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Politik

Die Kreisirrenanstalt wurde zu „medbo“

Besucher aus dem Landkreis lernten Aufgaben und Leistungen des Bezirks kennen.

Die Besuchergruppe aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach mit Bezirksrat und Kulturreferent Richard Gaßner (vorne links) sowie medbo-Mitarbeiter und Kunsthistoriker Bruno Feldmann (vorne rechts)  Foto: Bonack
Die Besuchergruppe aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach mit Bezirksrat und Kulturreferent Richard Gaßner (vorne links) sowie medbo-Mitarbeiter und Kunsthistoriker Bruno Feldmann (vorne rechts) Foto: Bonack

Amberg-Sulzbach.Mehr als 50 Besucher aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach waren auf Einladung des Kümmersbrucker Bezirksrats Richard Gaßner nach Regensburg gekommen, um sich von den Aufgaben und Leistungen des Bezirks Oberpfalz ein Bild zu machen. Gaßner ging bei der Hinfahrt unter anderem auf den Bezirkshaushalt ein, der in diesem Jahr rund eine halbe Milliarde Euro umfasst. Pflegebedürftige und Behinderte werden mit rund 437 Millionen Euro unterstützt, informiert Günter Bonack vom Bezirk Oberpfalz.

„Mit Beratung, Kulturförderung, eigenen Veranstaltungen und Veröffentlichungen sorgt der Bezirk für ein lebendiges Kulturleben in allen Regionen der Oberpfalz“, brachte Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl die Kulturarbeit des Bezirks auf den Punkt. Kultur sei mittlerweile ein Standortfaktor: Beim Wohnortwechsel schauen die Menschen auch auf das Kulturangebot, Firmenchefs werben im Wettbewerb um Fachkräfte mit dem Kulturleben in der Region. Dazu zählen auch Denkmäler, Klöster und historische Gebäude. Für den Bezirk ist der Erhalt dieser Bausubstanz Pflichtaufgabe: Trotz seiner relativ geringen Größe hat der Bezirk die höchsten Ausgaben für Denkmalpflege unter den sieben bayerischen Bezirken: Pro Einwohner etwa einen Euro, also rund eine Million Euro.

Mit insgesamt 15 Förderprogrammen von der Volksmusik über die Festspielförderung bis zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit will der Bezirk vor allem Hilfe zur Selbsthilfe leisten und gewachsene Strukturen vor Ort unterstützen. Ab Frühjahr kommenden Jahres wird der Bezirk auch die Popularmusik wie Rock, Pop und Jazz stärker fördern, dafür wird eine hauptamtliche Vollzeitstelle geschaffen.

Auf dem Weg zur Krankenhauskirche St. Vitus besichtigte die Besuchergruppe auch die 2016 neu gestaltete T4-Gedenkstätte. Die Gedenkstätte erinnert an das Schicksal der 642 psychisch kranken und behinderten Menschen, die 1940/41 aus der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll in die Tötungsanstalt Hartheim bei Linz deportiert und dort ermordet wurden. „Im Zentrum steht die restaurierte Gedenktafel und um sie herum 268 Porträts von ehemaligen Patienten“, erläuterte Kunsthistoriker Bruno Feldmann.

Feldmann zeigte der Gruppe auch das kultur- und kirchengeschichtliche Juwel St. Vitus. 997 wurde das Benediktinerkloster Prüll gegründet. Die 1110 geweihte Hallenkirche St. Vitus war nach den Benediktinern von 1484 bis zur Säkularisierung 1803 in der Hand des Karthäuserordens.

1852 wurde in den Gebäuden des Klosters die Königliche Kreisirrenanstalt Karthaus-Prüll eröffnet, die Vorgängerin des heutigen Kommunalunternehmens „Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz“ (medbo).

Am Nachmittag besuchte die Reisegruppe die neu eröffnete jüdische Synagoge in der Regensburger Altstadt. Die Besucher waren bei der Führung von Dieter Weber, Vorsitzender des Fördervereins Neue Regensburger Synagoge, sehr beeindruckt von der offenen Gesamtgestaltung des Hauses auf dem beengten Grundstück.

Bezirk und Regierung

  • Regierung der Oberpfalz

    Setzt im Auftrag des Freistaates Bayern als verlängerter Arm der Ministerien Gesetze und Verordnungen um.

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