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Kirche

Die Erinnerung wach halten

Am Volkstrauertag wurde der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Die Reservisten waren mit Ehrenabordnungen dabei.
von Hans Babl

Bürgermeister Markus Dollacker bei seiner Ansprache zum Volkstrauertag  Foto: Hans Babl
Bürgermeister Markus Dollacker bei seiner Ansprache zum Volkstrauertag Foto: Hans Babl

Ensdorf.Reservisten bildeten beim Volkstrauertag die Ehrenabordnungen an den Kriegerdenkmälern in Ensdorf, Thanheim und Wolfsbach. Im Kirchenvorhof in Ensdorf flankierten Fahnenabordnungen des Krieger- und Reservistenvereins sowie der Freiwilligen Feuerwehr Ensdorf das Kriegerdenkmal. Die Blaskapelle Ensdorf unter Leitung von Hubert Haller intonierte zur Gedenkfeier „Ich bete an die Macht der Liebe“.

Nach einem feierlichen und denkwürdigen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Jakobus in Ensdorf gedachten – wie in den Filialen Thanheim und Wolfsbach – Gläubige der vielen Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen – nicht nur der beiden Weltkriege und des nationalsozialistischen Regimes, sondern auch von Terrorismus und Bürgerkriegen in aller Welt, nicht zuletzt wurde der in Auslandseinsätzen gefallenen deutschen Soldaten gedacht. „Wir gedenken heute am Volkstrauertag derer, die in großen und kleinen Kriegen der Geschichte und der Gegenwart ihr Leben lassen mussten. Ihr Sterben ist uns Mahnung und Aufforderung, alles Mögliche zu tun, um den Frieden zu schaffen“, beschwor Pfarrer Pater Slawomir Niemczewski die Gläubigen. „Bitten wir den Herrn, dass er uns immer neu zu Werkzeugen des Friedens mache, und beten wir für die, die mit ihrem Leben für den Frieden eingetreten sind. Wir trauern um die Toten der Weltkriege. Wir gedenken der gefallenen und vermissten Soldaten. Wir klagen das Leid der Opfer von Vertreibung, Gewalt und Terror. Wir denken aber auch an jene, die gegen Gewalt Widerstand geleistet haben und ihr Leben lassen mussten.“

Blick nach Polen

Bevor Bürgermeister Markus Dollacker seine Gedenkansprache zum Volkstrauertag hielt, spielte die Blaskapelle „Über den Sternen“. „Am Volkstrauertag gedenken wir all der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aller Völker und Nationen ob Soldaten oder Zivilisten. Gerade heute, wo rechte Kräfte die dunklen Seiten der deutschen Geschichte nur allzu gerne relativieren wollen, ist es wichtig, sich zu erinnern“, erklärte der Bürgermeister. In diesem Jahr blickte er besonders auf unser Nachbarland Polen, das zerschlagen wurde und das erste Opfer des Zweiten Weltkriegs und der Ideologie vom „Lebensraum“, mit Vertreibung, Zwangsarbeit, Terror und Vernichtung war. „1989 forderten die Menschen in der DDR und in Polen ihre Freiheit. 2019 schätzen viele Menschen offenbar nationale Interessen höher als Frieden, Freiheit und Versöhnung“, gab er zu bedenken. „Das polnische Leid war unvorstellbar. Die Polen wurden in der Nazi-Rassenideologie als minderwertige Rasse betrachtet. Sie sollten als Sklavenvolk gehalten und ihr Land als Lebensraum für Deutsche genutzt werden. Tausende Angehörige der polnischen Eliten wurden schon zu Beginn systematisch umgebracht. Die Deutschen führten eine Schreckensherrschaft voller Willkür, Terror und Gewalt, Vertreibungen, Plünderungen, Massaker, Verschleppung und Zwangsarbeit. Die jüdische Bevölkerung Polens wurde nahezu völlig ausgelöscht. Polen wurde als Ort für die industrielle Vernichtung des europäischen Judentums in Vernichtungslagern missbraucht.“ Heute lebten wir mit ihnen in eng verwobener Partnerschaft im geeinten Europa zusammen mit regem grenzüberschreitendem Austausch an wirtschaftlichen, freundschaftlichen und familiären Bindungen.

Verantwortung als Bürgerpflicht

Dollacker mahnte an, sich an das Leid zu erinnern, das Polen und seine Bevölkerung durch die nationalsozialistische Herrschaft erlitten hat. „Die Bereitschaft zur Erinnerung an die Opfer und die daraus resultierende Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung sei eine Bürgerpflicht.

Zu „Ich hatt‘ einen Kameraden“ senkten sich die Fahnen und Bürgermeister Markus Dollacker legte mit dem Vorsitzenden des Krieger- und Reservistenverein Ensdorf, Erich Bram, und dem Vorsitzenden der Freiwilligen Feuerwehr Ensdorf, Richard Reiser, im Namen der Gemeinde „für alle Kriegsopfer“ am Ehrenmal einen Kranz nieder, während mit der Böllerkanone Ehrensalut geschossen wurde.

Zitate zum Gedenken

  • Konflikte:

    „Den Hass und die Konflikte so vieler Menschen unserer Tage schließen wir in unser Gebet ein“, sagte Pfarrer Pater Slawomir Niemczewski. „Lieber Gott, gib uns deinen guten Geist und mach das Angesicht der Erde neu.“

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