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Die Glaskathedrale wird 50

Der bekannte Bau von Walter Gropius feiert Geburtstag. Wegen Corona musste das Programm dafür ins nächste Jahr verschoben werden.

Das Glaswerk wurde am 9. Juni 1970 eröffnet. Foto: J. Riß
Das Glaswerk wurde am 9. Juni 1970 eröffnet. Foto: J. Riß Foto: J. Riß /J. Riß

Amberg.Das Amberger Glaswerk – die Glaskathedrale, wie es im Volksmund schon lange genannt wird – ist im Zuge des Bauhaus-Jubiläums 2019 wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. In diesem Jahr feiert der Industriebau mit seiner besonderen Architektur runden Geburtstag, denn vor 50 Jahren wurde er eingeweiht. Anlässlich dieses Jubiläums waren ursprünglich zahlreiche Aktionen geplant, wie das Stadtmuseum in einer Pressemitteilung schreibt.

Am 9. Juni 1970 war es damals so weit: Nach nur zweijähriger Bauzeit konnte das neue Glaswerk am Bergsteig offiziell eröffnet werden. Zu diesem Anlass waren zahlreiche Gäste anwesend. Der Architekt des Glaswerks, Bauhausgründer Walter Gropius, konnte diesem Ereignis nicht mehr beiwohnen, denn er war bereits ein Jahr zuvor, am 5. Juli 1969, verstorben. Jedoch waren seine Frau Ise Gropius und sein Architektenkollege aus Boston, Alexander Cvijanovic, der am Bau der Glaskathedrale maßgeblich beteiligt war, angereist. Ise Gropius sah das Glaswerk sogar als das „Vermächtnis ihres Mannes“, denn es ist nicht nur das einzige Werk von Walter Gropius in der Oberpfalz, sondern es war zugleich sein Letztes.

Auf Glasherstellung ausgelegt

Tatsächlich in Betrieb war das neu erbaute Glaswerk schon deutlich früher. Es wurde 1967 geplant und ab 1968 in zwei Abschnitten gebaut. Als der erste Teil im Norden des Areals 1969 fertig war, lief darin bereits die Produktion an. Der zweite, daran anschließende Gebäudeabschnitt, wurde nach dem Abriss der deutlich kleineren Vorgängerhütte fertiggestellt. Zu dieser Zeit erfolgte die Herstellung des vorwiegend mundgeblasenen Glases an mehreren Glasöfen. Bis heute wird dort Glas produziert, in einem Gebäude, das nicht nur aufgrund seiner Dachform architektonisch bestens auf die Glasherstellung ausgelegt ist.

Die aufragende Dachform des Mittelschiffs mit den flankierenden Flachbauten war es auch, die schon in den 1960er Jahren zu Äußerungen wie „ein Novum im Industriebau“, „Glasmacher unterm Beton-Sonnenzelt“, der Bezeichnung als „Gropius-Zelt“ oder dem bekannteren Begriff der „Glaskathedrale“ führten. Im Mai 2019 konnte in der Glaskathedrale ein Dokumentationsraum eingerichtet werden. Alle Interessierten haben so nach Voranmeldung im Stadtmuseum Amberg die Gelegenheit, bei einer multimedialen Führung der Entstehungsgeschichte und Architektur dieses einmaligen Baus näher zu kommen.

Zahlreiche Aktionen waren für dieses Jahr anlässlich „50 Jahre Glaskathedrale“ geplant. Ein Großteil davon musste auf das kommende Jahr verschoben werden, etwa die thematisch anknüpfende Sonderausstellung im Stadtmuseum, Vorträge, ein landkreisweiter Schülerwettbewerb sowie ein Aktionstag.

Weitere Informationen

  • Führungen:

    Die aktuell ausgesetzten Führungen im „Erlebnis Glaskathedrale“ werden sobald es die Bedingungen zulassen wieder aufgenommen.

  • Kontakt:

    Weitere Informationen erhalten Interessierte online unter www.stadtmuseum.amberg.de, telefonisch unter (0 96 21) 10 12 84 oder direkt im Stadtmuseum Amberg.

Die Sonderausstellung „Der Arbeit Paläste bauen – Die erste und die letzte Fabrik von Walter Gropius“, die in Kooperation mit dem UNESCO-Welterbe Fagus-Werk entstanden ist, wird nun im Juni 2021 eröffnet. Sie soll in sechs Themenschwerpunkten Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser beiden herausragenden Beispiele deutscher Industriearchitektur beleuchten. Arbeiten des Fotografen Clemens Zahn werden die Ausstellung ergänzen.

Wartezeit verkürzen

Weiter sind für das kommende Jahr ein Symposium zur Glaskathedrale sowie die Herausgabe einer Buchpublikation zur Architektur des Baudenkmals geplant. Anlässlich des fünfzigsten Jahrestages der Eröffnung am 9. Juni laden vier Amberger Gästeführer auf dem YouTube-Kanal des Stadtmuseums zu einer kurzen Führung ein. Im Jahresverlauf wird es darüber hinaus weitere Programmpunkte, wie die Vorstellung eines Museumskoffers zur Glaskathedrale für Schulen oder einen Virtual-Reality-Film, geben. So wird die Zeit bis zum eigentlichen Programm, das nun 2021 stattfindet, verkürzt.

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