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Region Amberg
Sonntag, 19. August 2018 29° 3

Politik

Die Ebenen der Migration

Bashar Cleiouit sprach im LLC in Sulzbach-Rosenberg über Chancen, Herausforderungen und seine eigene Geschichte.

Für viele Flüchtlinge ist die Situation in Deutschland ebenso ungewiss wie die in Syrien. Symbolfoto: Felix Kästle/dpa
Für viele Flüchtlinge ist die Situation in Deutschland ebenso ungewiss wie die in Syrien. Symbolfoto: Felix Kästle/dpa

Landkreis.Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „kein Mensch passt in eine Schublade“ von Kommunaler Jugendarbeit und Kreisjugendring Amberg-Sulzbach sprach Bashar Cleiouit aus Syrien kürzlich im LCC in Sulzbach-Rosenberg über Daten und Fakten zur Lebens- und Arbeitssituation von Migranten in Deutschland sowie über die Stationen seiner eigenen Fluchtgeschichte.

Wie haben sich die Einwanderzahlen entwickelt? Von wo kamen Migrierende und wer darf überhaupt einwandern? Welche Rechte auf Wohnung und Arbeit haben Menschen, die nach Deutschland einwandern? Wie sieht es mit Chancen und Herausforderungen aus? Mit viel Fachwissen und anhand seriöser Quellen erläuterte Cleiouit die verschiedenen Ebenen von Migration dabei genau. Als Sozialarbeiter in seinem Herkunftsland Syrien ist er mit dem wissenschaftlichen Arbeiten betraut. Er zog den Schluss: „Das Phänomen der Migration wird immer bleiben, wie es auch in der Geschichte schon immer präsent war. Man muss es studieren und gut verstehen, um danach gut mit ihm umgehen zu können. Wir können dennoch die schlechten Seiten der Migration vermeiden, und gute Seiten herausfinden.“

„Es ist eine traurige Geschichte.“

Bashar Cleiouit, stammt aus Syrien

Seinen Erfahrungsbericht über die Flucht von Syrien über Ägypten, Bulgarien, Serbien, Ungarn und Russland zuletzt nach Deutschland begann Cleiouit mit den Worten: „Ich erzähle euch jetzt meine Fluchtgeschichte. Es ist eine traurige Geschichte.“

Eine schwere Entscheidung getroffen

Bashar Cleiouit erzählte von seinen Erfahrungen. Foto: KJR
Bashar Cleiouit erzählte von seinen Erfahrungen. Foto: KJR

Er berichtete von der Situation, als immer mehr Menschen von der Polizei in Syrien festgenommen und getötet wurden; zuletzt wurde auch der Pfarrer seines Dorfes tot aufgefunden. Für ihn sei klar gewesen: Er würde niemals eine Waffe in die Hand nehmen, um den Krieg zu unterstützen. So habe er die Flucht gewählt. Diese Entscheidung fiel ihm schwer, so Cleiouit, denn seine Heimat liebte er sehr und die Flucht war auch mit sehr hohen Kosten verbunden. Doch er fasste den Mut, löste sein Erspartes auf und kündigte seine Stelle als Beamter und Sozialarbeiter an einer Grundschule. Die Flucht selbst beschrieb er als sehr schwierig. Diese Zeit sei immer wieder mit viel Angst, unangenehmen Begegnungen, Enge und Ungewissheit verbunden gewesen.

Der Kreisjugendring und die Kommunale Jugendarbeit organisieren die Gesprächsreihe:

Obwohl seine Situation und die Situation in Syrien weiter ungewiss sind, will er hier in Deutschland möglichst bald wieder in seinem Beruf tätig sein, erzählte er. Er macht unter der Woche ein Praktikum bei der kommunalen Jugendarbeit, arbeitet ehrenamtlich beim Spielebus mit und fährt jedes Wochenende nach München, um als Nicht-EU-Bürger seinen sozialpädagogischen Abschluss erneut anerkennen zu lassen. Seine Zukunftspläne, nachdem seine Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist, beschreibt er so: „Entweder wird die Situation in Syrien wieder besser und ich kann dorthin zurückkehren oder ich muss meinen Aufenthalt verlängern, was nie endgültig ist, denn man bekommt dies immer nur für höchstens zwei Jahre verlängert.“

Cleiouit musste noch einige interessierte Fragen der jungen Zuhörer beantworten. Alexander Hötzel, der als Ehrenamtlicher die Vortragsreihe begleitet, dankte Cleiouit für den Vortrag.

Der nächste Termin

  • Thema:

    Die nächste Veranstaltung der Reihe „kein Mensch passt in eine Schublade“ von kommunaler Jugendarbeit und Kreisjugendring Amberg-Sulzbach dreht sich um das Thema Zivilcourage: „Mutig handeln will geübt sein“.

  • Ort:

    Sie findet am 15. Juni von 16 bis 18 Uhr im Landratsamt Amberg-Sulzbach statt. Anmeldung an info@kjr-as.de oder Tel. (0 96 61) 5 28 20 ist erwünscht.

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