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Die Region will nicht aufs Nebengleis

Politik und Wirtschaft machen Druck für den Ausbau der Bahnstrecke nach Schwandorf. Ein Gutachten stärkt den Initiatoren dabei den Rücken.
Von Christina Röttenbacher

ZNAS-Geschäftsleiter Hans-Jürgen Haas, Dritter Bürgermeister Rudolf Maier, Landrat Richard Reisinger, Dr. Bernhard Mitko Rechtsreferent der Stadt Amberg und IHK-Geschäftsführer Dr. Alfred Brunnbauer (v. r.)Foto: hcr

Amberg.Rückt die Region nun in die Mitte Europas, oder wird der Raum Metropolregion Nürnberg/München/Schwandorf/Prag beim Ausbau und der Elektrifizierung des Bahnnetzes abgekoppelt? Der Landkreis Amberg-Sulzbach, der Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Regensburg haben alles daran gesetzt, mit einem eigens durch die Intraplan Consult erstellten Gutachten über Kosten-Nutzenberechnungen verschiedener Ausbaumodelle einer zweigleisigen „Metropolenbahn“ vorrangig in die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans 2015 aufgenommen zu werden.

Bei einem Pressegespräch im Landratsamt bezogen die Initiatoren Stellung zum Gutachtenergebnis, das bereits Vertretern des bayerischen Verkehrsministeriums vorgelegt wurde. Landrat Richard Reisinger sagte, es gehe darum, nicht vom modernen Schienennetz in Europa abgehängt zu werden. Entscheidend sei, dass der östliche Nachbar Tschechien künftig schnell nach München und die südlichen Länder Europas gelange. „Wir müssen mit Realismus und vorsichtigem Optimismus auf die Entscheidung aus Berlin warten“. Erste Rückmeldungen aus dem Bundesverkehrsministeriums könnten bereits vorsichtig optimistisch stimmen. „Es gilt, in Berlin die wirtschaftliche Bedeutung der angedachten Metropolbahn deutlich zu machen. Es gehe nicht an, so der Landrat, „dass für uns ein verhungertes Nebengleis bleibt“.

Auch Ambergs Dritter Bürgermeister Rudolf Maier sah gute Chancen, den Raum Amberg in den Ausbau eines zweigleisigen, elektrifizierten Netzausbaus zu integrieren. In den Mittelpunkt der Bedeutung der Metropolbahn stellte IHK-Geschäftsführer Dr. Alfred Brunnbauer die daraus resultierenden wirtschaftlichen Gesichtspunkte und favorisierte die Strecke Amberg-Pilsen-Prag als günstigste Alternative in der Kosten- Nutzenrechnung. Tschechien habe bereits seine Bahntrasse Prag-Pilsen für 200 Millionen Euro zu einer Hochleistungsstrecke ausgebaut.

Welche Streckenführungen für die Metropolbahn möglich sein könnten, stellte ZNAS-Geschäftsleiter Hans-Jürgen Haas dar. Bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft habe die Strecke zwischen Nürnberg/Amberg und Schwandorf wegen knapper Finanzmittel nicht unbedingt eine hohe Priorität. Die einzige Chance, die Bedeutung der Strecke zu steigern, liege im Fernverkehr, einer leistungsfähigen Anbindung aus der Region nach Osten, nach Süden mit Regensburg und München sowie über Hof nach Ostdeutschland und die Seehäfen. Als isoliertes Projekt habe der Streckenausbau trotz guten volkswirtschaftlichen Nutzens kaum Aussicht auf Aufnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans.

Darum habe man versucht, das Projekt mit der Fusion der Trassen Nürnberg-Amberg-Schwandorf und München-Schwandorf-Prag zur Metropolenbahn Nürnberg/München-Schwandorf-Prag zu erweitern, um so einen bestmöglichen Kosten-Nutzeneffekt zu erreichen. „In den nächsten Jahrzehnten wird es, wenn überhaupt, nur eine West-Ost-Schienenstrecke geben – die wirtschaftlichste“. Inzwischen sei, so Haas, aus dem Bundesfinanzministerium bekanntgeworden, dass auf Grund der Unterfinanzierung und der enormen Zahl an Neuanmeldungen die Priorität auf den Erhalt der bestehenden Bahntrassen gelegt werde. Nur besonders wichtige und finanzierbare Maßnahmen würden in die neu geschaffene Bedarfskategorie „vordringlicher Bedarf plus“ aufgenommen. Die wirtschaftlichen Daten, die sich aus dem Gutachten ergeben, kamen auf den enorm guten volkswirtschaftlichen Kosten-Nutzenfaktor von 2,2. Das Gutachten komme zu dem Ergebnis, schloss Haas seine Ausführungen, dass bei einer Fusion beider Strecken zu einer Metropolbahn Nürnberg/München-Schwandorf-Prag der erforderliche Wirtschaftsfaktor 1,0 bei weitem überschritten werde.

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