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Sicherheit

Die Überwachung zeigt auch Wirkung

Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit mit Sitz in Amberg zieht positive Bilanz. Weitere Kommunen sind beigetreten.

  • Der Einsatz des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz bei der Geschwindigkeitskontrolle zeigt Wirkung. Symbolfoto: Jens Büttner/dpa
  • Vorsitzender des Zweckverbands ist der Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny. Foto: abl

Amberg.Die Nachrichten sind erfreulich: „Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz verzeichnet ein organisches Wachstum!“ Das stellte der Verbandsvorsitzende, Ambergs OB Michael Cerny, bei der jüngsten Verbandsversammlung fest. Im Jahr 2017 wurden weitere elf Kommunen Mitglieder, acht schlossen sich über eine Zweckvereinbarung an. Zu den neuen Mitgliedern gehört aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach auch der Markt Rieden, der Markt Freihung ist per Zweckvereinbarung dabei. Und im Markt Schmidmühlen denkt der Gemeinderat auch schon seit einiger über einen Beitritt nach.

Mehr als 40 000 Verstöße

Geschäftsstellenleiter Maximilian Köckritz Foto: abl
Geschäftsstellenleiter Maximilian Köckritz Foto: abl

Geschäftsstellenleiter Maximilian Köckritz berichtete, dass seit 2015 die Anzahl der Mitgliedsgemeinden von elf auf 51 angewachsen ist, die Anzahl der Mitarbeiter von 7 auf 20. In diesem Jahr wurden 1258 Stunden an Überwachung im ruhenden Verkehr geleistet, wobei 3500 Verstöße geahndet wurden. Dazu kamen laut Köckritz 2749 Stunden Überwachung im fließenden Verkehr – mit 36 700 Verstößen. Dass der Einsatz des Zweckverbands bei der Geschwindigkeitskontrolle Wirkung zeige, sehe man beispielsweise in Amberg bei der Berufsschule. Wie der Geschäftsstellenleiter sagte, sei die Quote an Verstößen von 26 auf jetzt sechs Prozent zurückgegangen.

„Wir wollen kostendeckend arbeiten, nicht abzocken!“

Maximilian Köckritz

Im Haushaltsplan 2018 wird mit 1,674 Millionen Euro an ordentlichen Erträgen, einem Jahresergebnis von rund 95 000 Euro und einem Finanzmittelüberschuss von 17 600 Euro gerechnet. Einstimmig hat die Verbandsversammlung den Haushaltsplan 2018 gebilligt.

„Die Gemeinden machen damit kein Geschäft“, betonte Verbandsvorsitzender Michael Cerny. Und Geschäftsstellenleiter Köckritz machte deutlich: „Wir wollen kostendeckend arbeiten, nicht abzocken!“ Denn: Sie wissen um die Skepsis vieler Bürger, die eine Verkehrsüberwachung infrage stellen.

Schutz von Menschenleben

Die Notwendigkeit zeigen die Verantwortlichen zum Beispiel an diesem Szenario: Bei jedem vierten Einsatz würden die Rettungskräfte mit Verkehrsproblemen kämpfen. Nicht nur die Falschparker in der Feuerwehranfahrtszone würden Rettern den Weg versperren. Auch falsch geparkte Autos in engen Gassen und im Kreuzungsbereich würden oft Durchkommen unmöglich machen. Weil im Notfall jede Sekunde zähle, sei es jedoch erforderlich, dass die Rettungswege frei sind.

Vor allem aber geht es um den Schutz von Menschenleben: Demnach sterben bei 65 km/h acht von zehn Fußgängern, die mit einem Auto kollidieren. Bei 50 km/h hingegen überleben acht von zehn Fußgängern, die von einem Auto erfasst werden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann habe es so formuliert: „Zentrale Voraussetzung für mehr Verkehrssicherheit ist, dass sich jeder an die geltenden Verkehrsregeln hält. „Wo diese Einsicht fehlt, sind Kontrollen und Sanktionen unverzichtbar.“ Und solche regelmäßigen Tempokontrollen würden zeigen, dass die Anzahl der Geschwindigkeitsverstöße pro Messstunde deutlich und dauerhaft gesunken sind.

Der Zweckverband wächst

  • Neue Mitgliedsgemeinden

    Dem Zweckverband beigetreten sind als neue Mitglieder aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach der Markt Rieden und die Verwaltungsgemeinschaft Illschwang, ferner die Verwaltungsgemeinschaft Kallmünz, Verwaltungsgemeinschaft Pielenhofen-Wolfsegg, Verwaltungsgemeinschaft Alteglofsheim, Stadt Hemau, Stadt Roding, Markt Pyrbaum, Verwaltungsgemeinschaft Nabburg, Verwaltungsgemeinschaft Saal an der Donau und Verwaltungsgemeinschaft Donaustauf.

  • Zweckvereinbarung

    Neu angeschlossen über eine Vereinbarung sind Markt Freihung (Landkreis Amberg-Sulzbach), ferner Markt Schierling, Stadt Neustadt/Waldnaab, Markt Nittendorf, Verwaltungsgemeinschaft Langquaid, Stadt Zwiesel, Gemeinde Pommelsbrunn, Gemeinde Thalmassing. (abl)

Gezieltere Überwachung erreichen

Im kommenden Jahr will der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit in Zusammenarbeit mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden eine Umfrage zur Zufriedenheit der Mitgliedsgemeinden durchführen; bis zu 2000 Euro will man dafür investieren.

Außerdem werde eine systematische Datenerfassung aller Verkehrsmessungen für alle von den Gemeinden festgelegten Messstellen durchgeführt. Erfasst werden dabei gemessene Geschwindigkeiten, an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit. Damit werde dann eine gezieltere Überwachung nach Schwerpunkten ermöglicht, hieß es. „Raser ausbremsen mit System“ nennt man das. Vorgesehen ist auch die Erstellung eines detaillierten Jahresberichtes.

Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit sieht in seiner Arbeit auch entscheidende Vorteile für die Gemeinden: Dazu gehöre unter anderem, dass der Ansprechpartner für die Kommunen eine Behörde sei. Anders als bei privaten Anbietern habe der Zweckverband keine Gewinnerzielungsabsicht: Alle eingenommenen Verwarn- und Bußgelder gehen zu 100 Prozent an die Kommunen weiter. Und es entstehe auch kein zusätzlicher Personal- und Verwaltungsaufwand in der Gemeinde. (abl)

Der Markt Schmidmühlen überlegt, sich dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit anzuschließen.

„Ringraser“ sind ein Ärgernis in Amberg. Da ist inzwischen auch der Zweckverband mit Messstationen im Einsatz.

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