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Technik

Der Weg zum Digitalen ist frei

Das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit informierte in Ensdorf über Energie-Monitoring und -management.
Von Hubert Söllner

„Die Technik ist vorhanden, nun müssen wir auch noch die Gemeinden begeistern“, betonte ZEN-Vorsitzender Richard Gaßner (M.) nachdem Maximilian Conrad vom Institut für Energietechnik (l.) und Frank Vogel von der Landesgewerbeanstalt Bayern ihre Lösungsvorschläge vorgestellt hatten. Foto: Söllner
„Die Technik ist vorhanden, nun müssen wir auch noch die Gemeinden begeistern“, betonte ZEN-Vorsitzender Richard Gaßner (M.) nachdem Maximilian Conrad vom Institut für Energietechnik (l.) und Frank Vogel von der Landesgewerbeanstalt Bayern ihre Lösungsvorschläge vorgestellt hatten. Foto: Söllner

ENSDORF.„Wir müssen mit dem Klimaschutz in der Region weiter vorankommen, unsere Gemeinden müssen wieder mehr Aktivitäten zeigen,“ betonte ZEN-Vorsitzender Richard Gaßner im Fürstensaal. „Energiemanagement – Energie sparen und aktiv Klima schützen“ war das Thema beim Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit. Richard Gaßner konnte dazu neben den Referenten Maximilian Conrad vom Institut für Energietechnik an der OTH Amberg-Weiden und Frank Vogel von der Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA) kommunale Energieberater, Bürgermeister und auch Sachbearbeiter Peter Rußwurm vom Gebäudemanagement des Landkreises begrüßen.

Gemeinden müssen Gas geben

Denkzettel für die Kommunen bei Vogels Vortrag Foto: Söllner
Denkzettel für die Kommunen bei Vogels Vortrag Foto: Söllner

Zwar sei der Landkreis auf dem Weg, seine Liegenschaften energetisch zu verbessern, „aber die Gemeinden müssen mehr Gas geben,“ so Gaßner. Sie hätten die wichtige Aufgabe, sich im Klimaschutz einzubringen. Handlungsbedarf sei vorhanden, das ZEN biete seine Dienste an, auch um an Fördermittel heranzukommen. Das 2017 an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden gegründete Institut Energieinformatik befasse sich im Besonderen mit der kommunalen Energieberatung, so Dipl.-Ing. Maximilian Conrad. Das von ihr angebotenen Energie-Monitoring-Management sei eine webbasierte Plattform für Energiemanagement, hinter der sich ein Liegenschaftsmanagement zur Erfassung und Auswertung der technischen Gebäudeausstattung, von Energieverbrauchswerten, Sanierungstätigkeiten und eine automatisierte Berichterstellung verberge.

Die automatisierte Datenerfassung, Überwachung und Kontrolle in Echtzeit könne von durch Sensoren optimierten analogen Verbrauchszählern abgegriffen werden. Den Kommunen bleibe es dabei überlassen, wie Software, in der die jeweilige Gebäude-Information hinterlegt werde, aufgestellt sei. An einem Beispielgebäude zeigte Conrad diese Infos.

Zusammenfassend verwies Conrad auf die strukturorientierte Übersicht aller energierelevanter Parameter der Gebäude beim angebotenen Energie-Monitoring-Management. Wobei die nutzerfreundliche Bedienbarkeit Basis für die Ableitung von priorisierten Handlungsempfehlungen und auch für Energieausweise und kommunale Energieaudits sei.

Energie-Management

  • Das System:

    Zum Energie-Management gehört die Planung und der Betrieb von energietechnischen Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten.

  • Die Ziele:

    Ziele sind sowohl die Ressourcenschonung als auch Klimaschutz und Kostensenkungen, bei Sicherstellung des Energiebedarfs.

„Digital und smart – so gelingt kommunales Energiemanagement“ war die Vorstellung des aktiven Energiemanagements der Landesgewerbeanstalt Bayern durch Frank Vogel vom Referat Energie überschrieben, der betonte „unsere Lösung ist eine Portallösung“. Vogel listete Vorbehalte in Gemeinden wie „kein Personal“, „kein Geld,“ „alles in bester Ordnung,“ „wir haben alles saniert“, „kostet nur Zeit und Geld“ auf. Und er konterte „alleine Gebäude zu sanieren, heißt noch lange nicht, dass etwas verbessert wurde“. Dies aber zeige im Umkehrschluss, „dass in Richtung Energiemanagement etwas getan werden muss“.

Es gibt einen Sofortnutzen

Den Energieverbrauch reduzieren, den CO2-Ausstoß und die Energiekosten senken mit wenig Personal, wenig Zeit und vielen Aufgaben sei das Ziel durch Digitalisierung und Automatisierung. Es gebe immer einen Sofortnutzen, so Vogel, der erkennbar sei für die verschiedenen Liegenschaften und deren Abteilungen. So die spartenübergreifende Kommunikation, der einheitliche Wissenstand, die Klarheit über den energetischen Aufbau von Liegenschaften und die Aufdeckung von Fehlern.

Lesen Sie auch: 17 Kommunen des Landkreises Amberg-Sulzbach ziehen an einem Strang. Sie bauen gemeinsam ein Netz aus Ladesäulen auf.

So seien auch Auswertungen und Berichte automatisiert oder auf Knopfdruck möglich. Vogels Credo: „Politik und Verwaltung müssen daran glauben und es wollen!“ Er verwies auch darauf, klein anzufangen, „nicht alles auf einmal wollen und machen“. Also klein anfangen und dann weiter aufbauen und vorher überlegen und dann den ersten Schritt tun, gab er den interessierten Zuhörern mit auf den Weg.

Abschließend hob ZEN-Vorsitzender Richard Gaßner noch hervor: „Die Technik ist vorhanden, nun müssen wir auch noch die Gemeinden begeistern“. Das ZEN könne Unterstützung anbieten zu einer eventuellen interkommunalen Zusammenarbeit, diese begleiten und forcieren. Alle aber müssten sich mit dem Thema intensiver auseinandersetzen, schrieb Gaßner nicht nur den Teilnehmern ins Stammbuch. (azd)

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