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Region Amberg
Montag, 25. Juni 2018 20° 4

Kultur

Die Faszination des Theaters spüren

Amberger Schulen präsentieren vielfältige Werke bei den 26. Schultheatertagen. Im Stadttheater gewährten sie erste Einblicke.
Von Rolf-Dieter Reichert

  • Auf der „Farm der Tiere“ treten dann die neuen Despoten auf. Präsentiert wird George Orwells Klassiker vom GMG. Foto: Reichert
  • Ein Klassiker: „Der Besuch der alten Dame“, präsentiert vom Max-Reger-Gymnasium Foto: Reichert

Amberg.26 Mal Schultheatertage? Ja, 26 Mal! Amberger Schulen präsentierten nun im Stadttheater wieder ihre Theatergruppen und Produktionen. Auch Oberbürgermeister Michael Cerny ließ es sich nicht nehmen, den angehenden Künstlern auf „den Brettern, die die Welt bedeuten“ Glück und Erfolg im Leben und bei ihren Aufführungen zu wünschen. Seinen letzten „Auftritt“ hatte Thomas Boss, Leiter des Kulturamts, bei diesen Schultheatertagen, wechselt er doch innerhalb der Stadtverwaltung das Ressort.

Das Theater begann mit „Wir im Theater“ von der Theatergruppe der Unterstufe des Gregor-Mendel-Gymnasiums unter Leitung von Claudia Ried. Es folgte das Stück „Der Schöne und das Biest“, in dem klargemacht wird, welche Folgen das allgegenwärtige Mobbing nicht nur an Schulen hat. Auf der Bühne stand die Theatergruppe der Unterstufe des GMG unter Leitung von Christine Kleinert.

Von Freiheit und Despoten

„Das verkaufte Lachen“ spielt die Franz-Xaver-von-Schönwerth Realschule. Foto: Reichert
„Das verkaufte Lachen“ spielt die Franz-Xaver-von-Schönwerth Realschule. Foto: Reichert

Mit SMS kennt sich doch jeder aus, ob klein oder groß, oder? Aber „Stories aus Maggies Salon“? Gekonnt spielte die Theatergruppe der Unter- und Mittelstufe des Erasmus-Gymnasiums unter der Leitung von Susanna Rosemann dieses Stück tatsächlichen Lebens von Hans Zimmer. In einer Szenen-Collage wird alles dargestellt, was Teenagern derzeit so wichtig erscheint.

Frei nach Tim Thaler erzählt das Stück „Das verkaufte Lachen“, dass man seine innere Freiheit verliert, wenn man nicht mehr lachen kann. Aus der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule brachte die Theatergruppe der 5. bis 10. Jahrgangsstufe unter der Leitung von Brigitte Bodensteiner und Katharina Augustin dieses Stück auf die Bühne. Der teuflische Baron Lefuet gewinnt nach diesem Deal jede Wette, die er eingeht.

Mehr Impressionen von den Theaterstücken finden Sie in unserer Bilderstrecke!

26. Amberger Schultheatertage

Bizarr und böse kam dann die „Farm der Tiere“ auf die Bühne, nach George Orwell, gespielt von der Theatergruppe der 7. bis 9. Jahrgangsstufe des GMG unter Claudia Ried. Die Tiere einer Farm sind mit ihren Lebensbedingungen und ihrer „Regierung“, dem faulen Bauern, nicht mehr zufrieden. Also zetteln sie, unter lautem Singen der „Internationale“ eine Revolution an und stürzen ihre Herren. Aber leider haben sich die Tiere den falschen Führer auserkoren: Die Despoten, die jetzt an die Macht kommen, die Schweine, knechten sie noch schlimmer!

Nach der Pause besuchte die „alte Dame“ nach Friedrich Dürrenmatt das Stadttheater und brachte die Welt von kleingeistigen Kleinbürgern der verarmten Stadt „Güllen“ gewaltig durcheinander. Die alte Dame verspricht der Stadt 500 Millionen und ebenso viel für den, der ihren ehemaligen Liebhaber, der für ihren Fortgang vor 40 Jahren verantwortlich ist, ermordet. Hin- und hergerissen zwischen Moral und Gier sind die Bürger. Inszeniert haben das Stück Nina Kohl, Gabi Biehler und Bianca Rauchenberger mit der Oberstufe des Max-Reger-Gymnasiums.

Ein Mord und die Griechen

Bei „Mord auf Tele 1“ ist die alles entscheidende Frage: „Wer war’s?“ Bei der Aufführung der Dr.-Johanna-Decker-Schulen gibt es die Auflösung. Foto: Reichert
Bei „Mord auf Tele 1“ ist die alles entscheidende Frage: „Wer war’s?“ Bei der Aufführung der Dr.-Johanna-Decker-Schulen gibt es die Auflösung. Foto: Reichert

Und weiter geht es mit Mord und Totschlag: Von den Dr.-Johanna-Decker-Schulen hat die Theatergruppe der 8. bis 12. Jahrgangsstufe unter der Leitung von Peter Ringeisen einen Mord im Fernsehsender Tele 1 aufzuklären. Der Programmleiter wird ermordet! „Wer war’s?“, ist die Frage.

Griechisch wurde es mit „Die Atriden, Iphigenie und ich“, frei nach einem Bühnenstück von Helga Eham. So betitelten das Erasmus-Gymnasium und die Theatergruppe der Oberstufe unter der Leitung von Dr. Veronika Schweighart-Wiesner den Ausflug in die griechische Mythologie. Könige müssen daher natürlich die Hauptrollen spielen, und blutrünstig – trotz bayerischer Verkleidung und sächsischem Tonfall – geht es auch weiter. Wie beendet man so eine Fluch beladene Geschichte? Nun, man befragt das Orakel von Delphi, das sich aber auch nicht als „allwissend“ herausstellt.

26. Schultheatertage

  • Dauer

    Die Reihe beginnt am Mittwoch, 14. März 2018, mit dem Stück „Mord auf Tele 1“ im Gerhardinger Saal der DJDS. Das letzte Stück im Schultheaterjahr 2018 bringt am 27. Juni mit „Die Farm der Tiere“ das GMG auf die Bühne der Mensa.

  • Eintritt

    Der Eintritt zu den Theaterabenden, die in den nächsten Wochen und Monaten in den beteiligten Schulen stattfinden, ist überall frei. Spenden werden jedoch gerne entgegengenommen, die dann der Finanzierung weiterer Stücke dienen. (arr)

Richtig psychologisch wurde es im Stück: „Räuber, Schiller für uns“. Als Autoren zeichneten Marlene Skala und Friedrich Schiller verantwortlich. Ein paar moralische Grundfragen und die Katastrophe? Unausweichlich? Die Theatergruppe der Oberstufe des GMG unter der Leitung von Christoph Schulz hat hoffentlich die Lösung in dieser verfahrenen Situation parat. Sonst könnte der gefährliche Racheplan der einen Schwester gelingen.

Was ist eigentlich normal?

„Alles ganz normal?“ fragt die Theatergruppe von FOS/BOS Amberg. Foto: Reichert
„Alles ganz normal?“ fragt die Theatergruppe von FOS/BOS Amberg. Foto: Reichert

Als letztes Stück noch eine Frage: „Was ist ganz normal?“ Die Theatergruppe der FOS/BOS, Jahrgang 12 und 13, stellt sich und den Zuschauern diese Frage, die als Gesellschaftssatire Martin Will auf die Bühne brachte; die Leitung hat Winfried Sima. In der heutigen Zeit verwischen sich die Grenzen zwischen „normal“ und „nicht normal“, wie der Arzt beim „Begutachten“ eines Patienten, der dem Druck des Labens nicht gewachsen scheint, beweist.

Die Leiterinnen und Leiter der Schulspielgruppen, die am Ende der Theaterreise auf die Bühne kamen, dankten dem scheidenden Kulturamtsleiter Thomas Boss mit einem Geschenk.

Der Eintritt zu den Theaterabenden, die in den nächsten Wochen und Monaten in den beteiligten Schulen stattfinden, ist überall frei. Spenden werden jedoch gerne entgegengenommen, die dann der Finanzierung weiterer Stücke dienen. Die Reihe beginnt am Mittwoch, 14. März 2018, mit dem Stück „Mord auf Tele 1“ im Gerhardinger Saal der DJDS. Das letzte Stück im Schultheaterjahr 2018 bringt am 27. Juni mit „Die Farm der Tiere“ das GMG auf die Bühne der Mensa.

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