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Region Amberg
Donnerstag, 19. April 2018 24° 1

Tradition

Die Menschen brauchen gute Begegnungen

Bei der Waldweihnacht auf dem Eggenberg dankte Ensdorfs Bürgermeister Dollacker auch allen Bürgern, die sich einbringen.

Der Ensdorfer Dreigesang gestaltete das Rorate mit. Foto: abl

Ensdorf. Zur 32. Waldweihnacht der Ensdorfer Schnupfer kamen viele Menschen auf den Eggenberg. Am Vorabend des dritten Adventsonntags feierten sie das adventliche Rorate in der geschmückten Wallfahrtskirche zu den vierzehn heiligen Nothelfern mit. Stimmungsvoll gestalteten der Ensdorfer Dreigesang und die Bläsergruppe der Ensdorfer Volksmusik unter Leitung von Georg Bayerl den Gottesdienst, den Pfarrer Pater Hermann Sturm zelebrierte. „Wir sagen euch an den lieben Advent“ und „Tauet Himmel“ intonierte die Bläsergruppe eingangs, bevor Pfarrer Sturm deutlich machte, Advent heiße auch, füreinander da zu sein, Festgefahrenes mit neuen Augen zu sehen und die Hoffnung zu haben, dass Lieblosigkeit, Unterdrückung, Angst und Ungerechtigkeit überwunden werden.

Das Gegenüber wertschätzen

Die Bläser stimmten weihnachtliche Weisen an. Foto: abl

Zwei Frauen trugen das Lukas-Evangelium vom Besuch Marias bei ihrer Base Elisabeth vor, ein Bild zeigte deren Begegnung. Pfarrer Sturm stellte dieses dann auch in den Mittelpunkt seiner Predigt: Ihr Zusammensein biete Gelegenheit, die täglichen Begegnungsmöglichkeiten zu überdenken. „In jedem Gruß drücken wir aus, dass wir unser Gegenüber wertschätzen.“

Er gab zu bedenken, viele Menschen würden sich täglich begegnen – „und begegnen sich in Wahrheit nie.“ „Echte Begegnungen sind selten. Sie geschehen dort, wo ein guter Geist herrscht“, so Pfarrer Sturm. Andererseits würden Menschen oft achtlos aneinander vorbeigehen, keine Zeit haben für ein Gespräch und einer wirklichen Begegnung aus dem Weg gehen. „Wir alle brauchen gute Begegnungen, mit anderen Menschen und mit Gott“, so der Prediger, der dazu aufrief, „sich zu öffnen, damit Gott in uns einkehren kann, in unsere Herzen“.

Lob bewirkt mehr als Meckereien

Im beheizten Eggenberghaus saßen die Menschen noch zusammen. Foto: abl

Bürgermeister Markus Dollacker bekannte, dass er sich aufrege über das alljährliche kommerzielle Weihnachtstreiben: „Stromfressende Lichtketten an ganzen Häuserblöcken, regelrechte Jagd nach passenden Geschenken in überfüllten Fußgängerzonen. Nichts von besinnlicher Weihnachtszeit.“ Auch er beteilige sich an Meckereien – nicht nur zu Weihnachten. Doch gerade, wenn sich Menschen engagieren, ob in der Freizeit oder am Arbeitsplatz, in Vereinen oder privat, würden Meckereien sie treffen. „Wir alle sollten uns immer bewusst sein, dass ein Lob viel mehr Positives bewirken kann als tausend Meckereien“, so Dollacker.

In einem Rückblick erinnerte er an die endlich vollendete Kirchenrenovierung mit dem großen Höhepunkt der Altarweihe durch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer sowie das Benefizkonzert des Heeresmusikkorps. Erfolgt sei der Spatenstich für die Kinderkrippe, die bereits das Dach habe.

Die weltliche Feier

  • Wärmende Feuer

    Fleißige Mitarbeiter des Schnupfer-Clubs haben vor dem Eggenberghaus ein Feuer angezündet, an dem sich die Gottesdienstbesucher wärmen konnten.

  • Wärmender Glühwein

    Zum „inneren Aufwärmen“ gab es heißen Glühwein und Stollen zur Stärkung, die auch im wohlig geheizten Eggenberghaus schmeckten, bevor sich die Besucher wieder an den Abstieg aus den Höhen des Hirschwaldes machten. (abl)

Es macht Freude, hier zu leben

Er erinnerte auch an die Geschichte des BBou, des bayerischen Bou, eines Wolfsbachers, „der auszog, um als bayerischer Rapper berühmt zu werden und auch seine Heimat bekannt zu machen. In seinen Rappergeschichten erzählt er über seine Heimat – und plötzlich sind Uschlberg und Seidlthal auch weltberühmt.“

All das mache die Gemeinde Ensdorf besonders, betonte Dollacker. „Da macht es Freude, hier zu leben, da macht es sogar Spaß, Bürgermeister zu sein!“ Er dankte allen, die sich engagieren, ob berufsmäßig oder ehrenamtlich in Vereinen oder in der Nachbarschaftshilfe, ob öffentlich oder unsichtbar im Stillen. „Nur alle gemeinsam, wenn jeder seine eigene Person etwas zurücknimmt und sich ein Stück weit einbringt, erleben wir eine friedliche liebens- und lebenswerte Gemeinschaft“, betonte er. Schnupfer-Club-Vorsitzender Arnold Hiltl bedankte sich bei allen Mitwirkenden der Feier. Anschließend spielten die Bläser festliche Weisen. (abl)

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