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Montag, 20. August 2018 26° 2

Bildung

Digitale Klassenzimmer sind das Ziel

Die Stadt Amberg stellt die Weichen für den Unterricht der Zukunft. Klassen sollen mit moderner Technik ausgestattet werden.
Von Gerd Spies

Die Stadt Amberg geht voran und investiert viel Geld in die moderne technische Ausstattung von ausgewählten Klassenzimmern. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Die Stadt Amberg geht voran und investiert viel Geld in die moderne technische Ausstattung von ausgewählten Klassenzimmern. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Amberg.Die Welt wird digital, doch Schüler und Lehrer merken es noch kaum. Es mangelt den Schulen an der Ausstattung, vor allem aber fehlt ein ordentliches Konzept für den Unterricht. Das soll sich jetzt ändern, zumindest an den Amberger Schulen. Der Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss brachte als ersten Schritt bereits für das kommende Schuljahr die Einrichtung eines digitalen Klassenzimmers an ausgewählten Musterschulen auf den Weg.

„Wir brauchen mehr Tablets und weniger Büchertaschen“, verkündete Ministerpräsident Markus Söder in seiner Regierungserklärung. Den Worten ließ die Regierung auch gleich Taten folgen. Sie legte ein Förderprogramm in dreistelliger Millionenhöhe auf, um die Kommunen bei der Einrichtung digitaler Klassenzimmer zu unterstützen. 50 000 sollen es am Ende an allen Schularten werden, geplant waren ursprünglich 15 000 Klassenzimmer. 40 Millionen Euro Fördergelder fließen hierzu allein im kommenden Jahr, 122,5 Millionen Euro sind für den Doppelhaushalt 2019/20 vorgesehen. „Wir müssen früh dran sein, um auch möglichst viel Förderung zu erhalten“, begründet Kämmerer Franz Mertel die schnelle Vorgehensweise.

Die Schulen optimal ausstatten

Schließlich könne die Förderung bis zu 90 Prozent der Ausstattungskosten umfassen. Die bisherige Ausstattung der Amberger Schulen könne sich sehen lassen. Schließlich habe ja die Stadt mit Michael Cerny einen Oberbürgermeister, der aufgrund seiner Vergangenheit als „Siemensianer“ eine Affinität zu diesem Thema besitze, meinte der CSU-Fraktionsvorsitzende Dieter Mußemann.

„Wir brauchen mehr Tablets.“

Markus Söder, Ministerpräsident

Alle Klassenzimmer der Amberger Schulen, so informierte Kulturreferent Wolfgang Dersch das Gremium, sind bereits mit Beamer und Dokumentenkamera ausgestattet, für alle Schüler und Lehrer die Microsoft Office 365-Lizenzen erworben. Außerdem verfügen nahezu alle Schulgebäude über einen Glasfasseranschluss. Dass es bei der Umsetzung der Digitalisierung in den Schulen großen Handlungsbedarf gebe, zeigte bereits die lebhafte Diskussion im Schul- und Sportausschuss die Woche zuvor. „Es geht nicht darum, die Schüler von analog auf digital umzustellen, sondern darum, den Schülern den richtigen Umgang mit den digitalen Medien zu lernen“, erklärte CSU-Chef Dieter Mußemann.

So sollen die ausgewählten Klassenzimmer ausgestattet sein:

Die Musterzimmer

  • Investition:

    Für die Haushaltsjahre 2019 und 2020 wird die Bereitstellung von jeweils zwei Millionen Euro empfohlen, die zu erwartende staatliche Förderung aber noch nicht eingerechnet.

  • Ausstattung:

    Über folgende Komponenten sollte ein digitales Klassenzimmer verfügen: Glasfaseranbindung, W-Lan, interaktiver Monitor, Dokumentenkamera, ein Klassensatz iPads.

Schließlich würden die Schüler in ihrer zukünftigen Arbeitswelt nicht mehr ohne sie auskommen. Großen Schulungsbedarf sieht OB Cerny besonders bei den Lehrern. Die Stadt werde deshalb gemeinsam mit dem Schulamt eine Arbeitsgruppe zur Koordinierung der anstehenden Aufgaben einrichten. Alle Schulen sind bereits durch das Kultusministerium aufgefordert worden, bis Ende des nächsten Schuljahres ein Medienkonzept zu erstellen.

Lesen Sie mehr: Digitale Technik soll endlich in allen bayerischen Schulen überall im Land Einzug halten - auch wenn nicht jeder Schüler ein eigenes Tablet bekommen soll.

Kulturreferent Wolfgang Dersch schlug vor, dass die Amberger Schulen ein einheitliches Konzept erstellen, koordiniert durch das Schul-und Sportamt. Bezüglich der Klassenzimmer-Ausstattung sei die Grundidee, dass das digitale Klassenzimmer über einen Lehrerarbeitsplatz mit Präsentationseinrichtung (Lehrer-PC, Großbilddarstellung, Dokumentenkamera) verfüge, jeder Schüler ein digitales Endgerät in Form eines Tablets oder Smartphones nutzen könne. An der Grundschule wird es eher das Tablet sein, an den weiterführenden Schulen das eigene Smartphone, lautete die Einschätzung des Oberbürgermeisters.

Grünes Licht für Investitionen

Für jede der fünf Schularten (Grund-, Mittel-, Realschule, Gymnasium, berufliche Schule) beschloss nun der Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss in einer ausgewählten Schule die Ausstattung eines Modellklassenzimmers noch in diesem Jahr, mit einem geplanten Kostenaufwand von 40 000 Euro pro Klassenzimmer.

„Wir müssen früh dran sein, um auch möglichst viel Förderung zu erhalten.“

Franz Mertel, Kämmerer

Insgesamt 200 000 Euro werden also dafür noch im Haushaltsjahr 2018 bereitgestellt. Die Erfahrungen aus diesen Schulen dienen dann als Feedback für die weitere Entwicklung der digitalen Klassenzimmer. Angestrebt ist eine flächendeckende Ausstattung aller Schulen in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren. 250 Klassenräume will man im Endausbau zu digitalen Räumen umgerüstet haben.

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