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Verkehr

Der Zweckverband wächst weiter

Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz hat nach elf Neuaufnahmen jetzt 61 Mitgliedskommunen.
Von Gerd Spies

Insgesamt ging die Zahl der gemessenen Geschwindigkeitsverstöße von 16 Prozent in 2015 auf zwölf Prozent im Vorjahr zurück. Foto: Patrick Seeger/dpa
Insgesamt ging die Zahl der gemessenen Geschwindigkeitsverstöße von 16 Prozent in 2015 auf zwölf Prozent im Vorjahr zurück. Foto: Patrick Seeger/dpa

Amberg.Wer kennt sie nicht, die Fahrzeuge am Straßenrand, aus deren Innenraum es blitzt, wenn man zu schnell vorbeifährt. Die Institutionen, die den Straßenverkehr für die Kommunen überwachen und diese „beliebten“ Knöllchen verschicken, haben Hochkonjunktur. Die Verkehrsüberwachung Oberpfalz-Mitte mit Sitz in Ursensollen ist eine davon; zu ihrem Einsatzgebiet gehört auch die Gemeinde Kümmersbruck. Die Stadt Amberg dagegen hat sich dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz (ZV KVS) angeschlossen, und dieser expandiert ungemein. Das zeigte sich bei der Verbandsversammlung.

Elf neue Mitglieder

Elf Gründungsmitglieder waren es, als 2014 der Zweckverband aus der Taufe gehoben wurde. Nach den weiteren elf Anträgen auf Mitgliedschaft bei der Versammlung werden es jetzt 61 Gemeinden sein, die von der Einrichtung den Verkehr überwachen lassen. Überhaupt liest sich die Bilanz, die Geschäftsführer Maximilian Köckritz den Verbandsmitgliedern vorlegte positiv. 188 000 Euro Gewinn erwirtschaftete der Verband im Vorjahr. Und, wie Köckritz mit Zahlen belegte, auch das Verhalten der Autofahrer im Verbandsgebiets habe sich verbessert.

Der Geschäftsführer Maximilian Köckritz zog Bilanz. Foto: age
Der Geschäftsführer Maximilian Köckritz zog Bilanz. Foto: age

„Wir machen den Zweckverband nicht zur Geldeinnahme, sondern wegen der Verkehrssicherheit“, stellte Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny klar. Die vorgelegten Zahlen geben ihm recht. So sank die Zahl der Beanstandungen zum Beispiel in Maxhütte-Haidhof von 13 auf vier, in Schwandorf (St. Vitalis-Straße) ging die Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen sogar von 41 auf sieben Prozent zurück. Insgesamt ist die Zahl der gemessenen Geschwindigkeitsverstöße von 16 Prozent in 2015 auf zwölf Prozent im Vorjahr zurückgegangen, berichtete der Geschäftsführer.

Trotzdem hat der Zweckverband noch genügend mit Rasern zu tun. 63 km/h in der 30er-Zone in Neukirchen/Balbini, 112 km/h statt der erlaubten 50 km/h in der Amberger Innenstadt sind nur Beispiele, die Köckritz aufzählte. 210 Fahrverbote wurden 2017 im Zuständigkeitsbereich des Zweckverbands verhängt, mehr als 2000 Punkte in Flensburg eingetragen.

Steigerung

  • Waren es am Start im Jahr 2014

    elf Gründungsgemeinden, zählt der Verband jetzt 61 Mitglieder.

  • Begonnen mit einem Mitarbeiter,

    zählt die Einrichtung heute 28 Hauptberufliche.

  • Wurden 2015

    noch 280 Überwachungsstunden für den fließenden Verkehr geleistet, sind es jetzt mehr als 3500: Allein gegenüber 2016 ist das eine Steigerung um fast 100 Prozent.

Durch die gestiegene Mitgliederzahl sind natürlich auch die Einnahmen mehr geworden. Fast schon exponentiell, nämlich um 150 Prozent, ist der Gesamtertrag im vergangenen Jahr angewachsen und hat inzwischen die Marke von einer Million überschritten, informierte Köckritz. Zieht man die Ausgaben für Personal, Material und Auszahlung an die Kommunen ab, verbleiben immer noch 188 000 Euro als Überschuss im Jahr 2017. Einstimmig beschlossen die Verbandsmitglieder, dieses Geld auf die hohe Kante zu legen. Zudem schlug die Geschäftsleitung der Versammlung vor, die von den Kommunen zu entrichtenden Gebühren für die Sachbearbeitung zu senken, was diese gerne annahmen. Von zehn auf neun Euro sinkt ab 2019 die Gebühr pro Sachbearbeitung beim fließenden Verkehr, sogar von zehn auf sieben Euro beim ruhenden Verkehr. Ob allerdings damit die Kommunen, die bei ihrer Verkehrsüberwachung draufzahlen, in die schwarzen Zahlen rutschen, ist fraglich.

Auch außerhalb der Oberpfalz

Auf jetzt 61 Gemeinden steigt nun die Mitgliederzahl des Zweckverbands, nachdem die Anträge von elf Kommunen auf Neuaufnahme positiv beschieden wurden. Für Diskussionsstoff sorgte allerdings die Tatsache, dass mit Marktredwitz (Oberfranken), Büchenbach (Mittelfranken) und Abensberg (Niederbayern) jetzt auch Kommunen außerhalb der Oberpfalz hinzukommen. Einig war man sich aber, dass eine weitere Vergrößerung des Einzugsgebiets nicht angestrebt wird. (age)

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