man noch nicht am Ziel sei. Bei dem Treffen der Vertreter der 23 Kommunen ging es erst einmal um die einseitige Unterzeichnung der Vereinbarungen. Bis der offizielle Vertragsabschluss mit dem Tierschutzverein erfolgen kann, muss dieser noch die notwendigen Vorstandsbeschlüsse tätigen, informierte Sabine Falk, die Vorsitzende des Tierschutzvereins.

Der Fundtiervertrag regelt die Unterbringung und Versorgung von Tieren, die im Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Gemeinde aufgefunden werden. Für diese sogenannten Fundtiere zahlt die Kommune dem Tierschutzverein jeweils zu Jahresbeginn eine Aufwandspauschale von 1,50 Euro pro Einwohner. Sollten bei einer Gemeinde die notwendigen Aufwendungen für Fundtiere diese Pauschale übersteigen, kann der Tierschutzverein die tatsächlichen Kosten geltend machen. Diese müssen aber mittels einer Dokumentation über jedes Tier der Gemeinde nachprüfbar nachgewiesen werden.

In der Investitionsvereinbarung regeln die 23 Kommunen die finanzielle Unterstützung der notwendigen Baumaßnahmen des Tierschutzvereins. Dringend müssen die Personalräume saniert werden, muss ein neuer Hundetrakt errichtet werden. Die Projektsteuerung übernimmt die Gewerbebau Amberg GmbH. Die Kostenschätzung eines beauftragten Architekturbüros geht von Baukosten in einer Höhe von rund 2,5 Millionen Euro aus.

Maximal 1,75 Millionen Euro

Die Gemeinden zahlen dem Tierschutzverein für die erforderlichen Investitionen unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Fundtierquote (Verhältnis Fundtiere zu den sonstigen untergebrachten Tieren) von 73 Prozent einen Betrag von insgesamt maximal 1,75 Millionen Euro. Das macht auf die Einwohnerzahl der beteiligten Gemeinden einen Betrag von 15 Euro pro Einwohner aus. Sollten die tatsächlichen Kosten für die Baumaßnahme geringer sein als die veranschlagten 2,5 Millionen Euro, ist die Differenz auf die jeweilige Gemeinde entsprechend ihrer Einwohnerzahl zurückzuzahlen.

Die Verträge

  • Investitionsvereinbarung:

    Dieser Vertrag regelt die Beteiligung der Stadt Amberg und der Gemeinden des Landkreises Amberg-Sulzbach an baulichen Maßnahmen des Tierschutzvereins.

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