MyMz
Anzeige

Oberleinsiedl

Dinkel und Soja sind im Kommen

Getreidebauern üben massive Kritik an der Düngeverordnung. Das Amberger AELF bietet den Landwirten Hilfe an.
Von Christine Wendl

Laut Getreidehändlerin sollen sich die Bauern auch mit dem Dinkel-Anbau beschäftigen.  Foto: Matthias Balk/dpa
Laut Getreidehändlerin sollen sich die Bauern auch mit dem Dinkel-Anbau beschäftigen. Foto: Matthias Balk/dpa

Ursensollen.Bei der Frühjahrsversammlung der Erzeugergemeinschaft Qualitätsgetreide in Oberleinsiedl führte Horst Grünthaler in Vertretung für den Vorsitzenden Georg Straller durch den Abend. Dabei gab es vor allem Diskussionen um die Düngeverordnung.

Als Gastredner trat Reinhard Jung aus Brandenburg ans Rednerpult. „Wie geht es nun nach den Trecker-Demos weiter?“ fragte er. Sein leidenschaftliches Plädoyer richtete sich gegen die „Insektenlüge, gegen Mercosur und die Düngeverordnung“. Er forderte mehr bäuerliche Familienbetriebe, von denen es im Osten immer mehr, im Westen immer weniger gebe.

Immense Auflagen

Die Bewegung „Land-schafft-Verbindung“ müsse unbedingt unterstützt werden. Der Druck der Bauern auf der Straße sei angekommen, eine Grundsympathie und Verständnis für die Landwirte sei spürbar. Jung halte auch die immensen Auflagen, die auf die Bauern einprasseln, für sinnlos. Jeder Landwirt sei im Grunde ein Freund der Natur, habe aber auch eine Berufsehre. Er produziere letzten Endes Lebensmittel – und das mit gutem Gewissen.

In diesem Jahr stehe die Düngeverordnung und der „Blühstreifen am Feldrand“ im Fokus des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), so Engelbert Hollweck, Bereichsleiter Landwirtschaft am AELF Amberg. Er appellierte an die Bauern, auf die allerhand Bürokratie zukomme, die Hilfe vom Amt in Anspruch zu nehmen. Hollweck habe sich über die roten Gebiete im Landkreis Amberg-Sulzbach, die angeblich Gewässer mit hoher Nitratbelastung ausweisen, gewundert. Durch den berechtigten Eingriff des Vorsitzenden der Erzeugergemeinschaft, Georg Straller, sei Bewegung in diese Diskussion gekommen.

Auch der Bayerische Bauernverband, vertreten durch Kreisobmann Peter Beer, arbeite sehr gut mit Straller daran. Beer stellte sodann ebenfalls die Düngeverordnung an den Pranger: „Das ist auch für Fachleute nicht mehr nachvollziehbar.“ Die Düngung sei vor der Ernte notwendig und man habe auf die Witterung und die daraus resultierende Ernte keinen Einfluss.

Vortrag für die Öffentlichkeit

Dr. Hansgeorg Schönberger von der N. U. Agrar gewann mit seinem Vortrag sogleich die Aufmerksamkeit. „Die Bauern sind an allem schuld - oder??“ So betitelte er sein Vortrag, der eigentlich nicht nur von den Landwirten gehört werden sollte, sondern vielmehr von der breiten Öffentlichkeit und all denjenigen, die zurzeit kein gutes Haar an den Nahrungsmittelproduzenten Nummer eins ließen. Die Bauern selbst wüssten das alles und hielten sich auch permanent durch Fortbildungen auf dem neuesten Stand.

Wenn die Landwirte alles so schlecht machten, warum seien dann die Böden trotz jahrtausendelanger Bewirtschaftung immer steigend ertragsfähig? „Wo geht Massentierhaltung los?“, fragte er und verwies auf dicht gedrängte Hochhaussiedlungen in tausenden von Großstädten. Derartige Lebenssituationen könne man im direkten Vergleich durchaus als „Käfighaltung für Menschen“ bezeichnen. Dies scheine jedoch niemanden großartig zu stören. Aber „viele Menschen brauchen auch viel zu essen“.

Die Grundbedürfnisse des Menschen müssten mit den Schutzbedürfnissen von Wasser, Boden und Klima vereinbar sein. Gleichzeitig dürften weder für die Natur, noch für die Artenvielfalt Nachteile entstehen. Wenn man dann noch die Wahl-Bedürfnisse der Verbraucher – ohne Gentechnik, ohne Chemie und ohne Kunstdünger – einkalkuliere, sei man wieder bei regional und bäuerlich. Die sozialromantischen Vorstellungen des Städters aus dem Hochhausviertel würden jedoch oftmals auf die weniger idyllische Realität in der Landwirtschaft treffen, so Schönberger.

Daten und Fakten

  • Empfehlung:

    Sowohl Dinkel als auch Soja seien groß im Kommen. Die Getreidehänderlin empfahl, sich mit dem Anbau von Dinkel zu beschäftigen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht