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Geschichte

Drei neue Wagen für Amberger Kaolinbahn

Wie so oft, kann bei den Wagen der genaue „Lebenslauf“ nicht rekonstruiert werden. Dennoch haben sie viel zu erzählen.
Von Rolf-Dieter Reichert

Alles bereit für die neuen, alten Fahrzeuge aus Regensburg. Foto: Reichert
Alles bereit für die neuen, alten Fahrzeuge aus Regensburg. Foto: Reichert

Amberg.Auf dem Gelände der Drehscheibe in Amberg (Amberger Kaolinbahn e.V.) sind wieder Kräne aufgefahren und das bedeutet immer, es kommt Zuwachs aufs Gelände. Am Dienstag waren es drei Güterwaggons, die per Tieflader der Spedition Schmidbauer unter Polizeibewachung – nicht etwa, weil die Fahrzeuge so wertvoll sind, sondern wegen der Übergröße der auf den Tiefladern verzurrten Fahrzeuge – durch die Amberger Straßen gelotst.

Ein besonderes Erlebnis dabei ist immer die Durchfahrt durch das Nadelöhr der Marienstraße. Nicht einfach für die Fahrer der Lkws mit ihrer Überlänge und den engen Straßenverhältnissen. Aber es ist die einzige Möglichkeit, solche Transporte auf der Straße zum Gelände der AKB zu bugsieren. Ein Transport auf der Schiene (wäre wohl möglich) wird von der Bahn aber rundweg abgelehnt. Ohne Probleme kam der Konvoi um 12.30 Uhr auf dem Gelände an. Zwei Autokräne warteten schon, um die Fracht an die Haken zu nehmen und auf Amberger Gleise zu setzen. Die Mannschaft der RSWE e.V. und der AKB e.V. haben da schon richtig Routine und so ging das alles bestens „…über die Gleise“.

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Drei neue Wagen für Amberger Kaolinbahn

Der erste Waggon war auch gleich etwas Besonderes: Dieser Wagen wurde 1910 – er ist also fast 110 Jahre alt – mit dem Gattungszeichen G02 Stettin gebaut. Der Waggon konnte in „unverbasteltem Zustand“ übernommen werden: Im Innern sind noch die Halteringe für Pferde vorhanden, die Achslager stammen von der damaligen österreichischen Eisenbahn. Auch die Stangenpuffer (sehr selten) sind noch original! Und auch der nächste Wagen, der die für ihn neuen Gleise unter die Radreifen nahm, ist etwas Besonderes: Immerhin wurden von dieser Wagenart bis zu 150000 Stück bis Anfang des Zweiten Weltkriegs für die Reichsbahn beschafft.

Wagen wurde wahrscheinlich als Reparationsleistung gebaut

Wie so oft, kann bei den Wagen der genaue „Lebenslauf“ nicht rekonstruiert werden. Zumindest konnte man feststellen, dass der Wagen nach 1918 unter der Bezeichnung „Om 12 Danzig“ gebaut und eingesetzt wurde. Wahrscheinlich wurde der Wagen als Reparationsleistung für Polen gebaut. Das Fahrzeug hat weder eine durchgehende Luftleitung noch Bremse. Aus diesem Grunde wurde das Fahrzeug wahrscheinlich schon in den 50er oder 60er an die Südstärke abgegeben und im werksinternen Verkehr eingesetzt. Hier wurde auch die Überdachung angebaut und die Türen entfernt.

Sehen Sie auch ein Video vom Umzug der Waggons im November:

14 Loks und Waggons sind nach Amberg umgezogen.

Der dritte Waggon ist im Moment der Größte (nach dem Kokswaggon) auf dem Gelände: Ein gedeckter Güterwagen. Wie die Verantwortlichen unserer Zeitung berichteten, sollen der G02 und der Om 12 sobald als möglich unter Dach wiederaufgearbeitet und in den originalen Zustand versetzt werden. Dazu ist es erforderlich, dass wie geplant, im Frühling 2019 mit den Arbeiten am Rundlokschuppen begonnen werden kann, wie der 2. Vorsitzende der AKB e.V., Professor Dr. Gruschwitz, ausführte.

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